Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie

Sigmund Freud · 1905 · Sachbuch, Psychologie


Das Werk
Deutscher Titel: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
Autor(en): Sigmund Freud


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1905
Schlagwörter: Sexualität, Kindheit, Trieb, Perversion
Sachgebiete: Sachbuch, Psychologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: S. Fischer


Umfang dieser Ausgabe: 220 Seiten
ISBN: 9783108227036
Verweise


Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie ist die 1905 erschienene Schrift von Sigmund Freud über die kindliche Sexualität, die Abweichung und die Umwandlung der Ziele. Neben der Traumdeutung ist sie das Buch, das die Psychoanalyse öffentlich zum Skandal und innerlich zur Lehre vom Trieb machte.

Inhalt

Freud reißt die Sexualität aus der Pubertät und aus der Fortpflanzung. Das Kind hat ein Sexualleben, bevor es ein Geschlechtsleben im Sinne der Erwachsenen hat: orale, anale, phallische Phasen, die Lust an Zonen, die noch nicht dem Genitalen unterworfen sind. Die sogenannte Perversion ist keine Entartung, die vom normalen Weg abirrt; sie ist die Fixierung oder Regression auf Teilziele, die in der Kindheit legitim waren. Das Normale ist die späte, unsichere Zusammenfassung dieser Teile unter dem Genitalen und der Fortpflanzung. Wer die Kindheit streicht, versteht weder die Abweichung noch die Neurose, die dieselbe Geschichte als Symptom erzählt.

Die zweite Abhandlung gilt der kindlichen Sexualität im engen Sinn: Onanie, Neugier, der Ödipus, die Theorie, die das Kind sich über die Zeugung baut, weil niemand sie ihm sagt. Freud schreibt gegen die Unschuld, die das bürgerliche Jahrhundert dem Kind andichtete, und gegen die Polizei der Sitte, die aus dieser Unschuld ein Verbot machte. Die dritte Abhandlung gilt den Umwandlungen der Pubertät: Objektwahl, der Vorrang des Genitalen, die Sublimierung, die aus Trieb Kultur macht. Die Libido erscheint als Energie, die Ziele wechseln kann, ohne sich zu vernichten. Was nicht zum Sexualakt kommt, kommt in die Arbeit, die Kunst, das Symptom.

Unsicher bleibt die Universalität der Phasen und die männliche Zuspitzung, die Freud selbst später an der weiblichen Entwicklung abgearbeitet hat, ohne sie zu lösen. Der Ton ist der eines Klinikers, der Fälle zur Theorie macht: kühl, anstößig, ohne den Predigtton der Sittenlehre. Die späteren Auflagen haben den Text verschärft und mit Fußnoten beladen, die aus der Streitschrift ein Handbuch machen. Wer nur den Pansexualismus sucht, findet die Ausweitung des Begriffs. Wer nur die Kindheit sucht, unterschlägt, dass hier die Neurose der Erwachsenen ihre Chronologie erhält. Das Ich und das Es wird später die Instanzen nachtragen; die Abhandlungen bleiben das Buch des Triebes.

Einordnung

Die Abhandlungen haben die Sexualität zum Grund der Seelenlehre gemacht und das Kind zum Zeugen, den die Zeit nicht hören wollte. Melanie Kleins Das Seelenleben des Kleinkindes trägt die Analyse noch früher; Michel Foucaults Geschichte der Sexualität liest denselben Einsatz als Diskurs, der erzeugt, was er bekennt. Die empirische Psychologie hat Freud oft für erledigt erklärt; die Kultur hat die kindliche Sexualität nicht mehr ungesagt lassen können. Wer nach 1905 über Trieb und Kindheit spricht, spricht in diesem Buch – auch dort, wo er die Phasen verwirft.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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