Dr. Ankowitschs Kleines Konversations-Lexikon

Christian Ankowitsch · 2004 · Sachbuch, Essay


Das Werk
Deutscher Titel: Dr. Ankowitschs Kleines Konversations-Lexikon
Autor(en): Christian Ankowitsch


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2004
Schlagwörter: Konversation, Wissen, Kuriosum, Lexikon
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Greifbare Ausgabe
Verlag: Eichborn


Umfang dieser Ausgabe: 192 Seiten
ISBN: 9783821848952
Verweise


Dr. Ankowitschs Kleines Konversations-Lexikon ist das 2004 bei Eichborn erschienene Sachbuch von Christian Ankowitsch, gestaltet von Cosima Schneider. Der in Klosterneuburg geborene, in Berlin lebende Journalist, lange Redakteur der Zeit, sammelt Wissenssplitter, die in großen Enzyklopädien auseinanderliegen, und stellt sie so zusammen, dass sie am Tisch brauchbar werden: wie die Schlümpfe in anderen Sprachen heißen, welche Flaggen Tiere zeigen, nach welcher Regel Ikea die Möbel tauft. Der Titel leiht sich den Doktor und das Konversationslexikon des neunzehnten Jahrhunderts und meint das Gegenteil: kein Anspruch auf Vollständigkeit, sondern auf die Pointe, die zusammengehört.

Inhalt

Ankowitsch schreibt gegen das Wissen, das in fünfundzwanzig Bänden alphabetisch erstarrt und im Netz als Haufen von Treffern wiederkehrt. Zusammengehören soll, was die Ordnung der Stichwörter trennt: Höflichkeitsregeln nach Ländern, das Wetter bei Waterloo, Firmen, die den Gründernamen tragen, die Formel für die Steigung einer Treppe, Härtegrade von Mineralien. Der Leser soll aha sagen oder im Gespräch glänzen können, ohne ein Fach studiert zu haben. Die Ausstattung – klein, fest, mit Sinn für das Bild – macht aus dem Band ein Hausbuch, das man liegenlässt und wieder aufschlägt, kein Werk, das man durcharbeitet. Der Doktor im Titel ist Maske: der Autor trägt das Wissen vor, als wäre es geprüft, und weiß, dass der Reiz im Unnötigen liegt.

Die Nähe zu Ben Schotts Sammelsurium ist unübersehbar und wurde sogleich bemerkt. Ankowitsch kopiert nicht die britische Statistikseite, er ordnet deutsch und sprunghaft, näher am Feuilleton als an der Tabelle. Gegenposition ist jedes echte Konversationslexikon, das Vollständigkeit und Nachprüfbarkeit verspricht, und jede Enzyklopädiekritik, die im Spielwissen nur die Ware der gebildeten Mittelschicht sieht. Fehler – ein Bond-Film, der fehlt, Gradangaben mit Punkt statt Komma – hat die erste Kritik gesammelt; sie treffen den Anspruch, amüsant recht zu haben, härter als ein gelehrtes Werk. Das Hörbuch mit Michael Quast hat aus den Splittern Szenen gemacht und die Kürze noch verkürzt.

Unsicher wird das Büchlein, wo die Konversation zum Zweck wird und das Wissen zum Schmuck. Ankowitsch will brillieren lassen und unterhält gerade dort am besten, wo niemand brillieren muss. Die späteren Bände – der kleine Seelenklempner, die Einstein-Socken – haben das Verfahren auf Rat und Denkökonomie ausgedehnt. 2004 stand das kleine Lexikon am Anfang einer Reihe, die das Kuriosum zur Methode machte, bevor das Netz denselben Service umsonst und schlechter anbot. Wer nur die Schlümpfe sucht, findet sie; wer ein Lexikon sucht, findet ein Essay in Listen.

Einordnung

Der Band gehört in die kurze Hochkonjunktur der schönen Wissensbücher nach der Jahrtausendwende, als Eichborn, Schott und die Zeit das Unnütze wieder salonfähig machten. Er steht neben dem großen Konversationslexikon, das er zitiert, indem er es verweigert, und neben einer Essayistik, die das Faktum als Pointe nimmt, nicht als Beleg. Ankowitsch hat daraus eine Autorschaft gemacht: der Sammler, der zusammenfügt, was die Ordnung trennt. Die Kritik nannte das leicht und dankte für die Leichtigkeit. Wer nach diesem Büchlein über Allgemeinwissen spricht, als wäre es eine Liste zum Pauken, hat den Doktor nicht verstanden; wer nur den Witz will, unterschlägt, dass die Liste eine Behauptung über Zugehörigkeit ist.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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