Nora oder Ein Puppenheim

Henrik Ibsen · 1879 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Nora oder Ein Puppenheim
Autor(en): Henrik Ibsen
Originaltitel: Et dukkehjem
Originalsprache: norwegisch
Erstveröffentlichung: 1879
Schlagwörter: Ehe, Puppenheim, Tür, Frauen
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 104 Seiten
ISBN: 9783150012574
Verweise


Nora oder Ein Puppenheim (norwegisch Et dukkehjem) ist das Schauspiel von Henrik Ibsen, 1879 in Kopenhagen uraufgeführt. Eine Frau spielt die Lerche im Haus des Mannes, bis das Haus sich als Puppenstube erweist; sie geht und schlägt die Tür ins Schloss.

Inhalt

Nora Helmer richtet das Weihnachtsfest, nascht Makronen, tanzt für Torvald und lässt sich Lerche und Eichhörnchen nennen. Die Ehe sieht aus wie ein Glück: Er wird Bankdirektor, die Kinder sind gesund, die Schulden scheinen im Lot. Im Schrank liegt der Wechsel, den Nora einst gefälscht hat, um den kranken Mann nach Italien zu bringen. Krogstad, ein Angestellter der Bank, den Torvald entlassen will, kennt die Unterschrift und setzt Nora unter Druck. Die Freundin Christine Linde kommt aus der Enge einer Vernunftehe zurück und sieht früher als Nora, dass das Heim eine Einrichtung ist, keine Gemeinschaft. Ibsen lässt die Stube hell, die Konversation heiter und die Falle unsichtbar, bis der Briefkasten klickt.

Torvald tanzt Nora in der Tarantella, die sie einstudiert, um ihn vom Brief abzuhalten. Die Bewegung ist berühmt und ist keine Befreiung: Sie tanzt, damit das Geheimnis hält. Als Torvald liest, kippt die Zärtlichkeit. Nicht die Fälschung erschreckt ihn zuerst, sondern der Skandal, der seinen Namen treffen könnte. Er nennt sie Heuchlerin und Verbrecherin, nimmt ihr die Kinder und rechnet vor, wie man den Schein wahren wird. Ein zweiter Brief Krogstads, der den Wechsel zurückgibt, stellt die Gefahr still; Torvald vergibt sogleich und will zur Tagesordnung der Lerche. Nora hört zum ersten Mal, wem sie gehört hat.

Sie setzt sich und spricht. Acht Jahre Ehe, sagt sie, und sie sei die Puppe des Mannes gewesen, wie sie zuvor die Puppe des Vaters war. Die Kinder seien Puppen der Puppe. Sie weiß nicht, wer sie ist, und will es außerhalb des Hauses erfahren. Torvald bietet Erziehung, Religion, Pflicht; Nora antwortet, sie müsse zuerst herausfinden, ob das ihre Pflichten seien. Dann geht sie. Der Türschlag am Ende ist keine Geste des Zorns, sondern der Schluss der Form: Das Puppenheim bleibt stehen, die Bewohnerin nicht. Ob sie zurückkehrt, lässt Ibsen offen; das Stück endet mit dem Geräusch.

Einordnung

Keine Tür der europäischen Bühne ist so oft nachgeschlagen worden. Ibsen hat die Ehe nicht als Privatangelegenheit gelassen, sondern als Einrichtung gezeigt, die den Mann zum Besitzer und die Frau zum Spielzeug macht – und hat der Frau die Rede gegeben, in der sie das Gerät beim Namen nennt. Neben Mutter Courage, die im Krieg bleibt, weil das Geschäft sie hält, steht Nora als die Figur, die geht, weil das Haus sie hält. Wer nach 1879 über die bürgerliche Ehe spricht, spricht hinter diesem Schlag oder gegen ihn. Die deutschen Bühnen haben das Stück sofort gespielt und sofort entschärft; die offene Tür blieb die Probe.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

Drama entdecken