Ronja Räubertochter

Astrid Lindgren · 1981 · Kinderbuch


Das Werk
Deutscher Titel: Ronja Räubertochter
Autor(en): Astrid Lindgren
Originaltitel: Ronja rövardotter
Originalsprache: schwedisch
Erstveröffentlichung: 1981
Schlagwörter: Wald, Räuber, Freundschaft, Freiheit
Sachgebiete: Kinderbuch
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 272 Seiten
ISBN: 9783423713863
Verweise


Ronja Räubertochter ist das Kinderbuch von Astrid Lindgren, 1981 in Schweden erschienen, deutsch im selben Jahr bei Oetinger in der Übersetzung von Anna-Liese Kornitzky. Auf einer Burg, die ein Blitz in zwei Hälften gespalten hat, wächst die Tochter des Räuberhäuptlings Mattis auf und findet im Sohn der feindlichen Bande den einzigen Menschen, der ihre Sprache des Waldes teilt. Lindgren, schon Autorin von Pippi, Michel und den Brüdern Löwenherz, hat hier ein Buch über das Gehen geschrieben: weg vom Clan, in den Wald, in eine Freundschaft, die die Väter für Verrat halten. Es ist ihr spätes, dunkleres Kinderbuch, voller Graugnome, Rumpelwichte und Nächte, in denen die Wilddruden reiten.

Inhalt

In einer Gewitternacht wird Ronja auf Mattisburg geboren, während ein Blitz den Burgfelsen reißt und eine Kluft durch das Haus legt. Mattis, der Häuptling, und Lovis, die Mutter mit der starken Stimme, ziehen die Tochter in einer Räuberwelt auf, in der das Stehlen vom reichen Volk als Recht gilt und das Töten von Menschen verpönt ist. Ronja lernt den Wald: die Hänge, die Flüsse, die Wesen, die nur Kinder und Kundige sehen. Auf der anderen Seite der Kluft nistet die Bande von Borka, alter Feind des Mattis. Dessen Sohn Birk begegnet Ronja über dem Abgrund; zuerst als Streit, dann als Gleichgewicht. Die beiden retten einander das Leben an der Kluft und schwören sich, Geschwister zu sein, gegen den Hass der Väter.

Als Mattis Birk als Geisel nimmt, hält Ronja die andere Seite der Burg und zwingt den Vater, den Jungen freizugeben. Danach verlassen Ronja und Birk die Burg, bevor die Banden sich endgültig zerfleischen. Sie leben im Wald, in der Bärenhöhle, durch den Winter, von dem, was Lovis ihnen heimlich zukommen lässt und was der Wald hergibt. Die Kälte, der Hunger, die Angst vor den Unterirdischen und vor dem Zorn der Väter: Lindgren erzählt das nicht als Ferienlager. Ronja begreift, dass Mattis’ Liebe Besitz sein will; Birk begreift dasselbe von Borka. Die Freundschaft der Kinder ist keine Idylle, sie ist Arbeit gegen die Sippe. Im Frühjahr, als Ronja in den Fluten beinahe ertrinkt und Birk sie holt, bricht Mattis zusammen vor der Einsicht, dass er die Tochter verloren hätte.

Mattis und Borka, alt und erschöpft vom Streit, schließen Frieden, nicht aus Einsicht in die Gerechtigkeit, sondern weil die Kinder nicht anders zurückkehren. Ronja und Birk bleiben, was sie geworden sind: keine Erben der Bandenwirtschaft, sondern zwei, die den Wald kennen und die Burg nur noch als einen Ort unter anderen. Lindgren lässt das Räuberhandwerk nicht zur Tugend werden; Ronja sagt dem Vater, dass sie niemals rauben wird. Der Schluss ist versöhnlich in den Stimmen, nicht in der Moral des Stehlens. Die Kluft im Felsen bleibt. Darüber gehen die beiden, wann sie wollen.

Einordnung

Lindgren hat das Räuberbilderbuch in eine Geschichte von Trennung und Bund verwandelt. Mattis ist kein gemütlicher Waldschrat; er ist ein Vater, der die Tochter als sein Leben besitzt und sie fast daran erstickt. Der Wald ist schön und tödlich, die Volkswesen sind keine Requisiten, sie setzen Grenzen. Gegen Pippis unbekümmerte Stärke setzt Ronja eine Freiheit, die weh tut: Man muss gehen, um sie zu haben. In der skandinavischen Kinderliteratur steht der Band neben den Brüdern Löwenherz, dunkler als Michel, politischer als die bloße Abenteuergeschichte, weil er die Bande als kleine Gewaltordnung zeigt.

Die Verfilmung von Tage Danielsson (1984) und spätere Serien haben Ilon Wiklands Bilder und den Waldton weitergetragen; das Buch bleibt in Lovis’ Lied und in Ronjas Zorn gegen den Vater genauer. Wer Lindgren nur als heitere Stimme kennt, findet hier den Ernst des späten Werks. Die Kluft im Felsen bleibt das Bild, das man behält: getrennt wohnen, hinübergehen, nicht verschmelzen. Wer nach 1981 über Kinder spricht, die den Clan verlassen, ohne die Eltern zu hassen, spricht hinter diesem Buch; wer es für eine gemütliche Räubergeschichte hält, hat den Winter in der Höhle nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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