Simple Stories

Ingo Schulze · 1998 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Simple Stories
Autor(en): Ingo Schulze
Originaltitel: Simple Stories
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1998
Schlagwörter: Altenburg, Wende, Provinz, Stimmen
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 303 Seiten
ISBN: 9783423127073
Verweise


Simple Stories ist der 1998 erschienene Roman von Ingo Schulze. Der Titel ist englisch, der Schauplatz Altenburg. Viele kurze Stücke, viele Stimmen, ein Netz aus Begebenheiten nach 1989: Wer heiratet, wer ein Auto kauft, wer in den Westen fährt und zurückkommt. Kein Lehrstück über die Wende. Ein Roman, der sich aus Geschichten zusammensetzt, ohne sie zur Moral zu verdichten.

Inhalt

Altenburg in Thüringen, die Jahre nach der Währungsunion. Figuren tauchen in einem Kapitel auf und im nächsten wieder, als Bekannte, als Gerücht, als neue Liebe. Renate und Ernst, Conni, Taxifahrer, Geschäftsleute, die plötzlich dürfen und nicht können. Schulze erzählt in der dritten und in der ersten Person, knapp, oft mündlich, ohne den Erzähler, der erklärt, was Ost und West sei. Die große Geschichte kommt als geplatzter Vertrag, als Reise, als Eifersucht.

Was sich wiederholt, ist der Tausch: Frauen, Wohnungen, Hoffnungen, Gebrauchtwagen. Die Republik verändert die Kleinstadt, indem sie die alten Sicherheiten entwertet und neue nicht liefert. Schulze macht daraus keine Anklage und keine Ostalgie. Die Komik sitzt in den Situationen, nicht in der Herablassung. Wer die Stücke einzeln liest, hat Anekdoten; wer sie hintereinander liest, hat ein Personal, das sich kennt, ohne sich zu durchschauen.

Der englische Titel bleibt fremd im deutschen Mund und gehört zum Witz des Buches: Einfach, sagt er, und ist es nicht. Berlin Verlag druckte zuerst; dtv trug den Roman in die Breite. Schulze hat später Russland und die große Form versucht; dieses Netz bleibt sein genauestes Bild der neuen Länder, weil es die Provinz nicht zur Metapher der Nation macht. Altenburg ist Altenburg. Die Wende ist ein Wetter, das in die Küchen zieht.

Einordnung

Schulze hat der Nachwendeliteratur den Roman der Kleinstadt gegeben, der weder Abrechnung noch Idylle ist. Gegen die Hauptstadtprosa der neunziger Jahre steht Thüringen als genauer Ort. Die Form – viele Kürzestgeschichten, ein Roman daraus – hat Nachahmer gefunden und den Büchnerpreis noch nicht gebraucht, um zu gelten. dtv hält die gängige Ausgabe. Wer nur den englischen Titel als Etikett nimmt, hat die Stimmen nicht gehört. Neben Jenny Erpenbecks Berlin und Juli Zehs Brandenburgdorf bleibt Altenburg die dritte Adresse derselben Jahre: die Stadt, in der die Geschichte als Lokalnachricht ankommt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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