Fräulein Julie
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Fräulein Julie |
| Autor(en): | August Strindberg |
| Originaltitel: | Fröken Julie |
| Originalsprache: | schwedisch |
| Erstveröffentlichung: | 1888 |
| Schlagwörter: | Mittsommer, Stand, Begehren, Naturalismus |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 93 Seiten |
| ISBN: | 9783150182666 |
| Verweise | |
Fräulein Julie (schwedisch Fröken Julie) ist das naturalistische Trauerspiel von August Strindberg, 1888 erschienen. In einer Mittsommernacht kehrt die Herrschaft im Küchenraum um; am Morgen ist sie nicht mehr herstellbar.
Inhalt
Der Graf ist fort, die Magd Kristin kocht, der Diener Jean putzt die Stiefel und redet von Paris. Fräulein Julie kommt aus dem Tanz der Dienstboten in die Küche, aufgedreht, ungeschützt, eine Herrin, die den Johannistag mit dem Gesinde feiert, als gälte der Stand für eine Nacht nicht. Sie lässt Jean trinken, tanzt mit ihm, fordert und demütigt in einem Zug. Strindberg setzt keinen Verführer gegen ein Opfer; er setzt zwei Willen gegeneinander, denen der Mittsommer die Hemmung nimmt. Das Hündchen, das Julie mit dem Stallknecht hat kreuzen lassen, ist das Vorspiel: Die Herrschaft hat die Grenze schon verletzt, bevor die Küche sie verschlingt.
Sie gehen in Jeans Kammer. Danach ist die Sprache eine andere. Jean, der eben noch der Diener war, rechnet, plant die Flucht ins Hotelgewerbe, verlangt Geld aus der Kassette des Grafen und spricht Julie als Frau an, die sich weggeworfen hat. Julie schwankt zwischen Ekel, Abhängigkeit und dem Wunsch, Jean möge sie führen. Kristin, fromm und nüchtern, sieht das Paar und den eigenen Anspruch auf Jean. Der Naturalismus Strindbergs zeigt keine reine Milieubestimmung; er zeigt, wie Klasse, Begehren und Alkohol in einer Küche dieselbe Nacht sind. Der Stiefel des Grafen, den Jean wieder zu putzen hat, holt die Hierarchie zurück, bevor der Graf selbst erscheint.
Der Morgen bringt den Glockenzug. Der Graf ruft, Jean zuckt in die Dienerhaltung, Julie hat keinen Ort mehr: nicht über Jean, nicht neben Kristin, nicht im Haus des Vaters. Jean gibt ihr das Rasiermesser und den Satz, sie wisse, was zu tun sei. Julie geht mit der Klinge. Ob sie in der Scheune endet, lässt die Bühne oft sehen; der Text lässt den Ausgang als letzte Folgerichtigkeit. Die Sonne steht über dem Mittsommer, der Graf klingelt, Jean macht sich fertig zum Dienst. Das Trauerspiel braucht keinen fünften Akt; es braucht den Tag, der die Nacht nicht gelten lässt.
Einordnung
Das Vorwort zur Erstausgabe ist ein Manifest des Naturalismus und oft grober als das Stück. Strindberg rechnet Julie als Produkt entgleister Erziehung, degenerierter Familie und eines Willens, der sich selbst hasst; die Bühne zeigt eine Nacht, in der der Diener die Sprache der Herrschaft stiehlt. Neben Woyzeck steht Fräulein Julie als Stück, in dem Stand und Begehren denselben Körper treffen – bei Büchner der Soldat, der ersticht, bei Strindberg die Herrin, die sich richtet. Das europäische Kammerspiel hat an diesem Einakter gelernt, dass eine Küche genug Welt ist. Wer nur den Geschlechterkampf liest, unterschlägt das Geld für die Fahrkarte; wer nur die Klasse liest, unterschlägt, dass Julie die Nacht selbst eröffnet hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
