Fräulein Else

Arthur Schnitzler · 1924 · Erzählung


Das Werk
Deutscher Titel: Fräulein Else
Autor(en): Arthur Schnitzler
Originaltitel: Fräulein Else
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1924
Schlagwörter: Erpressung, Körper, Sanatorium, Innerer Monolog
Sachgebiete: Erzählung
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fischer Taschenbuch


Umfang dieser Ausgabe: 110 Seiten
ISBN: 9783596901237
Verweise


Fräulein Else ist die Erzählung von Arthur Schnitzler, 1924 erschienen. Ein Mädchen im italienischen Sanatorium soll sich einem Kunsthändler nackt zeigen, damit der Vater vor dem Gefängnis gerettet wird. Wieder der innere Monolog, diesmal weiblich, jünger, enger: die Nacht, in der aus Bitte Erpressung und aus Scham ein Zusammenbruch wird.

Inhalt

Else ist neunzehn, bei der Tante im Hotel, der Onkel telegrafiert: der Vater braucht Geld, Herr von Dorsday, der das Mädchen kennt, könnte helfen. Dorsday stellt die Bedingung. Else läuft durch Gänge, redet mit sich, spielt Varianten – weigern, nachgeben, die Mutter, den Bruder, den Blick der Gesellschaft. Schnitzler gibt ihr keine Instanz, die erklärt. Der Leser hört nur sie, stundenlang, bis die Sprache selbst zu kippen beginnt.

Sie tritt in den Salon, den Mantel über nichts, und sinkt zusammen. Opium, Arzt, das Zimmer, Sätze, die nicht mehr halten. Der Vater ist nicht gerettet durch eine edle Tat, sondern durch eine Szene, die Else nicht überlebt, wie sie war. Ob sie stirbt oder nur wegtritt, lässt der Text in der Schwebe der letzten Wahrnehmungen. Die Erpressung bleibt stehen: der bürgerliche Name, der weibliche Körper als Währung, der Kunstfreund, der das als Ästhetik tarnt.

Gegen Leutnant Gustl ist die Enge größer. Gustl hatte die Stadt und den Kodex; Else hat das Hotel und die Familie, die sie verkauft, ohne es so zu nennen. Die Verwandten meinen Liebe und meinen Rettung; sie meinen das Mädchen als letzte Reserve. Schnitzler ist unerbittlich in den Kleinigkeiten: der Brief, die Tante, das Kleid, das nicht mehr sitzt. Wer eine erotische Pointe will, bekommt eine ökonomische. Wer nur das Nackte will, hat den Vater nicht gelesen, der spielsüchtig ist und die Tochter belastet.

Einordnung

Schnitzler hat 1924, nach dem Ende der Monarchie, denselben inneren Monolog auf ein bürgerliches Mädchen gelegt und gezeigt, dass die Ehre der Frauen eine andere Falle war als die der Leutnants. Die Erzählung steht neben der Traumnovelle als Wiener Seelenstück, kälter in der Ökonomie, ohne Maskenspiel. Verfilmungen haben den Stoff oft zum Skandal der Entblößung gemacht; das Buch ist die Stimme davor, die rechnet und sich auflöst. Fischer hält den Text. Wer Schnitzler nur aus Gustl kennt, trifft hier die Kehrseite derselben Technik: nicht die Kaste, die Familie als Gläubiger. Nach Fräulein Else ist der innere Monolog in der deutschen Prosa auch eine Form der Gewalt, die kein Erzähler mehr mildert.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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