Generation X
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Generation X |
| Autor(en): | Douglas Coupland |
| Originaltitel: | Generation X: Tales for an Accelerated Culture |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1991 |
| Schlagwörter: | Palm Springs, Geschichten, Ausstieg, Jahrgang |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Goldmann
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| Umfang dieser Ausgabe: | 255 Seiten |
| ISBN: | 9783442414192 |
| Verweise | |
Generation X ist der 1991 erschienene erste Roman des Kanadiers Douglas Coupland, im Original mit dem Untertitel Tales for an Accelerated Culture, deutsch bei Goldmann als Generation X. Geschichten für eine immer schneller werdende Kultur. Drei überqualifizierte Endzwanziger erzählen einander in Palm Springs am Rand der kalifornischen Wüste Geschichten, statt Karriere zu machen. Coupland hat einer Alterskohorte den Namen gegeben, unter dem die nach den geburtenstarken Jahrgängen Geborenen in die Zeitungen kamen. Das Buch ist Roman, Glossar und Bilderstrecke: Randbemerkungen erklären die Sprüche einer Gegenwart, die zu schnell geworden ist, um noch an Aufstieg zu glauben. Es wurde ein Kultbuch und blieb schmaler als der Lärm um den Titel.
Inhalt
Andrew Palmer, genannt Andy, hat Japanisch studiert und arbeitet unterhalb dessen, wofür man ihn ausgebildet hat. Dagmar Bellinghausen, Dag, ist aus einem Büro geflohen, in dem er einem Vorgesetzten die Wut an den Kopf warf. Claire Baxter stammt aus reichem Haus und will davon nichts mehr. Die drei wohnen in Mietbungalows in Palm Springs, bestreiten den Unterhalt mit schlecht bezahlter Dienstleistungsarbeit – Coupland nennt das McJob und meint: wenig Ansehen, wenig Würde, keine Zukunft – und erzählen sich nach Feierabend Geschichten: aus dem eigenen Leben, Endzeitbilder, Wunschmärchen, Berichte, als wären sie dabei gewesen. Die Wüste ist Kulisse und Programm: Randlage, Hitze, die Stadt der Alten und der Hotels, in der die Jungen nichts zu suchen haben und trotzdem bleiben.
Andy erzählt, Dag erzählt, Claire erzählt. Die Geschichten sind witzig, hart, oft übertrieben und treffen doch die Langeweile einer Kohorte, der die Eltern Wohlstand und Fortschritt versprochen haben und die am Ende des Jahrhunderts Fatalismus übrig hat. Freunde und Geschwister tauchen auf, scheitern, machen weiter. Niemand gründet eine Firma, niemand zieht in den Krieg, niemand wird Hippie; das alte Gegenbild trägt nicht mehr, das neue ist noch keines. Stattdessen: Sonnenaufgänge, Billigjobs, die Angst vor der Atomwolke als Kindheitsrest, der Wunsch, unsichtbar zu bleiben, während die Werbung Sichtbarkeit verlangt. Coupland bricht die Seiten mit Definitionen, die wie Fußnoten einer aussterbenden Sprache sitzen.
Am Ende bleiben die drei beieinander, ohne dass daraus eine Lehre wird. Der Roman feiert den Ausstieg nicht und verurteilt ihn nicht. Er hält fest, wie es sich anfühlt, zu viel zu wissen, um die Mentalität der Eltern zu übernehmen, und zu wenig zu besitzen, um die der Reichen zu kopieren. Die Geschichten sind die Arbeit, die sie ernst nehmen. Wer sie für bloße Plauderei hält, verfehlt, dass Erzählen hier die einzige Form von Besitz ist, die nicht dem Markt gehört. Palm Springs bleibt stehen, die Kultur beschleunigt weiter, die drei sitzen am Rand und reden, als wäre Reden eine Art zu bleiben.
Einordnung
Coupland hat den Namen nicht erfunden, aber festgesetzt. Generation X war ein soziologisches Etikett und wurde durch dieses Buch ein literarisches. Die Nachwelt hat den Titel oft ohne den Text benutzt: für Werbung, für Jahrgangsdebatten, für alles, was nach den geburtenstarken Jahrgängen kam. Das Buch selbst ist leiser, komischer und genauer in den Stellen und den Wohnungen. Neben Christian Krachts späterem Faserland steht hier ein amerikanisch-kanadisches Gegenstück: Marken, Langeweile, Fahrt an den Rand, nur dass Coupland die Geschichten in den Mund der Figuren legt, statt nur die Oberfläche zu spiegeln.
Die Goldmann-Übersetzung von Harald Riemann hat den Band im deutschen Taschenbuch gehalten, als der Kult schon Geschichte war. Wer Coupland nur als Namensgeber kennt, findet ein schmales Erzählbuch, kein Manifest. Die Beschleunigung des Untertitels ist keine Theorie, sie ist der Takt, dem Andy, Dag und Claire sich entziehen, indem sie sich Geschichten schulden. Genau das hat gehalten: nicht der Jargon, der veraltet, sondern die Szene am Rand der Wüste, in der drei Leute reden, als hinge davon ab, ob der Tag eine Form bekommt. Der Rest der Kultur ist schneller geworden; das Buch ist geblieben, wo es saß.
Ideen
Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.
Generation (wichtig)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
