Karlsson vom Dach
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Karlsson vom Dach |
| Autor(en): | Astrid Lindgren |
| Originaltitel: | Lillebror och Karlsson på taket |
| Originalsprache: | schwedisch |
| Erstveröffentlichung: | 1955 |
| Schlagwörter: | Stockholm, Dach, Freundschaft, Einbildung |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Oetinger
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| Umfang dieser Ausgabe: | 400 Seiten |
| ISBN: | 9783789141027 |
| Verweise | |
Karlsson vom Dach ist der Name dreier Kinderbücher von Astrid Lindgren, deren erster Band 1955 in Schweden als Lillebror och Karlsson på taket erschien. Deutsch liegen sie bei Oetinger in der Übertragung von Thyra Dohrenburg vor, gezeichnet von Ilon Wikland; die Gesamtausgabe versammelt Karlsson vom Dach, Karlsson fliegt wieder und Der beste Karlsson der Welt. Ein kleiner Junge in einer Stockholmer Wohnung bekommt Besuch von einem dicken Mann mit Propeller auf dem Rücken, der behauptet, er sei der Beste der Welt. Lindgren hat daraus kein Märchen über ein unsichtbares Wesen gemacht, sondern eine Geschichte über Einsamkeit, die sich einen Gefährten erfindet – oder findet, das lässt sie offen. Die drei Bände halten diese Schwebe, während Karlsson nascht, prahlt und den Haushalt durcheinanderbringt.
Inhalt
Lillebror, eigentlich ein Junge mit älterem Bruder und älterer Schwester, wohnt mit den Eltern in einer Wohnung, deren Dach Karlsson für sich beansprucht. Karlsson ist klein, rund, selbstgewiss und fliegt, indem er einen Knopf am Bauch drückt; er isst Fleischbällchen, klemmt sich an den Kuchen und erklärt jeden Streich zur Weltklasse. Die Eltern halten Karlsson für ein Hirngespinst, die Geschwister necken Lillebror, und nur das Kind sieht den Mann auf dem Dach. Lindgren erzählt das nicht als Witz gegen die Erwachsenen, sondern als Alltag: Lillebror ist zu klein für die Welt der Großen und zu groß für das bloße Spiel, und genau in diese Lücke setzt sich der Dicke mit dem Motor. Die beiden werden Freunde, obwohl Karlsson kein Freund im bürgerlichen Sinn ist – er tröstet, indem er sich selbst feiert, und bleibt, wenn die Eltern ausgehen.
Im zweiten Band, Karlsson fliegt wieder, ist die Freundschaft schon eine Einrichtung, die den Haushalt kennt. Karlsson foppt die Haushälterin, mischt sich in Lillebrors Schuldinge und sorgt dafür, dass aus einem ruhigen Abend ein Aufruhr wird. Die Erwachsenen suchen Erklärungen: Einbildung, Ungezogenheit, ein Junge, der zu viel allein ist. Lillebror hält an Karlsson fest, weil das Dach eine Wirklichkeit hat, die die Wohnung nicht bietet. Lindgren lässt Szenen entstehen, in denen Karlssons Egoismus grell wird – er nimmt, was er will, und nennt es Großzügigkeit –, und Szenen, in denen derselbe Egoismus das Kind vor der Langeweile rettet. Der Propeller ist Technik und Wunder zugleich; man kann ihn als Spielzeug lesen oder als das einzige Fahrzeug, das aus einer Stockholmer Straße hinausführt, ohne dass jemand Fahrgeld verlangt.
Der beste Karlsson der Welt treibt die Figur an den Rand der Unerträglichkeit und holt sie zurück. Karlsson will bewundert werden, gerät mit Nachbarn aneinander, spielt den Kranken, den Helden, den Beleidigten. Lillebror lernt, dass Freundschaft mit einem Prahlhans Arbeit ist: Man muss widersprechen, ohne den anderen zu verlieren. Am Ende der drei Bücher ist Karlsson weder entzaubert noch als bloße Einbildung entlarvt; er bleibt auf dem Dach, und Lillebror bleibt der Junge, der ihn kennt. Lindgren hat den Schluss nicht zur Moral gemacht. Wer den Propeller braucht, darf ihn haben; wer nur den Unfug sieht, hat den Jungen in der Wohnung nicht angesehen, der ohne den Dicken zu klein wäre für das, was die Familie von ihm erwartet.
Einordnung
Lindgren hat mit Karlsson eine Gegenfigur zu Pippi geschrieben: nicht das starke Mädchen auf der Villa, sondern der unmögliche Mann auf dem Dach, gesehen von einem Kind, das niemand für voll nimmt. Die Stockholmer Wohnung ist keine Idylle; sie ist eng, und genau deshalb muss der Freund von oben kommen. Ilon Wiklands Bilder haben den runden Bauch und den Motor festgesetzt, der Text bleibt schärfer als die spätere Weichzeichnung: Karlsson ist komisch und rücksichtslos, Lillebror ist bedürftig, ohne bemitleidenswert zu sein. In der Reihe von Lindgrens Kinderbüchern steht der Stoff zwischen den Höfen in Småland und den ernsteren Büchern der siebziger Jahre; er gehört in die Stadt, zu den Geschwistern, zur Frage, ob man einem Kind seine unsichtbaren Gefährten lassen soll.
Die sowjetische Zeichentrickfassung hat Karlsson in Osteuropa berühmt gemacht, oft unabhängig vom schwedischen Text; in Deutschland halten sich Buch und Hörspiel die Waage. Gegen Michel aus Lönneberga, dessen Streiche auf einem Hof geschehen, den alle sehen, bleibt Karlsson eine Behauptung zu zweit. Die Figur ist komisch und bleibt ein Test, wie viel Unfug ein Kind darf, bevor die Wohnung ihn nicht mehr trägt. Wer nach 1955 über Kinderfreundschaften spricht, die die Erwachsenen nicht teilen, spricht hinter diesem Buch; wer es für eine bloße Ulkfigur mit Propeller hält, hat Lillebrors Langeweile nicht mitgelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
