Eine Einführung in die Prinzipien der Moral und Gesetzgebung

Jeremy Bentham · 1789 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Eine Einführung in die Prinzipien der Moral und Gesetzgebung
Autor(en): Jeremy Bentham
Originaltitel: An Introduction to the Principles of Morals and Legislation
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1789
Schlagwörter: Nutzen, Lust, Strafe, Gesetzgebung
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Verlag Senging


Umfang dieser Ausgabe: 375 Seiten
ISBN: 9783981584103
Verweise


Eine Einführung in die Prinzipien der Moral und Gesetzgebung (englisch An Introduction to the Principles of Morals and Legislation) ist das 1789 erschienene Hauptwerk von Jeremy Bentham, 1780 schon gedruckt. Es begründet den klassischen Utilitarismus: Gut ist, was Lust vermehrt und Schmerz vermindert; das Maß der Gesetzgebung ist das größte Glück der größten Zahl. Bentham, Jurist und Reformer, wollte das englische Strafrecht vom Zorn auf den Nutzen umstellen. Das Buch zergliedert Lüste, Schmerzen, Handlungen und die Fälle, in denen Strafe selbst ein Übel zu viel wäre. Es zählt, weil es Moral an Folgen bindet und am Ende die Leidensfähigkeit, nicht die Vernunft, zur Grenze der Rechte macht.

Inhalt

Bentham schreibt gegen Naturrecht, Vertragsfiktion und jede Moral, die Pflichten aus einer anderen Quelle bezieht als aus Lust und Schmerz. Die Natur habe die Menschheit zwei souveränen Herren unterworfen, Schmerz und Lust; sie allein sagten, was wir tun sollen, und bestimmten, was wir tun werden. Das Nutzenprinzip billigt oder verwirft jede Handlung nach der Tendenz, das Glück der Betroffenen zu vermehren oder zu vermindern. Was dem widerspricht, Askese oder bloße Zustimmung, erklärt Bentham für Un-Prinzipien. Der Mensch ist von Natur auf Lust aus; die Ethik soll diese Tatsache nicht leugnen, sondern berechnen.

Die Berechnung ist das Glückskalkül. Intensität, Dauer, Gewissheit, Nähe, Fruchtbarkeit, Reinheit und Umfang einer Lust oder eines Schmerzes sollen abgewogen werden, bevor eine Handlung oder ein Gesetz gilt. Bentham zergliedert Arten der Lust und des Schmerzes, Quellen, die sie erzeugen, und die Bestandteile menschlicher Handlungen, die für Moral und Strafrecht zählen. Strafe ist selbst ein Übel; sie ist nur gerechtfertigt, wo sie größeres Übel verhindert, und ungeeignet, wo sie nutzlos, zu teuer oder überflüssig ist. Das Strafrecht wird so vom Zorn auf den Nutzen umgestellt: nicht Vergeltung, sondern Abschreckung, Sicherung, Besserung, soweit sie das Glück mehren.

Das letzte Kapitel zieht die Grenze des Strafzweigs und enthält den Satz, der das Buch über die Gesetzgebung hinausgetragen hat. Die Frage, die eine unübersteigbare Linie ziehen soll zwischen dem, was Rechte hat, und dem, was man quälen darf, lautet nicht: Können sie denken? Können sie sprechen? Sondern: Können sie leiden? Ein ausgewachsenes Pferd oder ein Hund sei vernünftiger und gesprächiger als ein Säugling; Hautfarbe sei kein Grund, ein empfindendes Wesen der Willkür preiszugeben. Hier wird Bentham unsicher und großzügig zugleich: Das Kalkül, das Menschen zu Größen macht, öffnet sich den Tieren, ohne die politische Form schon zu haben. Der Ton ist umständlich, katalogisierend, von einer Nüchternheit, die Pathos durch Aufzählung ersetzt.

Einordnung

Bentham steht gegen Immanuel Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, die denselben Jahrzehnten entstammt und das Gute von jeder Neigung löst. John Stuart Mill hat in Über die Freiheit und in seinem Utilitarismus die Lehre verfeinert, Qualitäten der Lust eingeführt und den Vorwurf der Schweinephilosophie abgewehrt. John Lockes Zwei Abhandlungen über die Regierung begründen Herrschaft auf Zustimmung und Eigentum; Bentham misst beides am Nutzen und hält Naturrechte für Unsinn auf Stelzen. Die englische Reform des Strafrechts und des Armenwesens hat mit diesem Maßstab gearbeitet, oft grober, als das Kalkül erlaubt.

Die Kritik ist bekannt: Man kann Lust nicht addieren, den Umfang nicht kennen, die Zukunft nicht wägen, und wer das Glück der Zahl will, kann die Minderheit opfern. Geblieben ist das Instrument, an dem sich Strafrecht, Tierschutz und Wohlfahrtspolitik abarbeiten – und die Nüchternheit, Moral an Folgen zu binden, statt an Würde oder Vertrag. Die deutsche Ausgabe ist spät gekommen; die Wirkung lief lange über Mill und über das englische Reformdenken. Dass Leiden zählt, auch wo Sprache und Vernunft fehlen, ist der Satz, der das Kalkül über sich hinaustreibt.

Ideen

Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.

Moral (wichtig)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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