Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral |
| Autor(en): | David Hume |
| Originaltitel: | An Enquiry Concerning the Principles of Morals |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1751 |
| Schlagwörter: | Tugend, Nützlichkeit, Gefühl, Gerechtigkeit |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 279 Seiten |
| ISBN: | 9783150189931 |
| Verweise | |
Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral ist die 1751 in London erschienene Überarbeitung des moralphilosophischen Teils von David Humes Treatise of Human Nature. Hume selbst hielt sie für seine beste Veröffentlichung. Der schottische Aufklärer fragt, ob allgemein gültige sittliche Grundsätze existieren und ob sie dem Verstand oder dem Gefühl entspringen. Die Reclam-Ausgabe in der Übertragung Gerhard Stremingers macht den Essay mit Anhängen und dem abschließenden Dialog zugänglich.
Inhalt
Hume schreibt gegen die religiöse Begründung der Moral und gegen die Behauptung, Vernunft allein könne das Gute festsetzen. In jeder Sprache gibt es Wörter für Güte, Freundlichkeit und Dankbarkeit, und sie sind überall positiv besetzt, weil Menschen mit diesen Eigenschaften der Gesellschaft nützen. Das Experiment an der Gerechtigkeit soll das zeigen: Wären alle Bedürfnisse ohne Einschränkung zu befriedigen, bräuchte niemand Gerechtigkeit; herrschte äußerste Not, siegte der Selbsterhaltungstrieb. Nur in der wirklichen, mäßig knappen Welt ist Gerechtigkeit nützlich und darum Tugend. Gerechtigkeit ist nicht Gleichheit aller Güter: selbst nach einer vollkommenen Teilung blieben Fähigkeiten ungleich, und der Ansporn der Tüchtigen fiele weg.
Nützliche Tugenden sind Besonnenheit, Fleiß, Sparsamkeit, Rücksicht, Ordnung; angenehme, die nicht zuerst nützen, sondern gefallen, sind Heiterkeit, Mut, Höflichkeit. Mönchische Regeln und der Zölibat gelten Hume als künstlich, weil sie weder nützen noch angenehm sind. Würden alle tugendhaft handeln, wäre politische Ordnung überflüssig; weil sie es nicht tun, legitimiert sich Regierung dadurch, den Nutzen der Tugend durch Gesetze zu sichern. Geschriebene und ungeschriebene Regeln halten die Gesellschaft. Wahre Tugend erkennt man nur, wenn Verstand und Gefühl zusammenwirken: der Verstand prüft die Nützlichkeit, das Gefühl neigt zum Guten. Moral entwickelt sich, sie steht nicht ein für alle Mal fest.
Der Ton ist essayistisch, sprunghaft, voll rhetorischer Fragen, die den Leser ins Experiment ziehen. Die Anhänge, erst später ausgegliedert, und der Dialog am Schluss lockern die Behauptung, ohne sie aufzugeben. Hume sieht voraus, dass ein System vollkommener Gleichheit Armut verbreiten könnte, weil der Ansporn fiele; das ist eine Gegenthese im eigenen Text, keine bloße Randbemerkung. Wer ihn als kalten Nutzenrechner liest, verfehlt das moralische Gefühl, ohne das Nutzen nicht gefällt. Wer ihn als Sentimentalen liest, verfehlt die Probe an Hunger und Überfluss. Die postume Fassung von 1777 ist die heute gelesene.
Einordnung
Die Behauptung, moralisch sei, was nützlich ist, greift dem Utilitarismus voraus, den John Stuart Mill in Der Utilitarismus ausbauen und gegen den Vorwurf der Schweinephilosophie verteidigen wird. Adam Smith und Immanuel Kant haben Hume gelesen, der eine verwandt, der andere als den, der ihn aus dem dogmatischen Schlummer riss und dem die Pflicht dennoch eine andere Quelle suchte. Hume hat den Stil der Untersuchung vorbildlich gemacht; Kant hat ihn gerühmt und die Moral anders begründet. Die schottische Aufklärung spricht in diesem Essay milder als im Treatise und darum weiter.
Neben der Kritik der reinen Vernunft, die der Metaphysik eine Grenze zieht, zieht diese Untersuchung der Religion die Macht über das Sittliche ein: gut an der Religion ist, was der Gesellschaft nützt. Die schottische Aufklärung spricht hier klarer als im schwerfälligen Treatise. Wer Moral nur als göttliches Gebot oder nur als Kalkül denkt, hat Hume halbiert. Geblieben ist die Probe: Tugend muss sich am Leben der anderen messen lassen.
Ideen
Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.
Moral (wichtig)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
