Die linke Hand der Dunkelheit
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die linke Hand der Dunkelheit |
| Autor(en): | Ursula K. Le Guin |
| Originaltitel: | The Left Hand of Darkness |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1969 |
| Schlagwörter: | Eis, Geschlecht, Diplomatie, Freundschaft |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 352 Seiten |
| ISBN: | 9783596707126 |
| Verweise | |
Die linke Hand der Dunkelheit ist ein Roman von Ursula K. Le Guin, 1969 auf Englisch erschienen, zuerst deutsch unter dem Titel Winterplanet. Er gehört zum Hainish-Zyklus und gilt als eines der Bücher, die das Nachdenken über Geschlecht in die Zukunftsliteratur gezwungen haben. Die Ökumene schickt den Terraner Genly Ai auf den Planeten Gethen, von den Bewohnern Winter genannt, damit er den Beitritt zum Weltenbund werbe. Die Gethener sind den größten Teil des Monats ohne festes Geschlecht; nur in der Kemmer-Zeit werden sie männlich oder weiblich, unvorhersehbar. 1970 erhielt der Band den Hugo- und den Nebula-Preis.
Inhalt
Genly landet im Königreich Karhide, einer Gesellschaft aus Ritual, Stolz und dem Verhaltenskodex Shifgrethor. Der Premierminister Estraven scheint ihm geneigt, bleibt ihm undurchsichtig; am Tag der Audienz ist Estraven als Verräter geflohen, der König lehnt die Ökumene ab. Genly reist nach Orgoreyn, wo Technik und Verwaltung die Formen ersetzen. Die Herren der Orgota hören ihn freundlicher an; Estraven warnt. Genly ignoriert die Warnung und wird in ein Arbeitslager im Norden geschickt, das ihn töten soll. Estraven, dem er nicht traut, holt ihn heraus.
Gemeinsam durchqueren sie das Gobrin-Eisfeld, eine Strecke, die vor ihnen niemand gewagt hat. Unterwegs lernen sie, einander zu lesen. Estraven gerät in Kemmer und wird weiblich; Genly, der den Freund für männlich gehalten hat, weicht der Folge aus. Ein Gedicht, das Estraven zitiert, gibt dem Buch den Titel: Licht sei die linke Hand der Dunkelheit, Dunkelheit die rechte des Lichts. Genly vergleicht das später mit Yin und Yang. Die Reise dauert über achtzig Tage; aus Notwendigkeit wird Verlässlichkeit, aus Verlässlichkeit etwas, das Liebe heißen könnte, ohne dass sie miteinander schlafen.
An der Grenze zu Karhide erschießen Posten Estraven. Genly begreift, dass der einzige Bewohner Gethens, der ihm unbedingt vertraut hat, für den Bund der Vielen gestorben ist. Die politischen Folgen von Estravens Tod öffnen zuerst Karhide, dann Orgoreyn und den übrigen Planeten der Ökumene. Der Roman erzählt das nicht als Siegesmeldung der Diplomatie, sondern als Trauer eines Gesandten, der den Freund zu spät erkannt hat. Kapitel aus Estravens Sicht und Schöpfungsmythen der Gethener unterbrechen Genlys Bericht; die Archive Hains bewahren eine Stimme, die vom Beobachter zum Beteiligten geworden ist.
Einordnung
Le Guin hat den Text ein Gedankenexperiment genannt: eine Gesellschaft ohne dauernde Teilung in Männer und Frauen, um zu sehen, was von Herrschaft, Krieg und Ausbeutung übrigbleibt. Streit bleibt, Krieg wird denkbar; die Naturressourcen werden nicht in derselben Weise geplündert. Feministische Leserinnen tadelten das generische Maskulinum für die geschlechtslosen Phasen; Le Guin hat das später eingeräumt. Der Roman fordert außerdem die Erwartung, dass Nähe in Ehe und Beischlaf münden müsse: Die entscheidende Bindung ist die auf dem Eis, nicht die in der Kemmer.
Neben Stanisław Lems Solaris, wo das Fremde den Menschen als Spiegel schickt, bleibt Gethen ein Ort, an dem das Fremde den Gesandten zwingt, seine eigenen Vorurteile als Gefahr zu erkennen. Die Neuübersetzung von Karen Nölle (2023) hat die ältere Fassung von Gisela Stege abgelöst. Verfilmungen von Rang fehlen; das Buch wirkt weiter als Schul- und Seminartext über Geschlecht, Freundschaft und Kälte. Wer nach 1969 über androgyne Welten spricht, spricht hinter diesem Winter. Die linke Hand ist kein Schmuck im Titel, sondern die Behauptung, dass Licht und Dunkel, Furcht und Mut, weiblich und männlich einander brauchen, ohne dass eines das andere besitzt. Der Hugo- und der Nebula-Preis haben den Band im Kanon der Zukunftsliteratur festgesetzt, nicht in einem Seitenfach für Frauenfragen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
