Heldenplatz
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Heldenplatz |
| Autor(en): | Thomas Bernhard |
| Originaltitel: | Heldenplatz |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1988 |
| Schlagwörter: | Wien, Antisemitismus, Burgtheater, Anschluss |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 205 Seiten |
| ISBN: | 9783518189245 |
| Verweise | |
Heldenplatz ist das Stück von Thomas Bernhard, 1988 am Wiener Burgtheater unter Claus Peymann uraufgeführt, fünfzig Jahre nach dem Anschluss. Ein jüdischer Professor hat sich vor Spielbeginn aus dem Fenster gestürzt; die Familie redet, und Wien redet durch sie weiter.
Inhalt
Professor Josef Schuster ist tot, bevor der Vorhang aufgeht. Er ist aus dem Oxforder Exil nach Wien zurückgekehrt, hat den Lehrstuhl wiedergenommen und hält den Lärm des Heldenplatzes von 1938 in der Wohnung für unerledigt: den Jubel, der Hitler empfing, die Nachbarn, die zusahen. Die Haushälterin Frau Zittel und das Dienstmädchen Herta richten die Hemden, die keiner mehr trägt, und wiederholen die Sätze des Toten, als wäre das Haus eine Maschine, die den Herrn weiter spricht. Bernhard gibt den Selbstmord nicht als Szene, sondern als Voraussetzung. Das Stück ist die Rede danach.
Im zweiten Teil sitzen die Hinterbliebenen im Volksgarten: die Töchter, der Bruder Robert, eine Welt, in der man Kaffee trinkt und Österreich für rettungslos erklärt. Robert, ebenfalls Professor, sagt die Sätze, die den Skandal machten: dass es in Wien jetzt mehr Nazis gebe als 1938, dass die Stadt stinke, dass man gehen müsse. Die Frauen widersprechen und bestätigen, oft in demselben Atem. Niemand widerlegt den Toten; niemand kann in der Wohnung bleiben, ohne ihn zu hören. Der Heldenplatz liegt unter den Fenstern, und der akustische Spuk – der Jubel, den Frau Schuster zu hören behauptet – ist weniger Geistergeschichte als Gedächtnis, das die Republik nicht abgestellt hat.
Im dritten Teil das Begräbnisessen in der Wohnung. Geschirr, Anzüge, die Frage, ob man nach Oxford zurück soll. Frau Schuster hört die Menge wieder, lauter, und bricht zusammen, während draußen derselbe Platz liegt, auf dem 1938 gejubelt wurde und 1988 Theater gespielt wird. Bernhard schreibt keine Verhandlung und keine Versöhnung. Die Sätze hetzen sich selbst, komisch und ohne Ausweg, und das Burgtheater, das sie aussprach, stand auf dem Boden derselben Stadt, die das Stück anklagt. Der Selbstmord ist die einzige Handlung, die das Stück nicht zeigt; alles andere ist Nachrede.
Einordnung
Heldenplatz hat die österreichische Öffentlichkeit 1988 so getroffen wie Holzfällen die Wiener Kunstgesellschaft: wieder ein Monolog der Abscheu, wieder eine Stadt, die sich im Text erkennt und klagen will. Peymanns Burgtheater-Inszenierung, Waldheims Wahl, das Gedenkjahr des Anschlusses – der Skandal war keine Zugabe, sondern der Beweis, den das Stück behauptet. Gegen die Prosa, die den Hass im Satz hält, ist dies das Theater, das denselben Satz dem Parkett entgegenschleudert. Wer nach Bernhard über Wien spricht, ohne diesen Platz, spricht hinter dem Fenster, aus dem Schuster fiel.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
