Sand
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Sand |
| Autor(en): | Wolfgang Herrndorf |
| Originaltitel: | Sand |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2011 |
| Schlagwörter: | Wüste, Gedächtnisverlust, Agenten, Verwechslung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
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| Umfang dieser Ausgabe: | 480 Seiten |
| ISBN: | 9783499258640 |
| Verweise | |
Sand ist der Roman von Wolfgang Herrndorf, 2011 bei Rowohlt Berlin erschienen, 2012 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Es ist der letzte Roman, den Herrndorf vollenden konnte; Tschick lag ein Jahr zurück, das Tagebuch Arbeit und Struktur lief parallel. Schauplatz ist ein nordafrikanisches Küstenland im August 1972, eine Hafenstadt namens Targat, eine Oase namens Tindirma, überall Sand. Herrndorf hat aus dem Spionagebuch eine Falle gemacht: Wer versteht, versteht zu spät, und wer handelt, handelt falsch. Der Band gilt manchen als Gegenstück zu Tschick, härter, komischer, ohne den Sommer, der davonkommt.
Inhalt
Zwei junge Kommissare, Canisades und Polidorio, stellen sich aus Langeweile falsche Dienstausweise aus. In Tindirma soll der junge Amadou Amadou vier Europäer einer Kommune erschlagen haben; er leugnet, die Beweise reichen. Die Amerikanerin Helen Gliese kommt mit dem Schiff, angeblich für eine Kosmetikfirma, und bezieht Bungalow 581 d im Sheraton. Ein Agent namens Lundgren, von dem der zweite Satz schon sagt, dass er tot ist, wartet in einem Café auf einen Mann, dem er Pläne für die Anreicherung von Uran übergeben soll. Die Fäden berühren sich nicht, bis ein Mann mit Kopfwunde auf einem Dachboden in der Wüste aufwacht und nicht weiß, wer er ist.
Der Mann ohne Gedächtnis flieht, wird von Touristen beraubt, fängt Helen an einer Tankstelle ein. Sie nennt ihn Carl, näht die Wunde, sucht mit ihm nach einem Monsieur Cetrois, den Männer in einem Jeep verfolgen. Ein Unterweltkönig droht mit der Folter an Frau und Kind, die Carl nicht kennt. Ein Arzt namens Cockcroft hält Carl für einen Simulanten; Carl findet in Helens Koffer Handschellen und eine Waffe. In einem Mercedes, dessen Schlüssel in seinem Anzug steckt, liegen in einem Kugelschreiber zwei Metallkapseln. Helen verschwindet zeitweise, Amadou erwürgt Canisades, der Kugelschreiber wandert, der Sand verschluckt, was man sucht. Carl verliert die Kapseln und findet sie wieder, verliert den Blazer an Kinder, erreicht Helen, die ihn für Cetrois hält und fortschickt.
Amerikaner in Uniform, darunter Cockcroft, nehmen Carl, foltern ihn in einer Goldmine, weil er der Empfänger der Pläne sein soll. Helen entpuppt sich als Agentin. Carl weiß nichts, bis ihn, angekettet im Schlammtümpel, die Erinnerung erreicht: Er ist Polidorio, der den Spaßausweis auf Cetrois ausgestellt hat; Lundgren hat ihn im Café für den Kontaktmann gehalten und ihm den Stift gegeben. Bassirs Leute haben das gesehen. Helen kommt zurück, Carl ist fort. Der Goldgräber Hakim hält den Fliehenden für einen der Agenten und erschießt ihn. Der Kugelschreiber geht durch Kindertaschen, bis eine Räumung im Armenviertel ihn unter einem Raupenfahrzeug begräbt. Zwei Frauen kommen davon: Michelle, naiv, heiratet im Flugzeug; Helen, so die Tochter, stirbt spät und sanft.
Einordnung
Herrndorf hat die Sinnlosigkeit nicht als These vorgesetzt, sondern als Handlung: Jede Anstrengung Carls reicht gerade so weit, dass die nächste Katastrophe möglich wird. Die Mottos über den Kapiteln, von Herodot bis zur Trivialliteratur, kommentieren ironisch, was die Figuren nicht verstehen. Identität ist in Sand ein Ausweis, den man sich ausstellt, ein Name, den andere einem geben, ein Irrtum, der tötet. Gegenüber Tschick, wo zwei Jungen gesehen werden, bleibt Carl ungesehen, auch von sich selbst. Die Leipziger Jury hat das Experiment belohnt; Teile der Kritik fanden den Band grausam und barock, beides trifft zu.
Verfilmung gibt es keine, die dem Labyrinth gewachsen wäre, und das ist vielleicht gerecht. Wer Sand für einen misslungenen Spionageroman hält, hat die Parodie für das Genre genommen. Wer ihn nur als Krankheitsbuch des Autors liest, hat Hakim und den Bulldozer nicht gesehen. Herrndorf hat in den möglichen Titeln – von Wüstenroman bis Das Ultrazentrifugenmassaker – selbst vorgemacht, wie nah Ernst und Unsinn beieinanderliegen. Der Ernst gewinnt, weil Carl stirbt, als er endlich weiß, wer er ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
