Sozialgeschichte des 15.–18. Jahrhunderts
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Sozialgeschichte des 15.–18. Jahrhunderts |
| Autor(en): | Fernand Braudel |
| Originaltitel: | Civilisation matérielle, économie et capitalisme, XVe–XVIIIe siècle |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1979 |
| Schlagwörter: | Alltag, Handel, Kapitalismus, lange Dauer |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Kindler
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1850 Seiten |
| ISBN: | 9783463401386 |
| Verweise | |
Sozialgeschichte des 15.–18. Jahrhunderts ist der deutsche Titel von Fernand Braudels drei Bänden Civilisation matérielle, économie et capitalisme, vollendet 1979, auf Deutsch 1985 bei Kindler als Der Alltag, Der Handel und Aufbruch zur Weltwirtschaft. Nach dem Mittelmeer weitet Braudel den Blick auf die Welt vor der Industrie: was Menschen essen, wohnen, tauschen – und wie darüber, selten, der Kapitalismus als weltweiter Zusammenhang entsteht. Die lange Dauer trägt auch hier; die Könige bleiben Schaum.
Inhalt
Der erste Band gilt dem Alltag, den Braudel die materielle Zivilisation nennt: Getreide und Reis, Mais und Fleisch, Tisch, Haus, Kleidung, Technik, die sich über Jahrhunderte kaum bewegt. Bevölkerung wächst und bricht ein; Seuchen und Hungersnöte setzen der Zahl eine Decke; das Leben der meisten ist Wiederholung. Braudel sammelt, was die Ereignisgeschichte wegwirft, und behauptet, dass ohne dieses Sockel keine Konjunktur und kein Krieg verständlich ist. Die Ungleichheit beginnt beim Brot. Wer Weizen isst, lebt in einer anderen Welt als wer Hirse isst, und beide Welten dauern länger als Dynastien.
Der zweite Band hebt sich eine Schicht: der Markt, der Tausch, die Messen, das Geld, die Händler, die Städte. Hier gibt es Bewegung, Risiko, Gewinn, aber noch nicht notwendig Kapitalismus. Braudel unterscheidet den alltäglichen Markt, auf dem sich ausgleichen lässt, vom überlegenen Handel, der Abstände, Monopole, Wechsel, Kolonien nutzt. Der dritte Band nennt das Kind beim Namen: Kapitalismus als das, was den Markt übersteigt – die Stockwerke der Weltwirtschaft, Venedig, Antwerpen, Amsterdam, London nacheinander als Mittelpunkt, die Peripherien, die liefern und abhängig bleiben. Nicht die Fabrik macht den Kapitalismus; die Fabrik kommt spät. Vorher schon gibt es die Kraft, Zeit und Raum zu beherrschen, Kredit zu stapeln, Staaten in Geschäfte zu ziehen. Marx wird gelesen und verschoben: Die Akkumulation hat eine Geographie und eine lange Geduld.
Unsicher ist die Grenze zwischen Beschreibung und Gesetz. Braudel häuft Welten, bis der Leser ertrinkt; die Theorie steckt in der Schichtung, nicht in einem Satz, den man prüfen könnte wie eine Gleichung. Europa bleibt, trotz China, Indien, Islam, der heimliche Maßstab der Dynamik. Die deutsche Ausgabe hat das Werk lesbar gemacht und den Titel »Sozialgeschichte« über ein Buch gesetzt, das Wirtschaft, Alltag und Herrschaft nicht trennt. Wer nur das Mittelmeer kennt, findet hier die Methode auf dem Globus; wer nur Marx kennt, findet den Kapitalismus als alte Weltwirtschaft, nicht als bloße Fabrikordnung. Die Könige haben in diesen Jahrhunderten Kriege geführt. Gegessen, gehandelt, gehäuft wurde ohne sie und länger als sie.
Einordnung
Mit diesem Dreischritt hat Braudel der Globalgeschichte den Boden gegeben, auf dem sie später ihre eigenen Streitigkeiten austrug. Es steht neben dem Mittelmeer als das weltweite Buch derselben Schule und hat der Rede vom Kapitalismus eine Tiefe vor 1800 gegeben. Die Kritik nennt den Menschen klein gegen Getreide und Konjunktur. Braudel hat das gewollt: Geschichte, in der die lange Dauer nicht Vorwort ist, sondern der Satz.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
