Geschichten aus dem Wiener Wald
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Geschichten aus dem Wiener Wald |
| Autor(en): | Ödön von Horváth |
| Originaltitel: | Geschichten aus dem Wiener Wald |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1931 |
| Schlagwörter: | Volksstück, Wien, Kleinbürgertum, Gewalt |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 167 Seiten |
| ISBN: | 9783518188262 |
| Verweise | |
Geschichten aus dem Wiener Wald ist das Volksstück von Ödön von Horváth, 1931 am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt, im selben Jahr mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. Die Wachau klingt nach Geigen, und in der Stille stirbt ein Kind.
Inhalt
Marianne, Tochter des Zauberkönigs, der im Wiener Vorstadtgeschäft Spielsachen und Illusionen verkauft, soll den fleischigen Oskar heiraten, den Metzger von nebenan. Sie geht stattdessen mit Alfred, dem schönen Nichtstuer, der von der Großmutter und von Valerie, der älteren Hutmacherin, lebt. Die Heurigenmusik spielt, als wäre Gemütlichkeit eine Moral. Horváth gibt den Figuren die Redensarten der Mitte – Anstand, Aufstieg, ein bisschen Liebe –, und jede Redensart ist eine Falle. Der Wirt, der Rittmeister, Hierlinger Ferdinand, die Nachbarn: Niemand ist ein Ungeheuer, alle machen mit.
Marianne wird schwanger, Alfred langweilt sich, das Kind kommt. Die Idylle in der Wachau, zu der man ausfliegt, als wäre Wien geheilt, ist die Stelle, an der das Kind stirbt – nicht als lauter Mord, sondern als Vernachlässigung, Hitze, Gleichgültigkeit, dem Wunsch, es möge nicht stören. Alfred und die Großmutter haben es geschehen lassen; Marianne kommt zu spät. Horváth zeigt keine Bestie aus dem Volk, er zeigt die kleine Gewalt, die wie Wetter daherredet. Der Antisemitismus der Stammtische, die Verachtung der Schwachen, die Lust, zuzusehen, wenn jemand fällt: 1931 steht das schon da, zwei Jahre vor der Macht, die daraus Staat macht.
Am Ende nimmt Oskar Marianne zurück. Der Metzger hat gewonnen, die Ware ist beschädigt und trotzdem brauchbar, der Zauberkönig richtet das Geschäft, die Musik spielt. Es gibt keinen versöhnlichen Schluss, nur die Wiederherstellung der Ordnung, die das Kind gekostet hat. Marianne lebt, an Oskars Seite, in derselben Gasse. Wer hier das Wiener Lied sucht, hat das Kind in der Wachau nicht gesehen. Wer nur die Anklage des Kleinbürgers meint, unterschlägt, dass Horváth die Figuren nicht von außen richtet: Er kennt ihre Sätze, weil sie die Sätze der Mitte sind.
Einordnung
Horváth hat das Volksstück umgedreht: Die Gemütlichkeit ist die Täterin. Gegen Schnitzlers Traumnovelle, die der bürgerlichen Ehe die Nacht der Masken gibt, spielt dies am hellen Tag, vor Nachbarn, mit Heurigen. Neben Brechts Die Dreigroschenoper, die das Geschäft singen lässt, und der Mutter Courage und ihre Kinder, die den Krieg als Handel zeigt, bleibt der Wiener Wald das Stück, das den Frieden der Vorstadt als Handel mit Frauen und Kindern zeigt. Die Berliner Uraufführung unter Hilpert traf noch die Republik; nach 1933 war der Autor auf der Flucht. Wer nach 1931 die stille Gewalt der Anständigen auftreten lässt, spielt hinter diesem Volksstück.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
