Die soziale Schichtung des deutschen Volkes

Theodor Geiger · 1932 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: Die soziale Schichtung des deutschen Volkes
Autor(en): Theodor Geiger


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1932
Schlagwörter: Schicht, Klasse, Mittelstand, Statistik
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Enke
Serie: Soziologische Gegenwartsfragen
Umfang dieser Ausgabe: 142 Seiten
ISBN: 9783432962016
Verweise


Die soziale Schichtung des deutschen Volkes. Soziographischer Versuch auf statistischer Grundlage ist die 1932 bei Enke in Stuttgart erschienene Untersuchung von Theodor Geiger. Sie liest die Gesellschaft der Weimarer Republik aus der Berufszählung von 1925: Schichten statt Klassen, Mentalität neben Einkommen, die Mitte, die nicht hält.

Inhalt

Geiger weigert sich, die deutsche Gesellschaft in Bourgeoisie und Proletariat zu teilen. Schicht ist Lage und Mentalität: Art des Einkommens, Nähe zu den Produktionsmitteln, Berufsrang – und der Block derer, die dieselbe Lebenshaltung teilen. Die Statistik der Berufe gibt das Rekrutierungsfeld; die Mentalität gibt den sozialen Block. Gegen Marx setzt er die feine Gliederung, in der Angestellte, Beamte, der alte Mittelstand eigene Größen sind, keine Übergangsformen. Das Buch ist knapp, tabellarisch, polemisch gegen die große Dichotomie. Es sieht 1932 die Mitte, die zwischen den Lagern steht und politisch offen ist – offener, als die Linke hoffte.

Das ist Soziographie, keine Revolutionstheorie. Geiger will zählen, ohne das Zählen für Neutralität zu halten. Die Gefahr ist die, die er selbst nennt: Schicht kann Klasse verdecken, wo Ausbeutung bleibt. Er kennt den Einwand und hält am Schichtbegriff fest, weil die deutsche Gesellschaft 1925 nicht das Manchester des Manifests war. Kritik hat die Daten für zu grob, die Mentalität für unscharf, den Mittelstand für zu sehr als Puffer gelesen gehalten. Die Stärke ist die Warnung, die im Datum steckt: Wer nur Klassen kennt, hat die Wähler nicht gesehen, die 1932 noch nicht entschieden waren und es bald sein würden.

Die Wirkung liegt in der deutschen Schichtungssoziologie nach 1945, in Lehrbüchern, die Geiger zitieren und die Tabellen seltener öffnen, in jeder Debatte über die Mitte. Der Nachdruck von 1987 hat den Band als Klassiker zurückgeholt. Wer nach Geiger nur Schicht sagt, hat 1932 übersprungen. Wer nur 1932 kennt, unterschlägt, dass die Methode die Nachkriegsrepublik vermessen hat, ohne ihn immer zu nennen.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt die deutsche Soziologie eine Klassentheorie ohne Mitte. In Die einflussreichsten Werke der Soziologie: Deutschland steht es neben Schelsky und vor Dahrendorf: Schichtung gegen skeptische Jugend, Statistik gegen Konflikt als Freiheit. Tönnies hatte das Paar; Geiger die Tabelle. Wer nur Gemeinschaft und Gesellschaft kennt, hat 1932 nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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