Ins Universum der technischen Bilder

Vilém Flusser · 1985 · Sachbuch, Medienwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Ins Universum der technischen Bilder
Autor(en): Vilém Flusser
Originaltitel: Ins Universum der technischen Bilder
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1985
Schlagwörter: Bild, Apparat, Einbildungskraft, Punkt
Sachgebiete: Sachbuch, Medienwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: European Photography


Umfang dieser Ausgabe: 180 Seiten
ISBN: 9783923283682
Verweise


Ins Universum der technischen Bilder ist der 1985 in Göttingen erschienene Essayband Vilém Flussers über die Lage nach der Fotografie: das Bild, das nicht mehr die Welt abbildet, sondern aus Punkten berechnet wird. Flusser beschreibt den Übergang von der Fläche der traditionellen Bilder zur Punktmenge der technischen, und von dort zur Einbildungskraft, die nicht mehr vorstellt, sondern kombiniert. Das Buch hat der Medienwissenschaft das Vokabular für das gegeben, was nach dem Apparat der Kamera kommt.

Inhalt

Flusser unterscheidet das traditionelle Bild, das die Welt bedeutet, vom technischen Bild, das Begriffe bedeutet, die ihrerseits die Welt bedeuten: eine Umwegigkeit, die den Menschen aus der unmittelbaren Anschauung in die Berechnung treibt. Der Fotograf von 1983, den Für eine Philosophie der Fotografie noch als Spieler am Apparat beschrieb, wird hier zum Vorläufer. Das Universum der technischen Bilder ist das Universum der Computer, der synthetischen Flächen, der Bilder, die keine Kamera mehr brauchen, weil sie aus Zahlen entstehen.

Die Geste, die bleibt, ist das Fingern: tippen, tasten, kombinieren. Flusser nennt das eine neue Einbildungskraft, nicht das Ende der Einbildung. Wer nur den Untergang der Schrift beklagt, hat die Pointe verfehlt; wer nur die Befreiung vom Lineartext feiert, unterschlägt, dass Programme Freiheit simulieren. Gegen Marshall McLuhans globale Wärme setzt Flusser die Kälte der Berechnung; gegen Friedrich Kittlers Hardware setzt er die Geste, die noch Spielraum meint, auch wo der Apparat das Programm vorgibt.

Der Ton ist spekulativ, in kurzen Sätzen, ohne Fußnotenapparat. Flusser denkt in Stufen – Bild, Schrift, technisches Bild –, die sich als Geschichtsphilosophie lesen lassen und als Warnung. Die Telematik, die er 1985 noch als Horizont beschreibt, ist seither Alltag geworden; die Begriffe haben das eingeholt, was sie vorhersahen, ohne darum wahrer zu klingen. Wer das Buch als Prophetie des Netzes liest, macht aus einem Essay eine Chronik. Wer es als Chronik liest, unterschlägt, dass Flusser eine Anthropologie der Finger schreibt, nicht eine Technikgeschichte der Chips.

Einordnung

Neben der Philosophie der Fotografie ist dies Flussers zweiter kanonischer Text der deutschsprachigen Medienwissenschaft: dort der Apparat, hier das Universum, das den Apparat verschluckt. Roland BarthesDie helle Kammer hält am Stich des Photos fest; Flusser lässt das Photo hinter sich, weil das technische Bild kein Index mehr sein muss. Kittlers Aufschreibesysteme enden am Grammophon; Flusser beginnt, wo die Fläche berechnet wird. Die Wirkung liegt in der Kunsthochschule und in der Medientheorie, weniger in der Philologie. Wer nach 1985 über synthetische Bilder spricht, ohne Einbildungskraft, spricht hinter diesem Band – oder hat nur den Jargon der Punkte behalten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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