Oroonoko

Aphra Behn · 1688 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Oroonoko
Autor(en): Aphra Behn
Originaltitel: Oroonoko: or, the Royal Slave
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1688
Schlagwörter: Sklaverei, Kolonie, Ehre, Verrat
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Insel Verlag


Umfang dieser Ausgabe: 122 Seiten
ISBN: 9783458085966
Verweise


Oroonoko ist der schmale Roman von Aphra Behn, 1688 in London erschienen, mit dem Untertitel or, the Royal Slave. Eine Erzählerin, die sich als Zeugin ausgibt, berichtet von einem afrikanischen Prinzen, den europäische Händler nach Surinam verkaufen. Behn kannte die Kolonie aus eigener Reise; wie viel Augenzeugenschaft, wie viel höfische Novelle im Text steckt, ist streitig. Das Buch bleibt eines der ersten, das den Sklavenhandel in englischer Prosa als Verrat an der Würde erzählt – und es erzählt ihn mit den Mitteln des höfischen Adelsromans.

Inhalt

In Koromantien, an der westafrikanischen Küste, liebt der Prinz Oroonoko die schöne Imoinda. Der alte König, sein Großvater, nimmt sie in den Harem; die Liebe wird zum Staatsverbrechen. Oroonoko sieht sie wieder, der Betrug fliegt auf, Imoinda wird als Sklavin verkauft. Kurz darauf fallen europäische Kapitäne über den Prinzen her: Sie locken ihn an Bord, fesseln ihn, setzen Segel. Die Ehre, die er unter Königen gelernt hat, gilt auf dem Schiff nichts. In Surinam, der englischen Kolonie, trifft er Imoinda wieder; beide tragen Sklavennamen, Caesar und Clemene, und bleiben einander.

Die Erzählerin, eine junge Engländerin auf der Plantage, bewundert das Paar, übersetzt, vermittelt, und ändert nichts am Handel. Oroonoko wird mit Höflichkeit behandelt, solange er nützlich ist; ein Kind wird erwartet; die Freiheit, die man ihm verspricht, kommt nicht. Er wiegelt die Versklavten zum Aufstand auf. Der Aufstand scheitert, weil Hunger und Waffen ungleich sind. Die Strafe ist öffentlich und grausam. Imoinda stirbt durch seine Hand, weil er ihr die Folter und die Schändung ersparen will; er selbst wird verstümmelt und getötet, während die Kolonie zusieht. Die Erzählerin ist an diesem Tag nicht da. Das Fehlen ist Teil der Geschichte.

Behn schließt mit der Klage, dass sie die Größe dieses Mannes nicht würdig habe schreiben können. Der Satz ist höfisch und doppelbödig: Er hebt den Prinzen über die Sklaven, mit denen er gefesselt war, und klagt doch die Weißen an, die einen Adeligen so behandeln. Die Grausamkeit steht ungeschminkt. Surinam ist kein exotisches Bild, es ist ein Geschäft mit Körpern. Die Erzählerin weint und bleibt auf der Seite derer, die das Land besitzen.

Einordnung

Behn hat die Sklaverei erzählt, bevor der Abolitionismus eine Partei war. Das Buch ist kein Dokument der Plantagenökonomie, es ist eine Novelle der Ehre, die den Kolonialhandel als Wortbruch zeigt. Neben Joseph Conrads Herz der Finsternis steht es als frühe Fahrt in dieselbe Zone – ohne Dampfschiff, mit dem Blick einer Frau, die den Handel kannte und die Folter nicht verschweigt. Virginia Woolf nannte Behn die, von der alle Frauen das Recht zu schreiben ableiten; der Satz gilt dem Beruf, das Buch gilt dem Prinzen.

Man hat Behn zur Apologetin der Plantagen und zur frühen Gegnerin der Sklaverei gemacht. Beides findet Sätze. Wer nur den königlichen Sklaven sucht, unterschlägt die namenlosen anderen. Wer nur die Anklage sucht, unterschlägt, dass die Erzählerin zur Gesellschaft der Händler gehört. Die Insel-Ausgabe hat den schmalen Text im Deutschen gehalten. Nach Stowes Onkel Toms Hütte liest er sich härter und enger: weniger Tränen, mehr Enthauptung.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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