Erfolg

Lion Feuchtwanger · 1930 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Erfolg
Autor(en): Lion Feuchtwanger
Originaltitel: Erfolg
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1930
Schlagwörter: Bayern, Justiz, Putsch, München
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Aufbau


Umfang dieser Ausgabe: 808 Seiten
ISBN: 9783746656298
Verweise


Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz ist der 1930 erschienene Zeitroman von Lion Feuchtwanger. Ein Münchner Museumsdirektor sitzt wegen eines konstruierten Meineids, während in Bayern die Bewegung der »Wahrhaft Deutschen« wächst – Feuchtwangers Chiffre für die NSDAP, ihr Anführer Kutzner trägt Hitlers Züge. Der Band eröffnet die Wartesaal-Trilogie, die mit Die Geschwister Oppermann und Exil weitergeht. Feuchtwanger schrieb 1927 bis 1930, noch vor der Machtübergabe, und lieferte die erste große Analyse dieser Bewegung in Romanform. Der Schlüsselroman gibt, so der Autor, nicht aktenmäßige Menschen, sondern historische.

Inhalt

Der Kunsthistoriker Martin Krüger, Direktor eines Münchner Museums, hat Bilder angeschafft, die als anstößig gelten. Die konservative bayerische Staatsregierung will den Linker loswerden und konstruiert einen Meineid: Krüger soll nach einem Fest einer Dame in die Wohnung gefolgt sein. Der Chauffeur Ratzenberger bestätigt das unter Eid, obwohl alle Beteiligten den Vorwand kennen. Krüger erhält drei Jahre Haft. Seine Freundin Johanna Krain sucht die Begnadigung: bei Politikern, bei der Kirche, bei der Wirtschaft, bei der abgedankten Königsfamilie. Aus den Gängen wird ein Sittenbild Bayerns in den frühen zwanziger Jahren, mit Dialekt, Ämtern und der beharrlichen Ungerechtigkeit einer Provinz, die sich für das Reich hält.

Im zweiten Teil nimmt Rupert Kutzner den Raum ein, den Hitler 1923 einnahm. Die »Wahrhaft Deutschen« gewinnen Zulauf in der Bevölkerung; die konservativen Kräfte in Bayern benutzen die Bewegung, um eigene Interessen durchzusetzen, und ermöglichen damit erst Kutzners Aufstieg. General Vesemann trägt Ludendorffs Züge, Minister Flaucher die des Gustav von Kahr. Der Putsch entspricht dem Hitler-Ludendorff-Putsch. Feuchtwanger zeigt nicht nur die Schläger, sondern die Honoratioren, die sie für nützlich halten. Krüger bleibt in der Zelle; die Provinz redet von Ordnung.

Krüger stirbt in der Haft. Johanna und der Schriftsteller Jacques Tüverlin machen den Skandal öffentlich: sie dreht einen Film, er schreibt ein Buch. Tüverlin trägt Züge Feuchtwangers und Thomas Manns; der Ingenieur und Dichter Kaspar Pröckl ist nach Bertolt Brecht geformt, Johanna nach Marta Feuchtwanger. Der Leser darf vermuten, das Buch im Buch sei das, das er in der Hand hält. Der Erzähler spricht von »damals« und erklärt Schiller, als sei die Epoche schon Archäologie – eine List, die 1930 als Warnung lesbar war.

Einordnung

Feuchtwanger hat Hitler porträtiert, bevor die deutsche Literatur das als ihre Aufgabe begriff. Harald Weinrich hat später geschrieben, in Kutzners Bild und in der Aufnahme der ersten Untaten liege die erste bedeutende Motivationsanalyse dieser Bewegung, und es gereiche der Literatur zur Ehre, dass sie von einem Schriftsteller gekommen sei. Der Roman ist weit, chorisch, voller Nebenfiguren aus Justiz, Presse, Bier und Behörde. Brecht erkannte sich zuerst; die Münchner Gesellschaft erkannte sich wider Willen. Nach 1933 wurde das Buch zur Diagnose, die eingetroffen war. In der Wartesaal-Trilogie folgt die Familie Oppermann, dann das Exil; Erfolg bleibt das bayerische Vorspiel, ohne das die beiden anderen Bände in der Luft hingen.

Franz Seitz verfilmte den Stoff 1991 mit Bruno Ganz als Tüverlin. Hörspiele und Lesungen haben den Dialekt zurückgeholt, den der Roman braucht. Wer Feuchtwanger nur von Jud Süß kennt – dem Roman von 1925, nicht dem gestohlenen Titel des NS-Films –, findet hier denselben Sinn für den Prozess als Theater und eine aktuellere Wut. Die Provinz ist keine Idylle. Sie ist der Ort, an dem ein Museumsdirektor an einem Meineid stirbt, während draußen der Mann geübt wird, der später das Reich übernimmt. Der Erfolg des Titels ist bitter: Erfolg haben die Falschen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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