Erwartung

Jussi Adler-Olsen · 2012 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Erwartung
Autor(en): Jussi Adler-Olsen
Originaltitel: Marco Effekten
Originalsprache: dänisch
Erstveröffentlichung: 2012
Schlagwörter: Kopenhagen, Clan, Betrug, Flucht
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv
Serie: Sonderdezernat Q
Umfang dieser Ausgabe: 640 Seiten
ISBN: 9783423280204
Verweise


Erwartung. Der Marco-Effekt ist der fünfte Roman um das Sonderdezernat Q von Jussi Adler-Olsen, 2012 in Dänemark als Marco Effekten erschienen, 2013 bei dtv auf Deutsch. Ein fünfzehnjähriger Junge flieht vor dem Anführer seines Clans, findet eine Leiche und zieht damit eine Spirale nach, die Entwicklungshilfe, Banken und Kindersoldaten umfasst. Carl Mørck und seine Leute vom Kellerdezernat ermitteln, während Marco ohne Papiere durch Kopenhagen läuft. Der Band erreichte im September 2013 Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste. Adler-Olsen hat den Titel als Schmetterlingseffekt erklärt: ein Flügelschlag, und anderswo kippt die Welt.

Inhalt

Marco lebt mit dem Vater in einer zusammengewürfelten Großfamilie, die aus Italien nach Dänemark gekommen ist. Der Onkel Zola zwingt den Clan zum Betteln, Stehlen, zur Hehlerei und zum Auftragsmord, verbietet Schule und schlägt. Marco flieht, findet im Wald bei Regme eine verweste Leiche und eine afrikanische Halskette. Staatenlos, ohne Papiere, kommt er kurz bei einem Paar unter und klebt Plakate. Auf einer Säule sieht er das Foto des Toten: William Stark, Stiefvater der an Morbus Crohn erkrankten Tilde Kristoffersen, Mitarbeiter im Entwicklungshilfeministerium, vermisst. Marco entkommt Clan und Polizei mehrfach und schiebt den Ermittlern heimlich Hinweise zu.

Im Sonderdezernat Q werden Vizekriminalkommissar Carl Mørck, Hafez el-Assad und Rose Knudsen auf den Fall aufmerksam. Der kommissarische Chef der Mordkommission setzt ihnen den Rechnungsprüfer Gordon Taylor vor. Das Motiv für Starks Tod liegt in einem Betrug: Fördermittel für das Volk der Baka in Kamerun sind in die Taschen von Abteilungsleiter René E. Eriksen und der Banker Teis Snap und Jens Brage-Schmidt geflossen. Stark war ihnen auf die Spur gekommen; der Clan sollte ihn beseitigen. Als klar wird, dass Marco aussagen könnte, hetzen die Männer neben Zolas Leuten osteuropäische Helfer und eine Bande ehemaliger Kindersoldaten unter der Kommandantin Mammy auf den Jungen. Boy, Brage-Schmidts Leibwächter und eigentlicher Kopf, bringt Snap und dessen Frau um und fällt mit Brage-Schmidt Eriksen zum Opfer. Eriksen täuscht seinen Tod vor und flieht mit dem Geld nach Südamerika; Jahre später erschießt ihn dort ein Kleinkrimineller.

Marco sieht, wie Zola den Vater tötet, und begreift, dass er zur Polizei muss. Mit Tilde findet er Starks Unterlagen, die den Betrug beweisen. Mammy entführt Tilde und verlangt Marco im Tausch. Die Jagd endet in der Pusher Street in Christiania; Mädchen und Junge werden befreit, die offenen Fragen geklärt. Marco hat überlebt, weil er lief, und weil ein Dezernat, das niemand ernst nimmt, ihm geglaubt hat.

Einordnung

Adler-Olsen hat in den ersten Q-Bänden Rache als Motor genommen; hier ist der Motor ein Junge, der um sein Leben läuft, und ein Betrug, der Entwicklungshilfe in Bankkonten verwandelt. Die Nähe zur Wirklichkeit – Einwanderung, EU-Skepsis, gerettete Banken – hat die dänische und deutsche Kritik als Stärke und als These gelesen. Manche haben Tempo und Menschlichkeit gelobt, andere die Gewichtung bemängelt: zu viel Witz im Keller, zu wenig Fallanalyse. Der Marco-Effekt ist kein Rätselname, sondern die Behauptung, dass ein Stein im Wald bei Regme in Kamerun und in der Freistadt ankommt.

Martin Zandvliet verfilmte den Stoff 2021, deutsch 2022 als Erwartung – Der Marco-Effekt. Die Reihe um Mørck ist seither weitergelaufen; der fünfte Band bleibt der, in dem das Dezernat einen Lebenden zu schützen hat, nicht nur Tote zu rächen. Wer Adler-Olsen als bloßen Spannungsautor abtut, unterschlägt, dass Zola und die Ministerialräte dasselbe tun: über Menschen verfügen. Der Junge, der lesen und laufen kann, ist die Antwort, die das Buch der Behörde schuldet – und der Clanstruktur, die Schule verbietet, weil Wissen die Flucht erleichtert.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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