Die letzten Kinder von Schewenborn

Gudrun Pausewang · 1983 · Jugendroman


Das Werk
Deutscher Titel: Die letzten Kinder von Schewenborn
Autor(en): Gudrun Pausewang
Originaltitel: Die letzten Kinder von Schewenborn
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1983
Schlagwörter: Atomkrieg, Überleben, Krankheit, Warnung
Sachgebiete: Jugendroman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Ravensburger


Umfang dieser Ausgabe: 256 Seiten
ISBN: 9783473580071
Verweise


Die letzten Kinder von Schewenborn ist der 1983 erschienene Jugendroman von Gudrun Pausewang, mit dem Untertitel, ob so unsere Zukunft aussehe. Schewenborn ist erfunden und nach Schlitz in Osthessen gebaut, Pausewangs Wohnort im Fuldaer Becken, das im Kalten Krieg als mögliches Schlachtfeld galt. Die Autorin wollte, niemand solle hinterher sagen können, man habe es nicht gewusst. Der Band wurde Schullektüre, bekam den Buxtehuder Bullen und den Gustav-Heinemann-Friedenspreis und steht neben Die Wolke als zweites Buch derselben Angst: dort der GAU, hier der Krieg. Er ist Jugendroman von schonungsloser Deutlichkeit, kein Trostbuch.

Inhalt

Der zwölfjährige Roland Bennewitz aus Frankfurt-Bonames fährt mit den Eltern Klaus und Inge und den Schwestern Judith und Kerstin zu den Großeltern nach Schewenborn, obwohl eine internationale Krise droht. Wenige Kilometer vor dem Ort blendet eine Explosion die Straße. Der Vater will umkehren, die Mutter die Großeltern sehen; umgestürzte Bäume zwingen sie zu Fuß. Die Großeltern sind in Fulda, zwanzig Kilometer weiter. Die Mutter geht hin und kommt mit der Nachricht zurück, die Stadt sei ausradiert, die Großeltern vermutlich sofort verglüht, Verletzte kämen den Weg entlang und stürben. Strom, Wasser, Telefon und Rundfunk sind tot. Die Familie bleibt im beschädigten Haus. Plünderung, Mord und Hunger folgen, sobald klar ist, dass keine Hilfe kommt. Überlebende berichten von zerstörten Städten; Mitteleuropa scheint getroffen, ohne dass jemand das Ausmaß kennt.

Roland hilft im Krankenhaus, das ohne Verbände und Arznei arbeitet. Ein Mädchen, dem er Freundschaft anbietet, stirbt an der Strahlenkrankheit. Eine Sterbende bittet ihn um ihre Kinder Jens und Silke; die Mutter nimmt sie auf. Judith hilft, Waisen im Schloss unterzubringen. Typhus bricht aus. Die Familie erkrankt, nur Judith bleibt verschont, bis die Strahlung sie holt; Kerstin und Silke sterben. Roland muss die tote Schwester Männern übergeben, die Leichen verbrennen. Er und der Vater sammeln Holz und Nahrung in verseuchter Landschaft. Die Mutter wird schwanger. An der unbewachten innerdeutschen Grenze hören sie, Eisenach, Meiningen und Berlin seien hin; Frankfurt sehen sie später selbst als Trümmer, weil die Mutter den Wahn nicht lässt, dort herrsche wieder Ordnung. Auf dem Rückweg stirbt Jens an der Grippe. Dörfer verschanzen sich hinter Stacheldraht.

In Schewenborn hat eine Nachbarin das Haus besetzt. Die Mutter bringt im Keller des Schlosses ein Mädchen zur Welt und stirbt; das Kind Jessica Marta ist durch die Strahlung schwer missgebildet. Der Vater tötet es, weil er es nicht ernähren kann und keine Überlebenschance sieht. Jahre später, Roland ist siebzehn, unterrichtet er mit dem Vater die Kinder des Orts in einer notdürftigen Schule. Kartoffeln wachsen wieder, es gibt einen Bürgermeister, die schlimmste Hungerzeit überstanden sie mit Vorräten einer unterirdischen Militärbasis. Fast alle Neugeborenen sind krank oder sterben. Roland vermutet, dass die verstörten Schüler die letzten Kinder von Schewenborn seien. Pausewang lässt offen, ob ein großer Schlagabtausch stattfand; die Erfahrung der Überlebenden reicht als Urteil.

Einordnung

Pausewang schreibt aus der Friedensbewegung und stellt dem Jugendbuch die Konsequenz der Abschreckung entgegen: nicht den Knall, sondern den Alltag danach, Seuche, Hunger, die Tötung des eigenen Kindes. Kritik hat die blutrünstige Sprache, den undifferenzierten Gebrauch des Wortes Holocaust und die Darstellung behinderter Neugeborener als Grund zur Tötung genannt; Ines Boban und Andreas Hinz warnten vor der Lektüre in der Grundschule. Jenny Willner hat den Ortsnamen an Lebensborn gerückt und ein zwiespältiges Verhältnis zur NS-Generation gelesen. Der Roman bleibt trotzdem das Buch, mit dem westdeutsche Schulen den Atomkrieg durchbuchstabiert haben.

Neben Die Wolke, die denselben Landstrich nach einem Super-GAU zeigt, ist Schewenborn die dunklere Schwester: kein Zurück ins Haus der Großeltern, das sich noch bewohnen ließe. Verfilmung hat es nicht gegeben, die Wirkung lag im Unterricht und in der Angst der achtziger Jahre. Pausewang hat später an dem Ort festgehalten, als wäre Schlitz die Probe auf jede nukleare Rechnung. Wer nach ihr über nukleare Bedrohung und Kinderliteratur sprach, sprach hinter diesem Band, zustimmend oder mit dem Vorwurf, er schockiere, ohne aufzuklären.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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