Menschenkenntnis

Alfred Adler · 1927 · Sachbuch, Psychologie


Das Werk
Deutscher Titel: Menschenkenntnis
Autor(en): Alfred Adler


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1927
Schlagwörter: Minderwertigkeit, Gemeinschaft, Geltung, Charakter
Sachgebiete: Sachbuch, Psychologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: S. Fischer


Umfang dieser Ausgabe: 255 Seiten
ISBN: 9783596260805
Verweise


Menschenkenntnis ist das 1927 erschienene Buch von Alfred Adler, in dem die Individualpsychologie nach dem Bruch mit Freud öffentlich wird: Minderwertigkeitsgefühl, Geltungsstreben, Gemeinschaftsgefühl, der Lebensstil als Linie. Adler, in Wien geblieben, hat die Analyse zur Pädagogik und zur Sozialreform geöffnet. Das Buch ist die lesbare Gründung, gegen die Traumdeutung als Königsweg.

Inhalt

Adler setzt nicht beim Wunsch, sondern bei der Lage des Kindes, das sich klein erlebt und Größe sucht. Organminderwertigkeit, Geschwisterreihe, Verwöhnung und Vernachlässigung erzeugen Linien, die der Erwachsene als Schicksal nimmt, ohne sie zu kennen. Gemeinschaftsgefühl ist die Gesundheit; das Geltungsstreben ohne Gemeinschaft ist die Neurose. Wer nur Freud kennt, unterschlägt diese Wende zum Sozialen. Wer nur die Ermutigung kennt, unterschlägt die Härte der Geltung.

Das Buch ist Vorlesung, Beispiele, ohne Lacans Dunkelheit. Es hat Lehrer, Fürsorger, die Nachkriegsberatung geprägt, oft ohne den Namen Psychoanalyse. Die Kritik nannte Vereinfachung, Moral, den Verlust des Unbewussten. Geblieben ist das Minderwertigkeitsgefühl als Alltagsvokabular.

Ohne Adler wäre die Psychoanalyse nach Freud nur Spaltung um das Kind und um die Sprache. Mit ihm wird sie Gemeinschaftslehre. Jung hat Typen; Adler hat die Linie des Lebens.

Einordnung

Adler hat Freud die Gemeinschaft gegeben, die die Traumdeutung nur als Masse später suchte. Neben Jung und Klein steht Menschenkenntnis als der Text der Wiener Abspaltung, der wirksamste in der Pädagogik. Wer nach 1927 über Minderwertigkeit spricht, spricht hinter Adler, oft ohne ihn gelesen zu haben.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Die Psychoanalyse nach Freud (Essay)

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