Klingsors letzter Sommer
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Klingsors letzter Sommer |
| Autor(en): | Hermann Hesse |
| Originaltitel: | Klingsors letzter Sommer |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1920 |
| Schlagwörter: | Maler, Tessin, Rausch, Tod |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 112 Seiten |
| ISBN: | 9783518376959 |
| Verweise | |
Klingsors letzter Sommer ist die Erzählung von Hermann Hesse, im Sommer 1919 im Tessin geschrieben und 1920 erschienen. Eine Vorbemerkung gibt sich als Nachruf: Der Maler Klingsor sei mit zweiundvierzig tot, Selbstmord unwahrscheinlich, eher der Wein, mit dem er Schmerzen und Schwermut betäubte. Was folgt, ist der letzte Sommer dieses Mannes, in Landschaften um Laguno, Kareno und Pampambio, hinter denen Lugano, Carona und das Sottoceneri stehen. Hesse hatte die Casa Camuzzi in Montagnola bezogen, die Ehe lag in Trümmern, die Söhne waren in Pflege; er malte und schrieb in einer Glut, die er später die vollste Zeit seines Lebens nannte. Die Erzählung ist das Denkmal dieser Monate, expressionistisch in den Farben, autobiographisch in den Figuren, ohne sie zu protokollieren.
Inhalt
Klingsor malt rastlos, in grellem Rot und Grün, Villen, Brücken, Schornsteine, die Landschaft als Flamme. Die Nächte verbringt er in Grotti beim Wein, in kurzen Liebesaffären, im Schlaf, den er sich kaum gönnt, weil die Tage wie brennende Fahnen wegfliegen. Der Malerkollege Louis der Grausame kommt, redet von Schnitzel und Benediktiner, hält die Schwermut des Freundes nicht aus und reist wieder. Klingsor weiß, dass er lieben kann als Begehren und als Echo, nicht als Bindung; er schreibt es an eine Edith. Die Kunst bricht in diesem Sommer wie eine Explosion aus ihm, und er spürt, dass die Kraft mit dem Leben verbraucht wird, das sie speist.
Ein Ausflug nach Kareno mit der Sängerin Ersilia und dem Dichter Hermann wird zum Fest und zum Abschied. Klingsor sieht eine Bäuerin, die ihm Mutter, Kind, Geliebte und Madonna zugleich ist; im Dorf begegnet er der »Königin der Gebirge«, jung, in Rot, Amazone, und will nicht sie nach der Natur malen, sondern den Strahl, den sie in ihm auslöst. Der Abend in einer Grotto, Brot und Wein, Goethe und Hafis im Gespräch der Betrunkenen, ist ein letztes Abendmahl, das niemand so nennt. Ein armenischer Sterndeuter sagt Klingsor den Untergang voraus und den Aufstieg Asiens; Klingsor will dreihundert Becher im brennenden Haus leeren und mit dem Mond anstoßen. Der Sterndeuter warnt den Sänger des Untergangs, innehalten; Klingsor hält nicht inne.
In den letzten Tagen malt er ein Selbstbildnis, untypisch abstrakt, ein Gesicht wie eine Landschaft, viele Gesichter in einem: Kind, Wüstling, Leidender, verlorenes Kind. Manche werden es als schonungslose Analyse lesen, andere als Wahnsinn. Er schließt das Bild ein, zeigt es niemandem. Dann wäscht er sich, rasiert sich, legt neue Kleider an, fährt zur Stadt und kauft Obst und Zigaretten für Gina. Der letzte Satz der Erzählung ist dieser Gang. Der Tod im Spätherbst steht nur in der Vorbemerkung. Das Leben, das noch bleibt, wird als Geschenk ausgegeben, nicht als Bilanz.
Einordnung
Hesse hat Klingsor nach dem Magier aus dem Parzival genannt und sich selbst als Dichterfreund Hermann, als Thu Fu, in die Runde gesetzt. Louis trägt die Züge des Malers Louis Moilliet, die Königin der Gebirge die der jüngeren Ruth Wenger, die Hesse später heiratete. Wer die Erzählung nur als Schlüssel sucht, verfehlt die Farben, in denen Rot den Tod leugnet und Zinnober die Verwesung verhöhnt. Nach Demian und vor Siddhartha und Der Steppenwolf ist Klingsors letzter Sommer das Stück, in dem der Krieg nicht als Stoff, sondern als verbrauchtes Europa vorkommt: der sterbende Europamensch, ausgehöhlt, zu jedem Fortschritt bereit, zu jedem Rückschritt reif.
Die Form – Rahmen, Briefe, Gedicht, personaler Blick – hält die Legende auf Abstand und lässt sie doch brennen. Gegenüber dem späteren, gelasseneren Hesse der Weisheitsbücher bleibt Klingsor der Mann, der die Kerze an beiden Enden anzündet. Suhrkamp führt den schmalen Band als Erzählung, nicht als Roman, und das ist ehrlich: Es ist ein Sommer, kein Leben. Wer Hesse nur als Erbauung kennt, trifft hier den Rausch, der keine Lehre hinterlässt außer der, dass gemalt werden muss, solange der Tag noch eine letzte Viertelstunde hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
