Mein Land und mein Volk

Lin Yutang · 1935 · Sachbuch, Kulturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Mein Land und mein Volk
Autor(en): Lin Yutang
Originaltitel: My Country and My People
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1935
Schlagwörter: Vermittlung, Alltag, Humor, China
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Drachenhaus-Verl.


Umfang dieser Ausgabe: 453 Seiten
ISBN: 9783943314120
Verweise


Mein Land und mein Volk (englisch My Country and My People) erschien 1935 in New York, mit einem Vorwort von Pearl S. Buck. Lin Yutang erklärt China dem Westen als Alltag, Humor, Familienvernunft: gegen das »Gelbe«, das die Zeitungen füllte, und gegen die Revolution, die er nicht leugnet, aber nicht zum Wesen macht. Das Buch hat der chinesischen Moderne die Vermittlung gegeben – und den Verdacht, Vermittlung sei Beschönigung.

Inhalt

Lin, aus Fujian, christlich gebildet, auf Englisch schreibend, führt durch Frau und Kind, durch das Gesicht, den Sinn für das Diesseits, die Kunst, nicht zu eifern. Gegen Lu Xuns Tagebuch eines Verrückten, das in der Tradition den Kannibalismus liest, setzt er die Behauptung, dass dasselbe Volk lebt, lacht und aushält. Gegen Edgar Snows Roter Stern über China, das Yan’an als Zukunft berichtet, setzt er das Haus. Die Revolution kommt vor, als Lärm am Rand einer älteren Lebensform, nicht als Ursprung. Das Buch wurde ein Verkaufserfolg und hat Generationen von amerikanischen Lesern ein liebenswertes China gegeben, das 1937, zwei Jahre nach Erscheinen, schon unter japanischen Bomben stand. Die Kapitel über die Frau sind konservativer, als der Humor tut: Vermittlung heißt hier auch, ein Geschlecht zu erklären, ohne es zu befreien.

Die englische Sprache formt China als Exportware, und Lin ironisiert den Westen ebenso wie das Eigene: den Missionar, den Geschäftsmann, den Leser, der Exotik will. Genau darin liegt die Stärke und die Grenze. John King Fairbanks The United States and China hat denselben transpazifischen Blick härter, als Macht und Missverständnis. Frank Dikötters Maos Großer Hunger zählt später Tote, die Lins Gentleman von 1935 nicht rechnet. Lin blieb im Ausland; das ehrt die Vermittlung und belastet sie. Er erzählt China als Charakter, nicht als Suche nach einem Staat. Jonathan Spence wird dasselbe Land als Abfolge von Suchen schreiben; Lin schreibt es als Temperament.

Die Nachwelt in der Volksrepublik hat ihn lange für unzuständig gehalten: zu humorvoll, zu auslandsdeutsch, zu wenig Kampf. Die Wiederkehr ehrt den Essayisten, ohne Lu Xun zu ersetzen. Das Buch bleibt die Vermittlung in einer Reihe, die sonst schreit, programmiert, reportiert und zählt. Der Verdacht der Beschönigung gehört zur Wirkung; er streicht den Band nicht, er hält ihn in der Spannung, ohne die Vermittlung unwahr würde.

Einordnung

Lin hat der Rede über China das vermittelnde Organon hinterlassen. Neben Lu Xuns Schrei, Snows Yan’an und Fairbanks Machtgeschichte steht dieser Band als die Behauptung, dass Alltag die Revolution nicht ungeschehen macht und sie nicht das Ganze ist. Die Wirkung reicht in die populäre Chinalektüre des Westens, in Vorworte und Buchklubs, weniger in das Seminar, das Gewalt zählen will. Wer nach 1935 China sagt und Humor meint, spricht Lin. Der Gentleman, der Revolution für zu laut hält, ist Partei; das Buch verschweigt das nicht, indem es lächelt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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