Paare, Passanten
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Paare, Passanten |
| Autor(en): | Botho Strauß |
| Originaltitel: | Paare, Passanten |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1981 |
| Schlagwörter: | Paar, Großstadt, Fragment, Bundesrepublik |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Hanser
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| Umfang dieser Ausgabe: | 204 Seiten |
| ISBN: | 9783446134508 |
| Verweise | |
Paare, Passanten ist das Prosabuch von Botho Strauß, 1981 bei Hanser erschienen. Kein Roman mit Fabel: kurze Stücke über Paare, die zerfallen, und Passanten, die einander streifen, in einer Bundesrepublik, die öffentlich redet und privat friert. Vor dem Anschwellender Bocksgesang das Buch der Kälte, das noch keine These über das Heilige braucht.
Inhalt
Strauß setzt Szenen: ein Mann, eine Frau, ein Satz, der nicht ankommt; ein Blick in der Fußgängerzone; ein Bett, in dem die Rede schon vorbei ist. Die Stücke sind Erzählungen im strengen Sinn – geschlossen genug, um zu tragen, offen genug, um nicht zur Pointe zu werden. Wiederkehrend die Unfähigkeit, beisammen zu bleiben, ohne sich zu besprechen, und die Unfähigkeit, sich zu besprechen, ohne zu verletzen. Die Stadt ist westdeutsch, wohlhabend, beleuchtet.
Dazwischen Passanten: Menschen, die keine Geschichte bekommen, nur einen Moment. Strauß beobachtet wie auf der Bühne, nur ohne Kulisse, die tröstet. Der Ton ist genau, oft boshaft, manchmal zärtlich gegen den Willen der Figuren. Es ist kein Zyklus mit Lehre; es ist ein Buch, das zusammenhält durch denselben Blick auf die Intimität als öffentlichen Schaden. Wer Handlung als Verwicklung sucht, findet Reibung.
Gegen die Gesinnungsprosa der siebziger Jahre steht hier die Verweigerung der Erklärung. Die Paare scheitern nicht, weil die Gesellschaft böse ist, sie scheitern, weil Sprache und Begehren nicht denselben Takt haben. Später hat Strauß denselben Befund ins Mythische und ins Politische gewendet; 1981 bleibt er bei den Zimmern und Straßen. Hanser druckte; Taschenbücher haben den Band weitergetragen. Wer nur 1993 kennt, hat diese Prosa nicht gelesen, in der die Republik schon als Wartezimmer vorkommt.
Einordnung
Strauß hat der westdeutschen Literatur um 1980 das Fragmentbuch gegeben, das Theater und Prosa kurzschließt. Neben den Stücken Groß und klein und vor dem Essay, der das Feuilleton spaltete, bleiben Paare, Passanten das lesbarste Zeugnis seiner Kälte – und das menschlichste, weil es noch keine Losung hat. Die Germanistik hat den Band zur Zeitdiagnose gemacht; die Sätze sind konkreter. Wer Strauß nur als Skandalautor führt, trifft hier den Beobachter der Paare. Nach diesem Buch ist die deutsche Erzählung auch die kurze Szene, in der niemand ankommt und alle weitergehen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
