Politischer Liberalismus
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Politischer Liberalismus |
| Autor(en): | John Rawls |
| Originaltitel: | Political Liberalism |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1993 |
| Schlagwörter: | Pluralismus, Konsens, Öffentlichkeit, Legitimität |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | suhrkamp taschenbuch wissenschaft |
| Umfang dieser Ausgabe: | 540 Seiten |
| ISBN: | 9783518292426 |
| Verweise | |
Politischer Liberalismus (englisch Political Liberalism) ist das 1993 erschienene zweite Hauptwerk von John Rawls. Es antwortet auf die Frage, wie eine gerechte Ordnung haltbar bleibt, wenn die Bürger in Religion und Lebenslehre tief uneins sind – eine Frage, die Eine Theorie der Gerechtigkeit noch mit einer umfassenden moralischen Lehre beantwortet hatte.
Inhalt
Rawls unterscheidet eine umfassende Lehre vom Guten – Kantisch, utilitaristisch, religiös – von einer politischen Gerechtigkeitsvorstellung, die nur für die Grundstruktur der Gesellschaft gilt. Das Faktum des vernünftigen Pluralismus ist kein Unfall; freie Institutionen erzeugen Uneinigkeit. Eine wohlgeordnete Gesellschaft kann deshalb nicht auf der Wahrheit einer einzigen Lehre ruhen, ohne Unterdrückung. Stabilität muss aus den richtigen Gründen kommen: aus einem überlappenden Konsens, in dem verschiedene Lehren dieselbe politische Gerechtigkeit je auf ihre Weise tragen. Nicht alle stimmen in der Metaphysik überein; sie stimmen in den Grundsätzen der Fairness überein, soweit diese die Verfassung und die Grundgüter betreffen.
Die öffentliche Vernunft ist das zweite Stück. Bürger, die über Verfassungsessentials und Gerechtigkeit der Grundstruktur entscheiden, sollen Gründe anführen, die andere als frei und gleich anerkennen können, nicht die ganze Wahrheit ihrer Kirche oder ihrer Philosophie. Das ist keine Privatisierung der Überzeugung. Es ist die Pflicht der Höflichkeit unter Bedingungen der Uneinigkeit. Rawls lockert den starken Kantianismus von 1971, ohne die zwei Grundsätze und das Differenzprinzip preiszugeben. Der Schleier des Nichtwissens bleibt ein Darstellungsmittel; er ist nicht mehr der Beweis einer moralischen Wahrheit über die Person. Die Person des politischen Liberalismus ist die Bürgerin, nicht das metaphysische Selbst.
Unsicher bleibt, wie dünn die politische Vorstellung werden darf, ohne leer zu werden, und wie streng die öffentliche Vernunft religiöse Argumente ausschließt. Die Kritik hat beides genommen: zu viel Ausschluss, zu wenig Substanz. Wer das Buch nur als Rückzug liest, verfehlt, dass Rawls die Fairness retten will, indem er sie von einer umfassenden Moral löst. Wer es nur als Theorie der Toleranz liest, verfehlt die Härte, mit der unvernünftige Lehren – solche, die Freiheit und Gleichheit nicht ertragen – nicht in den Konsens gehören. Der Ton ist schulmäßig, umständlich, voller Selbstkorrektur. Die Nüchternheit von 1971 ist geblieben; die metaphysische Unschuld nicht.
Einordnung
Neben Eine Theorie der Gerechtigkeit und gegen Robert Nozicks Anarchie, Staat und Utopia steht dieser Band als die späte Auskunft des politischen Liberalismus: Gerechtigkeit ohne eine gemeinsame Lehre vom guten Leben. Charles Taylor und Alasdair MacIntyres Der Verlust der Tugend hatten den bindungslosen Menschen vorgeworfen; Rawls antwortet, indem er die Bindungen lässt und die Verfassung davon trennt. Jürgen Habermas hat die öffentliche Vernunft als zu restriktiv gelesen. Wer nach 1993 über Liberalismus und Pluralismus spricht, spricht hinter diesem Buch, auch dort, wo er den überlappenden Konsens für eine Fiktion hält.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
