Glennkill

Leonie Swann · 2005 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Glennkill
Autor(en): Leonie Swann
Originaltitel: Glennkill
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2005
Schlagwörter: Schafe, Irland, Mord, Witz
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Goldmann


Umfang dieser Ausgabe: 375 Seiten
ISBN: 9783442464159
Verweise


Glennkill ist der erste Roman von Leonie Swann, 2005 bei Goldmann erschienen, untertitelt als Schafskrimi. Ein irischer Schäfer liegt erstochen auf der Weide, und seine Herde beschließt, den Täter zu finden, weil sie Krimis vorgelesen bekommen hat. Swann erzählt aus den Köpfen der Schafe: Geruch, Gras, Herdenordnung, ein Denken, das menschliches Gerede wörtlich nimmt und gerade deshalb entlarvt. Der Band wurde ein unerwarteter Verkaufserfolg, hielt sich im Taschenbuch lange auf den vorderen Plätzen und ist in viele Sprachen gegangen. Er ist komisch, ohne die Toten zur Staffage zu machen; der Witz sitzt in der Wahrnehmung, nicht in der Verulkung des Dorfes.

Inhalt

George Glenn wird am Morgen mit einem Spaten in der Brust auf seiner Weide gefunden. Die Schafe, angeführt von Miss Maple, dem klügsten Tier der Herde, begreifen den Vorgang als das, was George ihnen aus Büchern vorgelesen hat: einen Mord. Sie suchen einen menschlichen Wolf. Verdächtig sind der Metzger Ham, der ihnen Angst macht, und der Pfarrer, den sie „Gott“ nennen, weil er die Leute in Gottes Haus ruft. Othello, der schwarze Widder mit vier Hörnern und Zirkusvergangenheit, Mopple the Whale, der nichts vergisst und alles frisst, der leitende Sir Richfield, ein wenig taub, und das mutige jüngere Schaf Zora bilden eine Ermittlungsgruppe, die riecht, belauscht und falsch versteht. Im Schäferwagen, so hören sie, geht es um „Gras“; die Weide ist voll davon, also muss das Wort etwas anderes meinen. Einbrecher, der Nachbarschäfer Gabriel und eine Frau im roten Kleid, die nach George duftet, verdichten den Verdacht, ohne ihn zu klären.

Die rote Frau ist Rebecca, Georges Tochter. Die Schafe schicken Maple, Othello und Mopple zu einem Gespräch mit der Nonne Beth, erfahren Bruchstücke aus sieben Jahren Dorfgeheimnis und verlieren den Faden, weil Mopple Geranien frisst. Auf der Weide erscheint Richfields verschollener Zwillingsbruder Melmoth und erzählt von einer älteren Leiche im Steinbruch, vom Metzger, von Kunden, die einen Toten im Wirtshaus gesehen haben wollen, und von einem Band, das George zur Sicherheit hinterlegt hat. Maple begreift, dass die Menschen diesmal nicht als Herde gehandelt haben. Die Schafe vertreiben Gabriel, indem sie die Krätzkrankheit spielen; im Testament fällt die Weide an Rebecca, das Geld an die Tiere. George hat Päckchen unter die Schafe gebunden, wenn die Weide wechselte: Er schmuggelte, was die Menschen Gras nennen. Rebecca zieht in den Wagen und liest den Tieren vor, wie Geister ihre Mörder verfolgen.

Maple erkennt Beths Angst vor dem Wagen und vor dem Essen auf der Weide. Beim Dorfwettbewerb der klügsten Schafe inszenieren sie ein Stück, das die Menschen nicht verstehen, bis Mopple ein Taschentuch verliert, das Beth George einst schenkte. Beth gesteht: George wollte sterben und kam, sich zu verabschieden; damit man ihn kirchlich begrabe, sollte es nach einem Mord aussehen, und der Spaten war seine Idee. Er hat sich selbst vergiftet. Die Schafe halten Selbsttötung für eine Dummheit, die ihrer Ordnung widerspricht, und beruhigen sich bei dem Satz, der Wolf sitze im Innern des Menschen. Der Fall ist gelöst, ohne dass eine Anklage folgt, die das Dorf tragen könnte. Die Herde bleibt auf der Weide, Rebecca liest weiter, und Maple hat bewiesen, dass Scharfsinn kein Menschending ist.

Einordnung

Swann hat den Dorfkrimi auf die falsche Gattung gelegt und ihn dadurch kenntlich gemacht. Wo der klassische englische Rätselkrimi vom Pfarrhaus und vom Gärtner lebt, leben diese Ermittler von Geruch und Fehlschluss; die Pointe ist, dass die Fehlschlüsse oft näher an der Wahrheit sind als die Reden im Wirtshaus. Die Sprache bleibt schlicht, dem Wahrnehmungskreis der Herde gemäß, und gerät dort zum Witz, wo Menschenworte wörtlich genommen werden. Kritiker warfen dem Buch vor, es habe keine Tiefe über den Einfall hinaus; die Leser haben den Einfall als Form erkannt. In der deutschsprachigen Unterhaltung der zweitausender Jahre steht Glennkill neben wenigen Debüts, die ein Muster so genau umdrehen, dass daraus kein bloßer Scherz wird.

Die Fortsetzung Garou führt die Herde nach Frankreich; eine weitere Folge ist um den Kinostart herum erschienen. Eine lange geplante Verfilmung als Trickfilm kam nicht zustande; 2026 kam eine Realverfilmung mit Hugh Jackman und Emma Thompson in die Kinos. Das Buch bleibt genauer als jede Besetzung, weil seine Hauptfiguren Schafe sind und bleiben müssen. Wer nach diesem Roman über erzählende Tiere spricht, findet darin keine Fabel mit Lehre, sondern einen Krimi, der die Herde ernst nimmt. Wer ihn für eine bloße Ulkgeschichte hält, hat Beths Geständnis nicht gelesen: Der Witz endet, wo der Schäfer sich den Tod als letzte Ordnung zurechtgelegt hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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