Schändung

Jussi Adler-Olsen · 2008 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Schändung
Autor(en): Jussi Adler-Olsen
Originaltitel: Fasandræberne
Originalsprache: dänisch
Erstveröffentlichung: 2008
Schlagwörter: Kältefall, Internat, Macht, Kopenhagen
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 480 Seiten
ISBN: 9783423214278
Verweise


Schändung ist der 2008 auf Dänisch als Fasandræberne erschienene zweite Fall für Carl Mørck von Jussi Adler-Olsen, deutsch 2010. Der Originaltitel meint Fasanenmörder und zielt auf eine Clique reicher Internatsschüler, die Menschen wie Wild behandeln; die deutsche Übersetzung hat daraus ein moralisches Urteil gemacht. Im Keller des Kopenhagener Präsidiums, im Sonderdezernat Q, öffnet Mørck eine zwanzig Jahre alte Akte, die niemand mehr anfassen will. Adler-Olsen hat den nordischen Kriminalroman um einen mürrischen Kommissar und seinen syrischen Assistenten gebaut, der die Fälle nicht durch Genie löst, sondern durch Hartnäckigkeit. Der Band folgte auf Erbarmen und machte die Reihe in Deutschland zum Bestseller.

Inhalt

1987 werden in einem Sommerhaus in Rørvig zwei Geschwister tot aufgefunden. Der Verdacht fällt auf Schüler eines teuren Internats, die für Gewaltrituale berüchtigt sind; einer gesteht, die anderen machen Karriere. Zwanzig Jahre später sitzt Kriminalkommissar Carl Mørck im Sonderdezernat Q, das ungeklärte Fälle beerben soll, nachdem eine Schießerei ihn traumatisiert und den Kollegen Hardy gelähmt hat. Sein Assistent Hafez el-Assad, den alle Assad nennen, zieht die Rørvig-Akte aus dem Staub. Von oben kommt der Befehl, die Finger davon zu lassen. Mørck, der den Urlaub kaum verdaut hat und am liebsten unbehelligt bliebe, merkt, dass drei Dienststellen den Fall schon einmal gehabt haben und dass das Geständnis zu glatt sitzt.

Die Spuren führen zu Männern, die inzwischen Reeder, Schönheitschirurg und Finanzier sind: Ditlev Pram, Ulrik Dybbøl Jensen und ihr Kreis, einst die Fasanenmörder des Internats. Sie haben damals nicht nur gemordet, sie haben Kimmie – Kirsten-Marie Lassen – gedemütigt und gebrochen. Kimmie lebt auf der Straße, hart und wach, mit einer Erinnerung, die die Täter für erledigt halten. Assad und später die Archivarin Rose Knudsen graben in Akten, während Mørck zwischen Behörde, geschiedener Ehe und dem gelähmten Hardy hin- und hergerissen wird. Je näher Q den Namen kommt, desto offener wird die Drohung: Zeugen sterben, Kimmie wird gejagt, die Ermittler sollen verstehen, dass dieser Fall die Gesellschaft oben berührt.

Die Jagd verdichtet sich zu einem Wettlauf zwischen den Männern, die ihre Jugendgewalt hinter Villen versteckt haben, und einer Obdachlosen, die nichts mehr zu verlieren hat. Mørck und Assad finden Kimmie, bevor die Clique sie endgültig zum Schweigen bringt, und zwingen die Behörde, den alten Deal aufzukündigen. Der Roman löst den Fall, ohne die Institution zu reinigen: Q bleibt im Keller, die Mächtigen haben Anwälte, Kimmie trägt den Schaden weiter. Adler-Olsen lässt den Kommissar nicht zum Rächer werden; er lässt ihn arbeiten, nörgeln und am Ende eine Gerechtigkeit hinnehmen, die kleiner ist als die Tat.

Einordnung

Adler-Olsen hat mit Q eine Dienststelle erfunden, die den skandinavischen Kriminalroman um den Kältefall und um das ungleiche Paar Mørck und Assad erweitert. Der Däne schreibt grober und komischer als manche schwedischen Kollegen; die Gewalt der Internatsklique ist nicht Kulisse, sondern der eigentliche Gegenstand: wie Herkunft schützt, was sie anrichtet. Der deutsche Titel Schändung macht aus den Fasanenjägern ein Urteil und hat dem Buch den Weg auf die Bestsellerliste geebnet, auch wenn er den Witz des Originals beschneidet. Nach Erbarmen, dem Fall der Frau im Bunker, ist dies der Band, in dem Q als Gruppe kenntlich wird.

2014 kam die dänische Verfilmung Fasandræberne in die Kinos, mit Nikolaj Lie Kaas als Mørck. Der Film strafft die Behördensatire und hebt die Jagd auf Kimmie hervor; der Roman bleibt länger bei den Akten und bei Assads Fragen, die Mørck zum Weitergraben zwingen. Wer die Reihe als bloße Spannung liest, verpasst den Keller: Q ist der Ort, an dem der Staat seine ungelösten Fälle ablegt, damit sie niemanden stören. Die angegebene dtv-Ausgabe ist die greifbare Taschenbuchform des zweiten Falls.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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