Sofies Welt

Jostein Gaarder · 1991 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Sofies Welt
Autor(en): Jostein Gaarder
Originaltitel: Sofies verden
Originalsprache: norwegisch
Erstveröffentlichung: 1991
Schlagwörter: Philosophie, Mädchen, Briefe, Wirklichkeit
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 624 Seiten
ISBN: 9783423620000
Verweise


Sofies Welt ist der 1991 erschienene Roman von Jostein Gaarder, im Norwegischen Sofies verden. Ein fünfzehnjähriges Mädchen in Oslo erhält anonyme Briefe, die bei den Vorsokratikern beginnen und bei Sartre nicht aufhören, und entdeckt, dass sie selbst in einem Buch lebt. Gaarder, Lehrer und Verfasser von Jugendbüchern, hat eine Einführung in die europäische Philosophie in eine Erzählung gelegt, die ihre eigene Gemachtheit aufdeckt. Die deutsche Übersetzung von Gabriele Haefs erschien 1993 bei Hanser, später als Taschenbuch bei dtv; 1994 erhielt der Band den Deutschen Jugendliteraturpreis. Er fand weit mehr erwachsene Leser, als die Anlage für Kinder vermuten ließ.

Inhalt

Sofie Amundsen findet im Briefkasten eine Karte mit der Frage, wer sie sei, und bald darauf die zweite, woher die Welt komme. Die Absenderin oder der Absender bleibt unsichtbar; die Sendungen werden zu Lektionen: Thales, Demokrit, Sokrates, Plato, Aristoteles, das Mittelalter, Descartes, Spinoza, Locke, Hume, Kant, Hegel, Kierkegaard, Marx, Darwin, Freud, Sartre. Der Lehrer heißt Alberto Knox und tritt nach den Briefen persönlich auf, oft in Kostümen der jeweiligen Epoche, einmal als Mönch, einmal im siebzehnten Jahrhundert. Sofie spricht mit ihrer Mutter, die die neuen Gewohnheiten misstrauisch beobachtet, und mit der Katze Sherekan. In ihrem Garten und in Albertos Hütte verdichtet sich der Kurs zu Gesprächen, die das Mädchen zwingen, den eigenen Platz in der Welt zu bezweifeln. Sie merkt, dass Denken kein Schulstoff ist, sondern eine Unruhe, die den Alltag von Lillesand bis zur Küche umstellt.

Unstimmigkeiten häufen sich. Post trifft ein, die nicht für Sofie bestimmt ist, sondern für ein Mädchen namens Hilde Møller Knag, deren Vater, der UN-Major Albert Knag, im Libanon stationiert ist. Bilder, Münzen, Spiegelbotschaften und ein Geburtstagsgruß, der durch Sofies Welt hindurch an Hilde geht, machen klar, dass Sofie und Alberto Figuren in dem Buch sind, das Knag der Tochter zum fünfzehnten Geburtstag schreibt. Alberto erklärt den Idealismus und den Empirismus und zugleich die Lage: Sie seien Gedanken eines anderen. Sofie empört sich gegen den Major, der in ihre Sätze eingreift, Hunde sprechen lässt und den Garten voller Absicht unordentlich macht.

Alberto entwirft eine Gegenwehr gegen den Major, der sich für allmächtig hält. Am Tag von Sofies Geburtstagsfeier, auf der die Gäste wie Marionetten des Autors agieren, gelingt den beiden der Sprung aus der geschriebenen Geschichte. Ob sie als erfundene Personen wirklich frei werden, lässt Gaarder offen. Sie bewegen sich fortan am Rand von Hildes Wirklichkeit, unsichtbar für die meisten, und beobachten Vater und Tochter, die das Buch zu Ende gelesen haben. Hilde zürnt dem Vater wegen der Allmacht, mit der er über Sofie verfügt hat, und begreift doch die Lektion, die auch die ihre ist: dass man fragen muss, wer man sei, auch wenn die Antwort ein anderes Buch sein könnte.

Einordnung

Gaarder hat den Lehrroman der Aufklärung – Voltaires Erzählungen, die philosophischen Briefe – in die Form eines Jugendbuchs der neunziger Jahre gebracht und mit einem Kunstgriff der Postmoderne versehen: Die Leserinnen lesen mit Hilde, und Hilde liest Sofie. Der Philosophieunterricht ist nicht Beilage; ohne die Fragen an Parmenides und Kant bräche die zweite Ebene zusammen. Kritiker warfen dem Band vor, Denker auf Merkblätter zu verkürzen; Anhänger rühmten, dass zum ersten Mal seit langem ein großes Publikum die Namen der europäischen Philosophie wieder in einem Zusammenhang las. Der Film von Erik Gustavson 1999 und das Musiktheater haben den Stoff popularisiert, ohne die Doppelbödigkeit der Prosa zu ersetzen.

In Deutschland lag das Buch 1994 und 1995 lange auf dem ersten Platz der Spiegel-Liste; weltweit wurden Dutzende Millionen Exemplare verkauft. Es bleibt ein Roman, der Kinder und Erwachsene denselben Satz lesen lässt – »Wer bist du?« – und dann zeigt, dass die Antwort eine Falle sein kann. Die Wut Sofies auf ihren Verfasser gehört zur Philosophie ebenso wie Platon. Beides zusammen, der Kurs und die Empörung gegen den, der ihn schreibt, hat dem Buch seine Dauer gegeben.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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