Praktische Ethik
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Praktische Ethik |
| Autor(en): | Peter Singer |
| Originaltitel: | Practical Ethics |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1979 |
| Schlagwörter: | Leid, Tier, Pflicht, Nutzen |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 564 Seiten |
| ISBN: | 9783150189191 |
| Verweise | |
Praktische Ethik (englisch Practical Ethics) ist das 1979 erschienene Hauptwerk von Peter Singer. Es rechnet das Leiden, nicht die Artzugehörigkeit, und hat in Deutschland mehr Gegner auf die Straße gebracht als jedes andere philosophische Buch der Nachkriegszeit.
Inhalt
Singer verlangt die gleiche Berücksichtigung gleicher Interessen. Wer Schmerz empfindet, zählt; wer sich als Wesen in der Zeit begreift, zählt stärker. Die biologische Zugehörigkeit zur menschlichen Art allein begründet kein Vorrecht – dieses Vorrecht nennt er Speziesismus, ein Artenvorurteil. Daraus folgt die Forderung, das Leiden der Tiere ernst zu nehmen, und die Behauptung, dass nicht jedes menschliche Leben denselben Anspruch hat: der Embryo, das schwerstgeschädigte Neugeborene, der unumkehrbar Bewusstlose.
Das Buch geht die Felder ab, an denen diese Rechnung praktisch wird: Töten von Tieren, Abbruch, Sterbehilfe, Armut, Umwelt, später der Klimawandel. Der Ton ist der der Seminarstunde, nicht der der Kanzel. Singer räumt Einwände ein und antwortet, oft mit Beispielen, die den Leser zwingen, die eigene Ausnahme zu begründen.
Die dritte Auflage hat das Kapitel über den Klimawandel nachgetragen und die ältere Härte an einer Stelle gelockert: Ob ein neues Leben ein getötetes ausgleichen könne, lässt Singer offener, als er es zuerst tat. Die Linie bleibt. Wer Interessen abwägt, darf die Art nicht als Trumpf ziehen.
Einordnung
Neben John Rawls' Eine Theorie der Gerechtigkeit ist dies der andere große Versuch der angelsächsischen Ethik nach 1945, aus Grundsätzen Pflichten zu ziehen – der eine hinter dem Schleier, der andere vor dem Schmerz. In Deutschland wurde Singer mit der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten zusammengelesen; er hat den Vergleich zurückgewiesen, und die Empörung hat die Argumente oft ersetzt. Das Buch bleibt, weil es die bequeme Grenze zwischen Mensch und Tier und zwischen schützenswertem und verfügbarem Leben öffentlich macht. Wer es nur als Anleitung zum Töten liest, hat die Pflicht gegen das Leiden nicht gelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
