Palliativgesellschaft
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Palliativgesellschaft |
| Autor(en): | Byung-Chul Han
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2020 |
| Schlagwörter: | Schmerz, Angst, Konsens, Überleben |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Matthes & Seitz
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| Umfang dieser Ausgabe: | 87 Seiten |
| ISBN: | 9783957572691 |
| Verweise | |
Palliativgesellschaft ist das 2020 bei Matthes & Seitz erschienene Buch von Byung-Chul Han, mit dem Untertitel Schmerz heute. Es behauptet: Heute herrscht eine allgemeine Angst vor dem Schmerz. Jeder schmerzhafte Zustand wird vermieden, selbst Liebesschmerz gilt als verdächtig, die Duldsamkeit sinkt. Aus der Angst folgt eine Dauerbetäubung. Wie schon die Müdigkeitsgesellschaft eine Umkehr der Macht beschrieb, beschreibt dieser Essay die Umkehr des Leidens: nicht die Psychologie, die den Schmerz versteht, sondern die Lehre vom Wohlbefinden, die ihn abschafft. Die Gesellschaft, die den Schmerz vertreibt, vertreibt auch den Streit.
Inhalt
Han nennt die Angst vor dem Schmerz beim klinischen Namen und übersetzt ihn sogleich ins Gesellschaftliche. Konflikte, die wehtun könnten, bekommen immer weniger Raum. Politik unter Konsenszwang wird zur palliativen Demokratie: keine Auseinandersetzung, die eine Wunde hinterlässt, sondern Glättung, Konformität, das Überleben als höchstes Gut. Die amerikanische Schmerzmittelkrise und die Pandemie von 2020 dienen als Belege der These, dass eine Gesellschaft, die den Schmerz nicht aushält, zur Gesellschaft des bloßen Überlebens wird. Leben, das mehr wäre als Weiterleben, braucht den Schmerz, der unterbricht.
Die positive Psychologie, die Glück und Optimismus vermisst, erscheint als Inneres derselben Ordnung: Leiden soll nicht gelesen, sondern weggestimmt werden. Han hält dagegen, dass Denken, Liebe und Politik Negativität brauchen – denselben Kern, den Agonie des Eros und die Transparenzgesellschaft schon an anderen Orten aufgesucht haben. Der palliative Staat betäubt, statt zu entscheiden. Wer nur Sicherheit will, gibt die Erfahrung preis, an der ein Ich sich bildet. Das ist grob gesagt und trifft eine Stimmung des Jahres 2020, in der das Überleben die öffentliche Rede beherrschte.
Das Buch bleibt ein Essay von 87 Seiten, keine Epidemiologie und keine Klinik. Wer Zahlen zur Pandemie oder zur Schmerzmittelkrise sucht, findet Thesen. Die Stärke ist die Bindung von Körper und Gemeinwesen: dieselbe Angst, die die Tablette verlangt, verlangt den Konsens. Die Schwäche ist die Nähe zum Tagesanlass, der die älteren Bände nicht brauchten. Han hat das Risiko auf sich genommen, eine Diagnose zu schreiben, während die Lage noch dauerte. Das macht den Text datierbar und scharf.
Einordnung
Zehn Jahre nach der Müdigkeitsgesellschaft hat Han denselben Verlag und dieselbe kleine Form benutzt, um der Erschöpfung den Schmerz zur Seite zu stellen. Matthes & Seitz hat den Band in der Fröhlichen Wissenschaft gehalten, lesbar in einem Abend. Die öffentliche Aufnahme war geteilt: als hellsichtige Zeitdiagnose und als Philosophie, die eine Pandemie zur Metapher macht. Beides hat der Text verdient. Wer nur die älteren Wörter Müdigkeit und Transparenz kennt, findet hier die Zuspitzung auf den Körper, der nicht leiden soll.
Wer nach 2020 über eine Gesellschaft sprach, die Streit und Schmerz meidet, sprach oft in dieser Spur, auch ohne den Namen. Wer Han vorwirft, er habe keine Politik, findet in der palliativen Demokratie wenigstens die Richtung einer Kritik: nicht dass geheilt wird, sondern dass Betäubung an die Stelle der Entscheidung tritt. Das Buch ersetzt keine Medizinethik. Es gibt einer Angst das Wort, die klinisch klingt und politisch wirkt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
