Gerade und Ungerade

Vjačeslav Vs. Ivanov · 1978 · Sachbuch, Kulturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Gerade und Ungerade
Autor(en): Vjačeslav Vs. Ivanov
Originaltitel: Čet i nečet. Asimmetrija mozga i znakovych sistem
Originalsprache: russisch
Erstveröffentlichung: 1978
Schlagwörter: Asymmetrie, Gehirn, Zeichen, Mythos
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Hanser


Umfang dieser Ausgabe: 267 Seiten
ISBN: 9783446135073
Verweise


Gerade und Ungerade. Die Asymmetrie des Gehirns und der Zeichensysteme ist das 1978 erschienene, 1983 deutsch bei Hanser herausgebrachte Buch von Vjačeslav Vs. Ivanov, in dem die Tartuer-Moskauer Semiotik das Gehirn, den Mythos und die binären Codes zusammenzieht. Gerade und ungerade, rechts und links, die Hemisphären: Kultur als Verarbeitung von Gegensätzen, die schon der Körper kennt. Das Buch ist Tartu an der weitesten Stelle, neben Lotmans Texten.

Inhalt

Ivanov liest binäre Oppositionen nicht nur als Mythenmaschine, sondern als Anschluss an die Asymmetrie der Hemisphären. Sprache, Ritus, die slavischen Altertümer, die er mit Toporov erforscht hatte, erscheinen als Zeichensysteme, die Ungeradheit organisieren. Wer nur Lévi-Strauss kennt, unterschlägt das Gehirn; wer nur die Neurolinguistik kennt, unterschlägt den Mythos. Die These ist kühn und hat die Schule an ihre Grenze geführt, wo Semiotik Naturwissenschaft werden will.

Das Buch bleibt essayistisch, gelehrt, in der deutschen Ausgabe ein Dokument der späten sowjetischen Semiotik, die Tartu und Moskau verband. Lotman hielt sich näher am Text; Ivanov greift ins Indogermanische und ins Organ. Die Kritik nannte Spekulation, Biologismus, die Gefahr, Kultur auf Hemisphären zu reduzieren. Geblieben ist der Impuls, Zeichensysteme nicht nur als Konvention zu denken.

Wer Ivanov nur als Mitverfasser der Thesen kennt, unterschlägt 1978. Wer Tartu nur als Literaturtheorie kennt, hat Gerade und Ungerade nicht gelesen.

Einordnung

Ivanov hat der Moskauer Seite Tartus das weite Feld gegeben: Mythos, Gehirn, die slavischen Codes. Neben Lotman und Uspenskij steht er als der Dritte, der Semiotik an den Körper band. Eco blieb höflicher gegenüber der Natur; dieser Band riskiert mehr. Wer die Tartuer Schule nur als Textstruktur kennt, hat die Asymmetrie nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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