Gottes Werk und Teufels Beitrag
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Gottes Werk und Teufels Beitrag |
| Autor(en): | John Irving |
| Originaltitel: | The Cider House Rules |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1985 |
| Schlagwörter: | Waisenhaus, Abtreibung, Maine, Gewissen |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Diogenes
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| Umfang dieser Ausgabe: | 848 Seiten |
| ISBN: | 9783257218374 |
| Verweise | |
Gottes Werk und Teufels Beitrag ist der 1985 erschienene Roman von John Irving, im Original The Cider House Rules. Der deutsche Titel übersetzt die Unterscheidung, mit der der Arzt Wilbur Larch seine Arbeit im Waisenhaus Saint Cloud’s in Maine benennt: Geburten sind Gottes Werk, Abtreibungen der Beitrag des Teufels – wobei Larch selbst beide für dasselbe hält, nämlich für Hilfe an Frauen, denen das Gesetz die Wahl verweigert. Irving erzählt von den dreißiger bis in die fünfziger Jahre, von Äther, Äpfeln und der Frage, wer das Recht hat, über einen Leib zu entscheiden. Der Band ist länger und ruhiger als Irvings frühere Erfolge, aber nicht milder. Lasse Hallström hat ihn 1999 verfilmt; Irving schrieb das Drehbuch und erhielt dafür den Oscar.
Inhalt
Homer Wells wächst im Waisenhaus Saint Cloud’s auf, das Larch leitet, ein Gynäkologe, der nachts Äther atmet und den Waisen abends aus David Copperfield und Jane Eyre vorliest. Vier Adoptionen scheitern; Homer will bleiben. Larch bildet ihn zum Geburtshelfer aus, ohne dass Homer je eine Universität sieht: Er soll nützlich sein. Homer assistiert bei Entbindungen und weigert sich zunächst, Abtreibungen vorzunehmen, weil er das ungeborene Leben für unantastbar hält. Zwischen ihm und der gleichaltrigen Waise Melony entsteht eine lieblose, eifersüchtige Bindung; er verspricht, Saint Cloud’s nicht vor ihr zu verlassen. Larch, der als junger Arzt den Tod einer Frau nach einer Pfuscherabtreibung erlebt hat, hält Homers Gewissen für einen Luxus, den die Frauen in Maine sich nicht leisten können.
Der reiche Wally Worthington und seine schwangere Verlobte Candy Kendall kommen zur Abtreibung nach Saint Cloud’s. Homer fährt mit ihnen an die Küste, auf die Apfelplantage Ocean View, und bleibt. Er pflückt, flickt Maschinen und verliebt sich in Candy, hält aber Distanz, solange Wally lebt. Als Wally im Zweiten Weltkrieg als vermisst gilt, werden Homer und Candy ein Paar; sie bringt den Sohn Angel heimlich in Saint Cloud’s zur Welt und gibt ihn in Ocean View als adoptierte Waise aus. Wally kehrt gelähmt aus Burma zurück und heiratet Candy. Homer bleibt, führt mit ihnen die Plantage und verschweigt dem Sohn die Herkunft. Melony, die Homer jahrelang gesucht hat, erkennt in Angel sofort das Kind der beiden und wirft Homer vor, kein Held zu sein, sondern ein Mann, der sich vor der Wahrheit drückt.
Auf der Plantage arbeitet eine Gruppe Wanderarbeiter unter Mr. Rose; dessen Tochter Rose Rose wird von Angel geliebt und vom Vater missbraucht und schwanger. Larch, über neunzig, erstickt im Äther, nachdem er Homer längst eine falsche Identität als Arzt zurechtgelegt hat, damit Saint Cloud’s nicht in die Hände eines Kuratoriums fällt, das Abtreibungen unterbinden will. Homer, ohne Larch erreichbar, nimmt die Abtreibung an Rose Rose selbst vor – zum ersten Mal aus eigenem Entschluss. Rose ersticht den Vater und geht. Homer gesteht Wally und Angel die jahrelange Lüge, kehrt als vorgeblicher Doktor Fuzzy Stone nach Saint Cloud’s zurück und übernimmt beides: die Geburten und die Eingriffe, die das Gesetz verbietet. Die Regeln des Apfelhauses, die auf einem Zettel in der Kelterei hängen und die niemand der Arbeiter lesen kann, weil sie englisch geschrieben sind, stehen am Ende als Ironie über dem ganzen Buch: Regeln gelten für die, die sie aufsetzen, nicht für die, die unter ihnen leben.
Einordnung
Irving hat aus der amerikanischen Debatte um das Abtreibungsrecht keinen Lehrroman gemacht, sondern eine Erziehungserzählung, in der zwei Gewissen aneinandergeraten, ohne dass eines den Sieg davonträgt. Larch handelt gegen das Gesetz und für die Frauen; Homer handelt lange gegen Larch und für eine Idee vom Leben, bis eine einzelne Schwangere ihn zwingt, die Idee an einem Körper zu prüfen. Die viktorianischen Vorlesebücher sind kein Schmuck: Dickens und Brontë liefern dem Waisenhaus die Sprache für Herkunft, Schuld und das Recht, nicht das Kind seiner Eltern zu bleiben. Saint Cloud’s liegt absichtlich am Rand, in einer Gegend, die die große Politik nicht sieht; genau dort entscheidet sich, was in den Städten nur verhandelt wird.
Die Verfilmung hat die Geschichte gestrafft, Melony beschnitten und aus Homer einen Mann gemacht, der sich klarer entscheidet, als der Roman es zulässt. Irving, der das Drehbuch selbst schrieb, hat die Kürzung in Kauf genommen, damit die Frage im Kino überhaupt gestellt wird. In der deutschen Diogenes-Ausgabe von Thomas Lindquist bleibt der epische Atem: die Wiederholungen, die Listen, das Beharren auf Handgriffen und Äthergeruch. Nach Irving ist die Debatte um Wahl und Leib um eine Erziehungserzählung reicher, nicht um eine Lehre. Die Regeln hängen weiter im Apfelhaus; gelesen werden sie erst, wenn es zu spät ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
