Handbuch des nutzlosen Wissens

Hanswilhelm Haefs · 1989 · Sachbuch, Essay


Das Werk
Deutscher Titel: Handbuch des nutzlosen Wissens
Autor(en): Hanswilhelm Haefs


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1989
Schlagwörter: Kuriosum, Wissen, Zitat, Enzyklopädie
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 212 Seiten
ISBN: 9783423111386
Verweise


Handbuch des nutzlosen Wissens ist das 1989 bei dtv erschienene Sachbuch von Hanswilhelm Haefs. Der Publizist, Übersetzer und Ortsnamenforscher, später in der belgischen Eifel lebend, zieht Lesefrüchte aus dreißig Jahren in ein Taschenbuch: Zitate, Merkwürdigkeiten, Sätze, die wahr sind, sobald man die Definition dreht – dass alle Menschen im Durchschnitt weniger als zwei Augen haben, weil es Einäugige gibt. Der erste Band erreichte viele Auflagen; es folgten ein zweites, drittes, ein ultimatives Handbuch. Vor Schott und Ankowitsch hat Haefs dem Deutschen das nutzlose Wissen als Taschenbuchform gegeben.

Inhalt

Haefs schreibt gegen das Wissen, das nützen will. Nutzen ist die Kategorie der Broschüre, der Schule, der Politikdokumentation, die er selbst jahrzehntelang für das Archiv der Gegenwart redigiert hatte; hier darf der Satz nutzlos sein und gerade deshalb glänzen. Die Kapitel sind unordentlich auf Zweck, wie später die »sieben unordentlichen Apropos« des zweiten Bandes: Natur, Völker, Geschichte, Dichter, Recht, Personen, Geld. Eine jegliche Wahrheit hängt von ihren Definitionen ab – Haefs leiht sich den Gestus und spielt ihn durch. Ortsnamen, die er seit 1945 sammelt, sickern ein, ohne dass der Band zur Siedlungsgeschichte wird.

Die Sammlung ist älter als die Irrtumslexika und anders: sie berichtigt nicht, sie häuft. Gegenposition ist jedes Handbuch, das nützen will, und jede Enzyklopädie, die Vollständigkeit verspricht. Haefs bleibt Leser, der Zettel macht. Der Vorwurf, nutzloses Wissen sei die Ware derer, die schon nützliches haben, trifft die Gattung; er trifft auch den Reiz. Wer nur die Augen-Statistik sucht, findet sie und verfehlt die Stellen, an denen ein Ortsname oder ein Rechtssatz plötzlich eine Geschichte öffnet. Die Folgebände haben das Verfahren zur Reihe gemacht, bis das Ultimative 1998 die Fülle noch einmal zusammenzog.

Unsicher wird das Handbuch, wo die Pointe der Definition den Gegenstand aufbraucht. Nicht jeder Satz, der sich drehen lässt, trägt eine Erkenntnis; mancher trägt nur den Witz des Sammlers. Wer eine Methode sucht, findet Lesefrüchte. Wer nur den Witz will, unterschlägt, dass Haefs das Nützliche – Pakte, Chroniken, China-Berichte – dreißig Jahre lang geliefert hatte, bevor er das Nutzlose zwischen zwei Deckel nahm. dtv hat den Ton der Unterhaltungsreihe gehalten; der erste Band von 1989 bleibt der Anfang.

Einordnung

Haefs hat der deutschen Taschenbuchstrecke das nutzlose Wissen gegeben, bevor die neunziger Jahre es zur Konjunktur machten. Der Band steht neben dem Brockhaus-Kuriosum und neben Ankowitsch, der später denselben Dienst als Doktor maskierte, und er bleibt der stillere, gelehrtere Verwandte. Wer nach diesem Handbuch eine Tatsache hört, die niemandem hilft, hat ein Recht, sie trotzdem zu behalten. Atzerath in Belgien war der Ort der Zettel; München der des Taschenbuchs.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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