Otherland

Tad Williams · 1996 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Otherland
Autor(en): Tad Williams
Originaltitel: Otherland: City of Golden Shadow
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1996
Schlagwörter: Netz, Simulation, Unsterblichkeit, Verschwörung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Klett-Cotta


Umfang dieser Ausgabe: 944 Seiten
ISBN: 9783608967388
Verweise


Otherland ist der gängige deutsche Titel der Tetralogie von Tad Williams und zugleich das Lemma für den ersten Band Stadt der goldenen Schatten, 1996 auf Englisch als City of Golden Shadow erschienen. In einer nahen Zukunft beherrscht das Netz, eine virtuelle Wirklichkeit, die alle Sinne erfasst, das Leben; die Reichsten haben darin Otherland gebaut, ein Simulationsreich jenseits jeder bekannten Technik. Kinder fallen ins Koma und kehren nicht zurück. Williams, bekannt durch die Fantasy von Das Geheimnis der Großen Schwerter, hat den ersten Band als Exposition eines Labyrinths angelegt, das drei weitere Bücher füllen wird.

Inhalt

Die Gralsbruderschaft, angeführt von dem über hundertfünfzigjährigen Konzernherrn Felix Jongleur, hat Otherland geschaffen, um dem Tod zu entgehen. Dafür zapft das System menschliches Bewusstsein an; Kinder bleiben im Netz gefangen. Mr. Sellars, ein vom Militär verkrüppelter und überwachter Veteran mit Implantaten, hat Teile des Geheimnisses entschlüsselt und sucht Helfer. In Durban beginnt die Dozentin Irene Sulaweyo, genannt Renie, zu graben, nachdem ihr Bruder Steven ins Koma gefallen ist. Ihr Student !Xabbu, ein San zwischen Tradition und Hochschule, denkt in Geschichten, die die anderen für Umwege halten.

Getrennt davon lebt Paul Jonas als Gefangener in Jongleurs Simulationen, ohne Gedächtnis, verfolgt von einem Engel. Der vierzehnjährige Orlando Gardiner, der an Progerie leidet und im Spiel als Barbar Thargor existiert, zieht mit der Freundin Salome Fredericks – die er lange für einen Jungen hielt – in Otherland. Auf einer Militärbasis hilft das Kind Christabel Sorenson Sellars gegen den Willen der Eltern. Sellars versammelt die Gruppe in der virtuellen Stadt der goldenen Schatten. Sie können Otherland nicht verlassen; die Welten wechseln, sobald sie einen Ausgang suchen.

In der wirklichen Welt ermitteln der Anwalt Decatur Ramsey und die Entertainerin Olga Pirofsky, die im Netz Kinderstimmen hört. Jongleurs Leute lassen Menschen verschwinden. Der erste Band schließt nicht mit der Lösung, sondern mit dem Eintritt: Die neun sind drinnen, die Bruderschaft draußen, die Kinder weiter stumm. Simulationen wechseln wie Kulissen, sobald ein Ausgang sich zu öffnen scheint; wer stirbt im Netz, stirbt vielleicht auch im Körper. Die Fortsetzungen – Fluss aus blauem Feuer, Berg aus schwarzem Glas, Meer des silbernen Lichts – führen durch immer neue Welten, bis das Geheimnis des Gralsprojekts fällt. Hier wird der Pakt geschlossen, der vier Bücher trägt.

Einordnung

Williams hat den Netzroman der neunziger Jahre episch gemacht: nicht die kurze Nacht hinter der Tastatur, sondern die lange Wanderung durch fremde Welten, näher am Abenteuerroman als an der Technikstudie. Otherland ist Märchenmaschine und Herrschaftsinstrument zugleich; die Kluft zwischen den befestigten Wohninseln und den Slums unter den Schnellstraßen bleibt die soziale Folie. Der San !Xabbu verhindert, dass die virtuelle Wirklichkeit als einzige Wirklichkeit gilt. Die Hörspielproduktion von Walter Adler gilt als eine der längsten im deutschen Rundfunk; ein geplantes Netzspiel ist in Insolvenzen steckengeblieben.

Im Deutschen erschien die Reihe zuerst bei Klett-Cotta, später bei Heyne; der Name Otherland hat sich vor die Einzelbände geschoben, sodass das Lemma den Zyklus meint und den Auftakt. Wer Williams nur aus den Büchern vom Geheimnis der Großen Schwerter kennt, findet hier denselben Atem – Gesellschaften, Karten, Figurenensembles – in die Zukunft verlegt. Der erste Band ist der langsamste und der notwendige: Ohne die goldene Stadt gibt es den Fluss nicht, ohne Renies Bruder keine Suche, ohne Sellars keine Versammlung. Die Kinder im Koma bleiben die moralische Mitte, auch wo die Handlung durch Simulationen irrt. Die angegebene Ausgabe ist die aktuelle Klett-Cotta-Taschenbuchausgabe von Band 1.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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