Fremder in einer fremden Welt
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Fremder in einer fremden Welt |
| Autor(en): | Robert A. Heinlein |
| Originaltitel: | Stranger in a Strange Land |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1961 |
| Schlagwörter: | Mars, Religion, Freiheit, Verstehen |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Heyne
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| Umfang dieser Ausgabe: | 656 Seiten |
| ISBN: | 9783453525481 |
| Verweise | |
Fremder in einer fremden Welt ist der 1961 erschienene Zukunftsroman von Robert A. Heinlein, im Original Stranger in a Strange Land. Valentine Michael Smith, Mensch, von Marsianern aufgezogen, kommt auf die Erde und verändert sie, indem er ihre Sitten nicht teilt. Der Titel zitiert das zweite Buch Mose: Gast in fremdem Land. Die erste amerikanische Ausgabe kürzte etwa ein Viertel, vor allem erotische Stellen; 1991 erschien die ungekürzte Fassung aus dem Nachlass. Der Roman gewann den Hugo-Preis, wurde Kultbuch der amerikanischen Gegenkultur der sechziger Jahre und prägte das Wort grok, marsianisch für trinken, übertragen: etwas so gründlich verstehen, dass man damit eins wird. Die Library of Congress zählte ihn 2012 zu den Büchern, die die Vereinigten Staaten geformt haben.
Inhalt
Nach einer gescheiterten Marsexpedition findet die zweite den Nachkommen zweier Mitglieder: Valentine Michael Smith. Die Ältesten der Marsianer, Geistwesen, schicken ihn zur Erde. Die Weltregierung der Nachkriegsföderation hält ihn im Hospital fest: Er ist Erbe der Expedition und, nach einem Präzedenzfall, theoretisch Eigentümer des Mars. Die Krankenschwester Gillian Boardman schmuggelt sich zu ihm, gibt ihm Wasser – auf dem Mars ein Verbrüderungsritus – und wird seine erste Wasserbruderin. Der Reporter Ben Caxton wittert Betrug, wird entführt; Jill befreit Mike. Als Sicherheitsleute eine Waffe auf sie richten, lässt Mike die Männer »verschwinden«. Jill bringt ihn zu Jubal Harshaw, Arzt, Anwalt, Schriftsteller, Heinleins sarkastisches Alter Ego, der die Regierung in die Knie zwingt, indem er den Regierungschef zum Vertreter von Mikes Rechten macht.
Mike lernt Menschen, Gott, Geld, Scham. Kannibalismus unter Freunden ist für ihn Ehre; den Tod fürchtet er nicht, weil er das Weiterleben der Alten kennt. »Thou art God« übersetzt ungefähr, was auf dem Mars heißt, dass jeder, der gründlich versteht, göttlich ist. Mike küsst die Frauen in Jubals Haus, erkundet mit Jill die Sexualität, wird körperlich bestimmter. Mit Jill zieht er als Zaubernummer durch Zirkusse, scheitert, weil er nicht betrügt, gründet mit der tätowierten Patricia Paiwonski die Church of All Worlds: marsianische Sprache, Teilen der Körper im inneren Kreis, Show nach außen, Auswahl derer, die lernen können. Ben flieht, als man ihn in den letzten Kreis führen will, kehrt auf Jubals Zureden zurück. Die Kirche wird angezündet; Mike rettet die Seinen durch Versetzung.
Ein wütender Haufen der rivalisierenden Fosterite-Kirche, einer Megakirche aus Geld, Alkohol und erlaubter Lust, tötet Mike, der es zulässt. Letzte Worte an die Menge: Thou art God. Der innere Kreis speist vom Leib, wie auf dem Mars, und gründet ein neues Nest in Jubals Haus. Mike erscheint Jubal als Geistwesen und hält ihn vom Gift zurück. Heinlein lässt offen, ob die marsianischen Alten die Menschheit später auslöschen; sie sind langsam, die Kirche will die Welt durch Übung ändern, nicht durch Glauben. Jubal hat nicht immer recht, Mike nicht immer unrecht: Der Roman ist Streitgespräch in Handlung.
Einordnung
Heinlein hat sittsame Normen angreifen wollen und zehn Jahre gewartet, bis die Öffentlichkeit das Buch ertrug. Die Gegenkultur nahm freie Liebe, Nest und grok; 1968 entstand wirklich eine Church of All Worlds im neopaganen Spektrum. Zugleich trägt der Roman die Grenzen seines Autors: Frauen ordnen sich bereitwillig unter, eine Figur gibt Vergewaltigten eine Teilschuld, Mike nennt Homosexualität eine Falschheit. Wer nur die Befreiung liest, liest die Hälfte. Die gekürzte und die volle Fassung werden bis heute gegeneinander gehalten; die Kürzung machte das Buch verkäuflich, die Fülle macht es zu dem Text, den Heinlein schrieb.
Große Teile sind Jubals Reden: Freiheitsdenken, Misstrauen gegen Staat und Kirche, Pragmatismus. Mike hält dagegen das Marsianische, das nicht argumentiert, sondern übt. Neben den klassischen Zukunftsromanen von H. G. Wells und Aldous Huxley ist Fremder in einer fremden Welt das Buch, das Religion als Technik behandelt und Sexualität als Wasserteilen. Wer nach 1961 über die amerikanische Gegenkultur und den Mars als Spiegel der Erde spricht, spricht hinter Smith; wer ihn für einen bloßen Propheten der freien Liebe hält, hat den Mob, das Mahl und Jubals Giftflasche nicht gelesen. Heyne hält die ungekürzte Linie im Taschenbuch.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
