Schuld
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Schuld |
| Autor(en): | Ferdinand von Schirach |
| Originaltitel: | Schuld |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2010 |
| Schlagwörter: | Strafrecht, Fall, Verteidiger, Moral |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Piper
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| Umfang dieser Ausgabe: | 187 Seiten |
| ISBN: | 9783492302269 |
| Verweise | |
Schuld ist der Erzählband von Ferdinand von Schirach, 2010 bei Piper erschienen, nach Verbrechen. Ein Strafverteidiger berichtet kurze Fälle: Taten, die das Recht fasst, und Leben, die das Recht nicht entlastet. Keine Krimireihe. Erzählungen, in denen die Pointe keine Lösung ist.
Inhalt
Jeder Text ein Fall, knapp, kalt, mit Namen, die typisch und genau zugleich sind. Ein Mensch tut etwas, das die Akte als Straftat führt; der Verteidiger kennt die Geschichte davor, die das Gericht nur als Motiv nimmt. Schirach urteilt nicht von der Kanzel. Er zeigt, wie Verstehen und Strafen auseinandertreten, ohne das eine für das andere zu nehmen. Die Ich-Stimme bleibt beruflich: Distanz als Handwerk.
Die Sammlung verschärft die Frage von Verbrechen: Ist Einsicht Entlastung. Die Täter sind nicht Monster und nicht Missverstandene auf Bestellung. Manche sind banal, manche ungeheuer in der Banalität. Schirach kennt den Gerichtssaal; die Prosa nutzt das, ohne Fachchinesisch zur Schau zu stellen. Wer Spannung als Jagd will, bekommt den Schluss, in dem das Recht schon gesprochen hat und die Moral noch nicht.
Was den Band zusammenhält, ist weniger ein Personal als eine Ethik der Kürze. Keine Novelle bläht sich zur Beichte. Die Gewalt ist da, oft häuslich, oft zufällig, selten rätselhaft im Sinn des Rätsels, das man löst. Piper hat aus den Fällen ein öffentliches Genre gemacht. Der Name des Autors – Enkel Baldur von Schirachs – steht neben den Akten, ohne dass die Erzählungen ihn thematisieren müssten. Die Schuld, die der Titel sagt, ist juristisch und älter.
Einordnung
Schirach hat die deutsche Kriminalerzählung auf das Maß der Novelle gebracht und populär gemacht, ohne sie zur Fernsehware zu verdünnen – auch wenn das Fernsehen nachkam. Piper bleibt das Haus. Gegen den Erklärkrimi steht hier die Akte, in der das Motiv nicht tröstet. Wer nur den Großvater will, unterschlägt die Arbeit am Fall. Wer nur die Fälle will, unterschlägt, dass derselbe Autor die Unterscheidung von Strafrecht und Ethik öffentlich gehalten hat. Nach Schuld ist die kurze Gerichtsprosa in Deutschland eine moralische Form, nicht nur ein Genre des Rätsels.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
