Eine Geschichte der Medien
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Eine Geschichte der Medien |
| Autor(en): | Jochen Hörisch
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1999 |
| Schlagwörter: | Sinn, Sinne, Mediengeschichte, Literatur |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Medienwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 453 Seiten |
| ISBN: | 9783518456293 |
| Verweise | |
Eine Geschichte der Medien. Von der Oblate zum Internet ist die 1999 erschienene Darstellung von Jochen Hörisch, zuvor als Der Sinn und die Sinne angelegt. Sie erzählt Stimme, Schrift, Druck, Elektrizität und Digitales mit der Literatur als Zeugin. Was ein Medium überträgt, formt, was als sinnvoll gelten kann.
Inhalt
Hörisch bindet Mediengeschichte an Sinn, nicht an die Kälte der Schaltung und nicht an die Sprüche der Wahrnehmungstheorie. Gott, Geld, die Hostie, das Buch und der Bildschirm stehen in Analogien, die nicht Spiel sind: Jedes dieser Dinge überträgt, verbürgt und schließt aus, und jedes formt eine Weise, Bedeutung zu haben. Die Oblate im Untertitel ist Ernst: Das Abendmahl erscheint als Medium der Gegenwart Gottes, bevor Schrift und Druck denselben Anspruch auf andere Weise erheben. Die Germanistik erkennt ihre Texte wieder, weil Dichtung hier nicht Illustration ist, sondern Archiv der medialen Lagen. Die Medienwissenschaft erkennt die Apparate, ohne dass sie den Sinn ersetzen. Genau diese Brücke ist das Buch: Es hält zusammen, was Friedrich Kittler getrennt hat, und es riskiert, beides zu glätten. Die Gegenthese der Schaltung, Sinn sei Effekt von Speichern, wird nicht widerlegt, sondern hermeneutisch aufgefangen.
Der Ton ist erzählend, hermeneutisch und gegen Kittlers Kälte gehalten, ohne Marshall McLuhans Sprüche zu wiederholen. Hörisch schreibt anschlussfähig, mit Witz und mit der Geduld einer Vorlesung, die das Fach zusammenhalten will, wo andere spalten. Kanäle kommen vor, aber sie dienen dem, was durch sie als sinnvoll erscheint; Sinne und Sinn bleiben im Wortspiel gebunden, das der frühere Titel schon setzte. Die Kritik nannte das zu glatt, zu literarisch und zu versöhnlich gegenüber einer Mediengeschichte, die um 1900 das Subjekt zerlegt. Glätte war hier Methode: lesbar bleiben, ohne den Gegenstand zu verraten, und das Feuilleton nicht gegen das Seminar auszuspielen. Die Apparate tragen Bedeutung, und die Bedeutung bleibt an Kanäle gebunden; Hörisch nimmt diese Doppelung in Kauf.
Es bleibt die deutschsprachige Erzählung, die eine Generation ins Fach geholt hat, weil sie wiedererkannte, was sie schon las, und neu sah, worauf sie es bezog. Die Stärke ist die Vermittlung: Literaturwissenschaftler können Mediengeschichte lernen, ohne die Texte zu verlassen. Die Schwäche ist dieselbe Vermittlung: Schärfen gehen verloren, wo Analogie trägt und Konflikt weichgezeichnet wird. Vilém Flussers Apparat und Kittlers Aufschreibesystem bleiben die härteren Nachbarn, an denen sich diese Lesbarkeit messen lassen muss. Das Buch will nicht siegen, es will erzählen; genau das hat es kanonisch und angreifbar gemacht.
Einordnung
1999 ist die hermeneutische Mediengeschichte neben Kittler und Flusser, im Suhrkamp-Kanon die lesbarste deutschsprachige Summe des Jahrhunderts, das Stimme, Hostie, Buch und Netz zusammenzudenken versucht. Wirkung entfaltete der Band in Seminaren, die eine Einführung brauchten, ohne bei McLuhan oder bei der Nachrichtentechnik beginnen zu wollen. Nachbarschaft zur Systemtheorie bleibt distanziert: Luhmanns Realität der Medien kennt Sinn als Medium der Kommunikation, Hörisch kennt Sinn als kulturelle Verbürgung. Die Kritik an der Glätte hat die Brauchbarkeit nicht aufgehoben. Das Buch bleibt der Ort, an dem Mediengeschichte noch als Geistesgeschichte erzählt wird, mit der Literatur als Zeugin und mit dem Risiko, dass die Apparate darüber zu Metaphern werden.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
