Nana
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Nana |
| Autor(en): | Émile Zola |
| Originaltitel: | Nana |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1880 |
| Schlagwörter: | Paris, Bühne, Kurtisane, Kaiserreich |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 592 Seiten |
| ISBN: | 9783423143998 |
| Verweise | |
Nana ist der 1880 erschienene Roman von Émile Zola, der neunte der zwanzig Rougon-Macquart. Die Tochter der Wäscherin Gervaise aus Der Totschläger steht als talentlose »blonde Venus« nackt auf der Bühne des Théâtre des Variétés und ruiniert die Männer des Zweiten Kaiserreichs, die sie aushalten. Zola wollte den Verfall einer Gesellschaft zeigen, in der die Straßendirne und die Ehefrau dieselben Mittel brauchen; die Kritik schrie nach Voyeurismus, der Buchhandel verkaufte die erste Auflage, bevor sie ausgeliefert war. Im Zyklus steht Nana neben Germinal als das andere Paris: hier die Halbwelt und der Adel, dort die Grube.
Inhalt
Nana Coupeau hat den Boulevard hinter sich und bekommt vom Direktor Bordenave, der sein Haus ungeniert ein Bordell nennt, die Titelrolle in der Operette Die blonde Venus. Sie wohnt noch dürftig am Boulevard Haussmann, der Sohn Louiset bei der Tante. Bei der Premiere singt sie falsch, und das Haus tobt, weil sie fast nackt ist. Die ganze Stadt kommt, auch wer sie schon kennt. Sie nimmt den Bankier Steiner, der Kleider, Schmuck und ein Landgut zahlt; sie lässt eine Vorstellung platzen, um das Gut zu sehen, und verliert die Rolle. Der fromme Graf Muffat verfällt ihr, die Zofe Zoé jongliert die Wartenden, damit sie sich nicht begegnen. Nana wird der Männer überdrüssig, liebt den Schauspieler Fontan, versucht mit ihm ein kleines Leben am Montmartre und wird geprügelt wie einst zu Hause. Sie flieht zur Freundin Satin, mit der sie eine Liebe beginnt, die die Sittenpolizei jagt; Satin wird festgenommen, Nana entkommt durchs Fenster.
Muffat holt sie zurück, kauft Haus, Dienerschaft, Stall. Sie hält andere Liebhaber nicht mehr verborgen; er duldet, weil er nicht lassen kann. Satin wohnt wieder bei ihr. Nana erzwingt eine tugendhafte Bühnenrolle, überzeugt niemanden, langweilt sich. Muffat ist finanziell am Ende und findet den greisen Schwiegervater in ihrem Prunkbett; er geht. Ohne Geldgeber und ohne Bühne fährt Nana nach Russland, kehrt allein zurück, erkrankt an Pocken und stirbt in einem Hotelzimmer. Nur die Rivalin Rose Mignon wagt den Ansteckungsweg. Am selben Tag beginnt der Krieg gegen Deutschland. Zola hat später geschrieben, man lege vielleicht zu viel in die Gleichung von Nanas verwestem Körper und dem sterbenden Kaiserreich, aber irgendeine Beziehung habe er gewollt.
Vor dieser Laufbahn steht im Totschläger das Kind Nana: Blumenbinderin wider Willen, Prügel, Flucht in die Tanzlokale, der Vater, der sie halbnackt von der Bühne einer Spelunke holt. Nana setzt ein, wenn der Aufstieg schon geschehen ist. Zola hat bei Ludovic Halévy Anekdoten über Operettendiven und Kurtisanen gesammelt; Blanche d’Antigny gilt als ein Vorbild. Das Feuilleton in Le Voltaire von Oktober 1879 bis Februar 1880 wurde mit Plakaten und Reklamemännern beworben; Charpentier druckte im Februar 1880 fünfundünfzigtausend Stück und sofort zehntausend nach.
Einordnung
Zola hat der naturalistischen These – Milieu und Erbe bestimmen den Weg – eine Figur gegeben, die das Milieu nach oben durchschlägt und es dort ansteckt. Nana ist nicht die rächende Proletarierin als Programm; sie ist triebhaft, kindisch, grausam und selbst verloren. Die Männer, die sie ruinieren, sind keine Opfer der Verführung allein, sie suchen die Demütigung. Gegen Germinal, das die Grube und den Streik zur geschichtlichen Kraft macht, bleibt Nana das Buch der Stadt bei Nacht, der Loge, des Foyers, in dem Bordenave seine Ware anpreist. Beide gehören zur Natur- und Sozialgeschichte derselben Familie unter demselben Kaiserreich.
Édouard Manets Gemälde Nana von 1877, älter als der Roman, hat der Figur ein Gesicht gegeben, das die Leser schon kannten. Verfilmungen und Operetten haben aus Nana eine schöne Zerstörerin gemacht; der Roman zeigt auch die Pocken, den Sohn, die Prügel Fontans, den Gestank des Hotelzimmers. dtv hält die Übersetzung von Walter Widmer. Wer nach Zola über Sex und Geld in Paris spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für ein reines Erotikon hält, hat den Krieg am Schlusstag nicht gelesen. Das Kaiserreich endet nicht, weil Nana stirbt. Sie stirbt, während es endet, und Zola legt die beiden Tode in ein Zimmer.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
