Physik und Philosophie

Werner Heisenberg · 1958 · Sachbuch, Naturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Physik und Philosophie
Autor(en): Werner Heisenberg
Originaltitel: Physics and Philosophy
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1958
Schlagwörter: Quantentheorie, Unbestimmtheit, Anschauung, Kopenhagen
Sachgebiete: Sachbuch, Naturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Hirzel
Erscheinungsort: Physics and Philosophy
Umfang dieser Ausgabe: 288 Seiten
ISBN: 9783777621531
Verweise


Physik und Philosophie ist die 1958 auf Englisch erschienene Vorlesungsfolge von Werner Heisenberg, deutsch bei Hirzel. Sie erklärt die Quantentheorie als Umbau dessen, was Wirklichkeit heißen darf, nicht als Spezialfall der Mechanik.

Inhalt

Heisenberg erzählt die Physik als Geschichte von Begriffen, die sich selbst überholen. Die klassische Mechanik setzte Bahnen voraus, die unabhängig vom Beobachter da sind; die Quantentheorie setzt Wahrscheinlichkeiten, Zustände, die erst im Versuch bestimmt werden. Die Unbestimmtheit ist keine Messungenauigkeit, die bessere Instrumente beheben. Sie ist die Form, in der Ort und Impuls zusammengehören, ohne zugleich scharf zu sein. Sprache, die von Dingen spricht, als lägen sie fertig vor, wird ungenau, ohne deshalb unsinnig zu werden. Heisenberg übersetzt die Kopenhagener Deutung in Sätze, die ein gebildetes Publikum tragen soll: Komplementarität, der Schnitt zwischen Apparat und System, die Grenze der Anschauung.

Das Buch vergleicht diese Lage mit älteren Philosophien, ohne sie zu plündern. Descartes’ Trennung, Kants Anschauungsformen, der Positivismus, der nur Beobachtbares gelten lassen will: Heisenberg nimmt sie als Nachbarn, nicht als Ahnenreihe, die die Quantenmechanik schon gewusst hätte. Die Relativität hat Raum und Zeit umgebaut; die Quantentheorie baut den Gegenstand um. Wer noch Teilchen sagt und kleine Billardkugeln meint, hat das Jahrhundert nicht betreten. Wer nur Formalismus meint, unterschlägt, dass Heisenberg die Deutung für unverzichtbar hält. Die Vorlesung ist didaktisch und parteilich: gegen den naiven Realismus, gegen die Hoffnung, man kehre zur Bahn zurück, sobald die Mathematik reifer sei.

Die Herkunft des Verfassers gehört in die Lektüre. Heisenberg blieb im nationalsozialistischen Deutschland, arbeitete am Uranprojekt, hat nach 1945 eine Geschichte der Zurückhaltung erzählt, die die Akten nicht decken. Das Buch von 1958 ist keine Rechtfertigungsschrift, aber es ist die Stimme eines Mannes, der die Physik der Moderne mitgebaut und den Staat, der sie missbrauchen wollte, nicht verlassen hat. Kritik hat die Kopenhagener Deutung für zu subjektiv, die Philosophie für zu kursorisch, den Ton für zu glatt gehalten. Die Stärke bleibt die Zumutung, dass Messen die Welt nicht abbildet, sondern festlegt, was als Tatsache gilt. Wer nach Heisenberg Unschärfe sagt und nur Ungenauigkeit meint, hat dieses Buch nicht gelesen.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt die Quantentheorie eine Ingenieurssprache. In Die einflussreichsten Werke der Naturwissenschaft: 20. Jahrhundert steht es neben Einsteins Relativitätsschrift: zwei Weisen, der Physik eine öffentliche Anschauung zu geben. Schrödinger hat dieselbe Moderne in die Biologie geführt; Heisenberg hält sie in der Physik und fragt, was Wirklichkeit noch heißen kann. Wer nur die Formel kennt, unterschlägt die Philosophie; wer nur die Philosophie kennt, unterschlägt die Experimente, an denen sie hängt.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Die einflussreichsten Werke der Naturwissenschaft: 20. Jahrhundert (Essay)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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