Katechismus der katholischen Kirche
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Katechismus der katholischen Kirche |
| Autor(en): | Kongregation für die Glaubenslehre |
| Originaltitel: | Catéchisme de l'Église catholique |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1992 |
| Schlagwörter: | Glaube, Sakramente, Gebote, Gebet |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Theologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | de Gruyter
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 816 Seiten |
| ISBN: | 9783110723038 |
| Verweise | |
Der Katechismus der katholischen Kirche ist das 1992 zuerst französisch erschienene Handbuch der Unterweisung in den Grundfragen des römisch-katholischen Glaubens. Papst Johannes Paul II. hatte 1986 eine Kommission aus Kardinälen und Bischöfen unter Vorsitz von Joseph Ratzinger berufen; Sekretär war Christoph Schönborn. Die Veröffentlichung ordnete die apostolische Konstitution Fidei depositum am 11. Oktober 1992 an, authentische Vorlage aller Landessprachen wurde 1997 die lateinische Ausgabe. Der Text ist Darstellung und Nachschlagewerk zugleich: durchlaufend nummerierte Absätze, Kurztexte am Kapitelende, Verweise auf Bibel und Tradition. Er will örtliche Katechismen nicht ersetzen, sondern als verbindlicher Bezugspunkt der Weltkirche stützen, und er steht in der Linie des Catechismus Romanus von 1566, gegen den sich die reformatorischen Katechismen Luthers und Canisius’ bereits im sechzehnten Jahrhundert gestellt hatten.
Inhalt
Das Buch ist gegen die Zersplitterung der Unterweisung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil geschrieben. Die Bischofssynode von 1985 hatte einen Weltkatechismus gewünscht; die Kommission sollte die Glaubens- und Sittenlehre organisch, knapp und vollständig im Licht des Konzils und in Kontinuität zur Überlieferung darlegen. Adressaten sind zuerst die Bischöfe als Lehrer des Glaubens, dann Verfasser örtlicher Katechismen, Katecheten und Gläubige. Die Gliederung folgt nicht der Systematik der Universitätsdogmatik, sondern dem alten Vierklang: Glaubensbekenntnis, Sakramente, Leben in Christus, Gebet. Damit ist der Katechismus weniger eine Abhandlung als eine Ordnung des Vollzugs: was die Kirche glaubt, feiert, tut und betet.
Der erste Teil entfaltet Offenbarung, Schrift, Tradition und das apostolische Glaubensbekenntnis. Der zweite gilt der Liturgie als Grundvollzug und den sieben Sakramenten: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe. Der dritte Teil behandelt Freiheit, Gewissen, Tugend, Sünde, Gnade und die katholische Soziallehre entlang der Zehn Gebote. Der vierte legt Bedeutung und Formen des Gebets dar und liest das Vaterunser als Zusammenfassung des Evangeliums. Papst Franziskus hat 2018 die generelle Ablehnung der Todesstrafe im Text verankert; 2005 war bereits ein Kompendium in Frage und Antwort erschienen, der sogenannte Volkskatechismus. Die Sprache ist lehramtlich, nicht erzählend; sie sammelt Schriftstellen und Konzilstexte als Belege einer als einheitlich behaupteten Lehre.
Die Kritik setzt genau dort an, wo der Katechismus Einheitlichkeit behauptet. Hansjürgen Verweyen und Ulrich Ruh haben bemängelt, die Zielgruppe sei unklar, das Selbstverständnis ungeschichtlich, die Theologie in wesentlichen Punkten hinter das Zweite Vatikanum zurückgefallen. Die Offenbarung erscheine wieder als Schatz für wahr zu haltender Sätze, legitimiert durch Wunder, nicht als christologische und ganzheitliche Zuwendung, wie sie die Konstitution Dei Verbum gefasst habe. Biblische Verfasser würden zu Lieferanten von Belegstellen, die geistliche Schriftauslegung historisiere gegen den Text. Schrift und Tradition gerieten erneut in ein Übergewicht der kirchlichen Autorität. Der Katechismus selbst räumt ein, dass er örtliche Katechismen nicht ersetzen soll; genau diese Spannung zwischen Weltformel und Ort bleibt ungelöst.
Einordnung
Seit dem Catechismus Romanus hatte keine römische Gesamtdarstellung vergleichbaren Rang beansprucht. Der Katechismus der neunziger Jahre ist Kind des Konzilsjubiläums und der Restauration zugleich: Er zitiert das Zweite Vatikanum und rückt doch, so die theologische Kritik, hinter dessen Offenbarungsverständnis zurück. In den Gemeinden diente er als Lesebuch und Nachschlagewerk, in der Ausbildung als Bezugstext, in der Ökumene als klare Kante. Das Kompendium und der Jugendkatechismus Youcat haben ihn popularisiert, ohne die Schwere des Haupttexts aufzuheben.
Die Nachbarschaft sind Luthers Kleiner Katechismus, der Erwachsenenkatechismus der deutschen Bischofskonferenz und die ignatianische Unterscheidung der Geister in den Geistlichen Übungen, die den Glauben als Übung, nicht als Lehrstück fassen. Wer den Weltkatechismus nur als Machtwort liest, übersieht die pastorale Absicht, eine zersplitterte Unterweisung zu binden. Wer ihn nur als Pastoral liest, übersieht den lehramtlichen Anspruch, authentische Lehre der ganzen Kirche zu sein. Geblieben ist ein Buch, das die katholische Lehre nach 1985 in einem Band zusammenzieht – und der Streit, ob diese Zusammenfassung heilt oder ein Symptom ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
