Onkel Wanja

Anton Tschechow · 1897 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Onkel Wanja
Autor(en): Anton Tschechow
Originaltitel: Дядя Ваня
Originalsprache: russisch
Erstveröffentlichung: 1897
Schlagwörter: Landgut, Vergeblichkeit, Arbeit, Provinz
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 93 Seiten
ISBN: 9783150140062
Verweise


Onkel Wanja (russisch Дядя Ваня) ist das Stück von Anton Tschechow, 1897 abgeschlossen, 1899 in Moskau uraufgeführt, mit dem Untertitel »Szenen aus dem Landleben«. Ein Gut wird für einen Professor bewirtschaftet, der das Gut nicht verdient; ein Schuss fällt und ändert nichts.

Inhalt

Iwan Wojnizki, von allen Onkel Wanja genannt, hat mit der Nichte Sonja das Landgut der verstorbenen Schwester bewirtschaftet, damit der Schwager, Professor Serebrjakow, in der Stadt schreiben und gelten kann. Nun sitzt der Professor mit der jungen Frau Jelena auf dem Gut, klagt über Gicht und Langeweile und schlägt vor, das Anwesen zu verkaufen, um von der Rente in Finnland zu leben. Der Vorschlag macht sichtbar, was Jahre Arbeit unsichtbar hielten: Wanja und Sonja waren das Inventar. Der Arzt Astrow, der Wälder pflanzt und sich selbst für verschwendet hält, trinkt und redet von dem Land, das man ruiniert. Tschechow lässt diese Leute an einem Tisch sitzen, an dem niemand aufbricht und jeder recht hat.

Jelena ist schön und müde; Sonja liebt Astrow, der sie nicht sieht; Astrow begehrt Jelena, die nicht geht und nicht bleibt; Wanja hasst den Professor, den er früher für einen Geist gehalten hat. Die Geständnisse kommen verspätet und verfehlen den Adressaten. Als Serebrjakow den Verkauf erklärt, schießt Wanja auf ihn – zweimal, aus der Nähe, und trifft nicht. Der Fehlschuss ist keine Posse und keine Erlösung. Er ist das Ereignis, das keines ist: Die Wut hat sich gezeigt und die Lage nicht verschoben. Man verbindet, man schämt sich, man trinkt Tee. Tschechow hat das Melodram in der Geste angefangen und im Alltag erstickt.

Der Professor reist ab, Jelena mit ihm. Astrow geht in den Bezirk zurück. Sonja und Wanja setzen sich an die Rechnungen. Sonja spricht den Schluss, der nichts verspricht als Arbeit und, irgendwann, Ruhe. Wir werden leben, Onkel Wanja. Das ist weder Trost noch Anklage; es ist der Satz, den das Landleben übriglässt, wenn die Gäste fort sind. Die Wälder Astrows, die Hefte des Professors, die Liebe Sonjas: Alles bleibt als Rest. Das Stück endet, wo es angefangen hat, nur leerer.

Einordnung

Tschechow hat aus einem älteren Stück, Der Waldschrat, diese Szenen gezogen und ihnen die Pointe genommen. Was bleibt, ist die Komödie der Vergeblichkeit, die Stanislawski wieder ins Rührende zog. Neben Warten auf Godot ist Onkel Wanja das ältere Warten: Man wartet nicht auf einen Namen, man wartet darauf, dass ein Leben noch einen Sinn nachreicht – und arbeitet inzwischen. Wer den Fehlschuss zur tragischen Klimax macht, hat das Stück in Räuber-Energie zurückübersetzt, die Tschechow gerade abgelegt hat. Die deutsche Bühne spielt es oft als Herbststück; der Text ist trockener.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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