Männer in der Sonne

Ghassan Kanafani · 1962 · Novelle


Das Werk
Deutscher Titel: Männer in der Sonne
Autor(en): Ghassan Kanafani
Originaltitel: رجال في الشمس
Originalsprache: arabisch
Erstveröffentlichung: 1962
Schlagwörter: Palästina, Kuwait, Tankwagen, Exil
Sachgebiete: Novelle
Greifbare Ausgabe
Verlag: Lenos


Umfang dieser Ausgabe: 96 Seiten
ISBN: 9783857871528
Verweise


Männer in der Sonne ist die 1962 erschienene Novelle von Ghassan Kanafani, im Arabischen Ridschal fi asch-schams. Drei Palästinenser lassen sich im Tank eines Lastwagens über die irakisch-kuwaitische Grenze schmuggeln; der Fahrer verzögert sich bei den Zöllnern, die Männer ersticken in der Hitze. Am Ende schreit die Frage, warum sie nicht an die Wände geschlagen haben. Die deutsche Übersetzung von Hartmut Fähndrich erschien bei Lenos. Kanafani, 1936 in Akka geboren, 1972 in Beirut von einem Autobombenanschlag getötet, hat das palästinensische Exil in diese eine Fahrt gepresst.

Inhalt

Abu Qais, alt, will nach dem Verlust des Olivenlands in Kuwait die Familie ernähren. Assad, jünger, politisch gebrannt, sucht denselben Weg. Marwan, fast noch ein Junge, soll den Vater ersetzen, der eine zweite Frau genommen hat. Abul Khaizuran, der Fahrer, selbst entmannt von einer Mine des Krieges von 1948, kennt die Route und nimmt das Geld. In Basra warten sie, handeln, steigen in den leeren Wassertank. Die Sonne macht das Metall zum Ofen.

An der Grenze reden die Zöllner zu lange, Witze, eine Unterschrift. Im Tank wird die Luft zur Zeit. Kanafani wechselt die Erinnerungen: das Dorf, die Frau, die Mutter, der Fluss, der nicht mehr der eigene ist. Der Fahrer kommt zurück, öffnet, findet die Toten, wirft sie auf die Müllhalde, nimmt die Uhren. Dann die Frage, die das Buch beschließt: Warum habt ihr nicht geklopft?

Die Novelle ist kurz und ohne Trost. Die Sonne ist das Klima und das Gleichnis einer Politik, die die Flüchtlinge als Masse behandelt, die still zu bleiben hat. Wer nur die Anklage Israels sucht, unterschlägt den Fahrer und die Zöllner der arabischen Staaten. Wer nur das Klopfen als Moral sucht, unterschlägt die Hitze, in der Klopfen vielleicht nichts mehr half. Kanafani lässt beides stehen.

Einordnung

Kanafani hat der palästinensischen Prosa die Novelle gegeben, die das Exil als erstickende Fahrt erzählt, nicht als Rede. Neben Mahmud Darwischs Vers steht diese Prosa als das härtere Schweigen der drei Toten. Wer nach 1962 über palästinensische Flucht, Kuwait und die Grenzen der arabischen Brüder spricht, spricht hinter dem Tank. Der Film Al-Makhdu'un hat den Stoff sichtbar gemacht; die Frage am Ende bleibt ungespielt lauter.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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