Federalist-Artikel Nr. 4

John Jay · 1787 · Sachbuch, Politik


Das Werk
Deutscher Titel: Federalist-Artikel Nr. 4
Autor(en): John Jay
Originaltitel: The Federalist No. 4
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1787
Schlagwörter: Union, Verteidigung, Handel, Flotte
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Greifbare Ausgabe
Verlag: C.H. Beck


Umfang dieser Ausgabe: 8 Seiten
ISBN: 9783406547546
Verweise


Der Federalist-Artikel Nr. 4 ist der am 7. November 1787 im Independent Journal unter dem Namen Publius erschienene Aufsatz von John Jay, der dritte von ihm in der Reihe der später so genannten Federalist-Artikel. Der Titel setzt wiederum die Gefahren fremder Gewalt und fremden Einflusses fort. Nach der Nummer 3, die gerechte Kriegsgründe vermeiden half, fragt Nummer 4 nach vorgetäuschten Anlässen und nach der Abschreckung. Jay wirbt um die Ratifizierung in New York, indem er die Union als den Zustand schildert, der Feindseligkeit nicht einlädt. Die deutsche Ausgabe von Angela und Willi Paul Adams stellt den Text neben die Verfassung.

Inhalt

Jay schreibt gegen die Hoffnung, Friedfertigkeit und Vertragstreue reichten, wenn das Land schwach und geteilt dasteht. Neben gerechten Anlässen zum Krieg gibt es vorgetäuschte. Absolute Monarchen führen Krieg aus persönlichen Motiven; Handelsstaaten aus Wettbewerb um Fischerei, Seetransport und den direkten Handel mit Indien und China, der europäische Zwischenhändler umgeht. Das Vizekönigreich Neuspanien und Britisch-Nordamerika sperren mit der Mississippi-Mündung und dem Sankt-Lorenz-Strom Wasserwege, die für die Union zählen. Ein Erstarken der amerikanischen Staaten liege nicht im Interesse dieser Mächte. Deshalb, sagt Jay, halten die Bürger Union und eine taugliche Nationalregierung für nötig: nicht um Krieg zu suchen, sondern um ihn abzuschrecken. Zu diesem Zustand gehört die bestmögliche Verteidigung, und die hängt von Regierung, Waffen und Vorräten ab.

Die Behauptung entfaltet sich am Vergleich der einen Regierung mit dreizehn oder vier. In einer einheitlichen Regierung sammelten sich Begabung und Erfahrung; sie betriebe eine Politik, schlösse Verträge im Blick auf das Ganze, stellte Mittel schneller zur Verteidigung eines bedrohten Staates und unterstellte das Heer einem Oberbefehl. Jay führt die britische Marine als Beispiel an, was eine nationale Regierung für eine Flotte leisten kann. Ob dreizehn unabhängige Staaten einander im Konflikt wirklich beistünden, sei zweifelhaft: eigene Interessen oder übertriebene Friedfertigkeit könnten die Beistandspflicht unterlaufen, und unklar bliebe, wer befehligt, Frieden schließt oder schlichtet. Fremde Nationen nähmen die nordamerikanischen Staaten ohnehin als Nebenbuhler wahr. Ein einheitlich regiertes Land mit geordnetem Handel, Disziplin, Kredit und zufriedenen Bürgern veranlasse andere eher zu freundschaftlichen Beziehungen; getrennte Einzelstaaten würden zum Spielball Britanniens, Spaniens oder Frankreichs.

Unsicher wird das Stück, wo aus der Abschreckung schon die Tugend der Zentralgewalt folgt. Jay kennt die Interessen der Seehandelsrepubliken und macht daraus ein Argument für Kraft, nicht für Eroberung; die Grenze ist dünn. Die Verfassungsgegner fürchteten genau diese Flotte und diesen Oberbefehl als Werkzeug gegen die Staaten. Ureinwohner und Versklavte fehlen; der Handel, den Jay schützen will, schließt sie ein, ohne sie zu nennen. Der Ton ist der des Diplomaten, der Märkte und Mündungen kennt, weniger feierlich als Nummer 2, handfester als Nummer 3. Innerhalb der Reihe liefert Jay die Geopolitik der Küste: wer sich teilt, lädt die Verachtung und den Zorn der anderen ein. Die Schlusswendung – wenn ein Volk oder eine Familie sich spaltet, schadet es sich selbst – ist Hausweisheit als Staatsraison.

Einordnung

Neben Alexander Hamiltons späterer Energie der Regierung und James Madisons Soziologie der Parteiung steht Nummer 4 als der handels- und flottenpolitische Baustein. Jay hat die Außenwelt der jungen Union vor Augen: Spanien am Mississippi, Großbritannien am Sankt Lorenz, der asiatische Handel ohne europäische Zölle. Wer die Federalist-Artikel als Ganze liest, trifft hier den Mann, der Verträge ausgehandelt hat und Krieg für vermeidbar hält, wenn man stark genug aussieht. Die Nummer 5 wird die Reihe der fremden Gefahren beschließen.

Geblieben ist der Satz, dass vorgetäuschte Kriegsgründe die schwachen Teilungen suchen. Wer über Abschreckung, über gemeinsame Verteidigung und über die Versuchung der Neutralität einzelner Gliedstaaten spricht, stößt auf Jays vierte Nummer. Die deutsche Ausgabe hat den nüchternen Atem bewahrt. Er ist älter geworden und in jedem Streit um Bündnisfähigkeit lesbar, der so tut, als wäre Friedfertigkeit schon Sicherheit.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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