Lila, Lila

Martin Suter · 2004 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Lila, Lila
Autor(en): Martin Suter
Originaltitel: Lila, Lila
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2004
Schlagwörter: Plagiat, Liebe, Literaturbetrieb, Erpressung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Diogenes


Umfang dieser Ausgabe: 345 Seiten
ISBN: 9783257234695
Verweise


Lila, Lila ist ein Roman von Martin Suter, 2004 bei Diogenes erschienen. Ein Kellner findet im Nachttisch vom Trödel ein Manuskript, gibt es als eigenes aus, gewinnt damit eine Frau und gerät an den Mann, der das Buch geschrieben haben will. Suter hat Liebesgeschichte, Betrug, Literaturbetrieb und Erpressung in einem Band verschränkt, manchmal dichter, als die Konstruktion trägt. 2009 kam die Verfilmung von Alain Gsponer mit Daniel Brühl, Hannah Herzsprung und Henry Hübchen. Der Titel ist der des gefundenen Romans und der Farbe, in der sich die Lüge hält.

Inhalt

David Kern, dreiundzwanzig, kellnert in einer Szenebar und hat bei Frauen kein Glück. Marie jobbt dort, holt das Abitur nach, will Literatur studieren und beachtet die gewitzten Stammgäste mehr als ihn. David findet in einem gebrauchten Nachttisch das Typoskript von der unglücklichen Liebe zwischen Peter Landwei und Sophie, scannt es und legt es Marie als eigene Arbeit vor. Sie liest, liebt ihn dafür, schickt den Text heimlich an einen Frankfurter Verlag. Der Verlag will drucken. David wird Autor, fährt zu Lesungen, verhaspelt sich, weil er fürchtet, entlarvt zu werden. Marie glaubt an ihn; er glaubt an die Lüge, die sie zusammenhält.

Bei einer Signierstunde steht der mittellose Jacky Stocker vor ihm und bittet um eine Widmung für Alfred Duster, den wahren Verfasser, als den er sich ausgibt. David kauft sein Schweigen mit einer Gewinnbeteiligung. Jacky nistet sich ein, gibt sich auf der Buchmesse als Agent aus, verhandelt über das nächste Buch, das es nicht gibt. Marie hasst ihn, David kann ihn nicht abschütteln. Der Streit um Jacky entfernt das Paar; David hält den Druck nicht aus und beschließt, Jacky zu töten. Jacky stürzt vorher vom Balkon des Hotels, schwer verletzt. Auf dem Sterbebett gesteht er: Er ist nicht der Autor, nur Jugendfreund von Peter Weiland, der unter dem Namen Alfred Duster als Peter Landwei die eigene unglückliche Liebe aufgeschrieben hat. Der Nachttisch hatte einen wirklichen Verfasser, Jacky nur die Chuzpe.

Marie entfernt sich weiter. Ihre Geschichte endet ähnlich unglücklich wie die von Peter und Sophie. David beginnt ein eigenes Buch, das denselben ersten Satz trägt wie Lila, Lila: Dies sei die Geschichte von David und Marie, und möge sie nicht traurig enden. Suter hat auf seiner Webseite in Fortsetzungen weitererzählt, ob die beiden wieder zusammenfinden; der Roman selbst schließt mit dem Entschluss, diesmal selbst zu schreiben. Der Literaturbetrieb – Agent, Messe, Lesung, die Frau, die an den Text glaubt – erscheint als Maschine, die Herkunft schluckt, solange das Manuskript trägt. David ist kein Bösewicht aus Berechnung. Er ist ein Kellner, der geliebt werden wollte und den Preis nicht überblickt hat.

Einordnung

Suter hält die Balance zwischen Spannungsroman und Liebesgeschichte, die seine Leser kennen; die Fülle der Motive – Betrug, Erpressung, Abrechnung mit dem Betrieb – haben manche als zu viel für die Geschlossenheit getadelt. Der Spiegel lobte das Niveau der Unterhaltung. Lila, Lila ist auch ein Buch über Autorschaft: Wem gehört ein Satz, wenn ihn niemand mehr dem Nachttisch zuordnet? Jacky handelt mit einer Wahrheit, die selbst geliehen ist; David stiehlt und lernt am Ende, dass Stehlen nicht das Schreiben ersetzt. Gegenüber Der Koch ist die Welt kleiner, zürcherisch und frankfurterisch, ohne Bürgerkrieg, mit einer anderen Art von Schuld.

Gsponers Film hat Brühl als David und Hübchen als Jacky; das Kino braucht das Gesicht des Betrugs, das Buch die Angst vor der nächsten Lesung. Wer nach 2004 über Plagiat als Liebesmittel spricht, spricht hinter David Kern; wer das Buch für eine bloße Posse über den Literaturbetrieb hält, hat Maries Glauben und den sterbenden Jacky nicht gelesen. Diogenes hält den Band im Taschenbuch. Der letzte Satz ist ein Wunsch an Gott und ein Diebstahl am ersten Satz des gefundenen Buches: Genau so fängt Suters Roman die Falle wieder auf.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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