Sylvie und Bruno
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Sylvie und Bruno |
| Autor(en): | Lewis Carroll |
| Originaltitel: | Sylvie and Bruno |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1889 |
| Schlagwörter: | Elben, Traum, Viktorianismus, Unsinn |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 592 Seiten |
| ISBN: | 9783423132893 |
| Verweise | |
Sylvie und Bruno ist der zweibändige Roman von Lewis Carroll, 1889 und 1893 bei Macmillan erschienen, im Original Sylvie and Bruno und Sylvie and Bruno Concluded, mit Zeichnungen von Harry Furniss. Ein älterer Erzähler wechselt zwischen dem viktorianischen England, wo der Arzt Arthur Forester Lady Muriel liebt, und dem Anderland, wo die Elbenkinder Sylvie und Bruno einer Palastverschwörung zum Opfer fallen. Carroll, eigentlich Charles Lutwidge Dodgson, hat dreizehn Jahre an dem Werk gearbeitet und es über Alice gestellt; die Zeitgenossen folgten ihm nicht. Die erste vollständige deutsche Übersetzung kam erst 1986. Es ist Carrolls ehrgeizigstes und ungleichmäßigstes Buch: Nonsens, Erbauung und Gesellschaftsroman in einem.
Inhalt
Der namenlose Erzähler, ein älterer Londoner mit schwachem Herzen, fährt zur Erholung nach Elfenau zu seinem Freund, dem Arzt Arthur Forester. Im Zug, im Schlaf, im Wald gerät er nach Anderland, wo der Gouverneur seine Kinder Sylvie und Bruno dem Professor anvertraut, bevor er das Land verlässt. Der Sub-Gouverneur Sibimet und dessen Frau Tabikat hintergehen ihn: Aus dem Amt wird ein Kaisertum, der Sohn Uggug, fett und verhätschelt, soll Bruno ersetzen. Sylvie wählt von zwei Medaillons das rote – „Sylvie wird alle lieben“ – und reist mit Bruno nach Elfenland, wo aus Wichteln Elben werden. Der Erzähler ist in Anderland anfangs unsichtbar, später nimmt Bruno ihn wahr. Lieder, Gedichte und der Gärtner, der nie dieselbe Ausrede zweimal braucht, unterbrechen die Palastintrige.
In England lernt der Erzähler Lady Muriel Orme kennen, Tochter des Earl von Ainslie. Arthur liebt sie, wagt den Antrag nicht, sieht den Vetter Eric Lindon als Nebenbuhler. Eric verlobt sich mit Muriel und löst die Verlobung, weil er nicht glaubt, was sie glaubt. Gespräche über Gottesdienst, Willensfreiheit, Reichtum und Wohltätigkeit füllen Seiten, die mit der Elbenhandlung nur durch den Schlaf des Erzählers verbunden sind. Sylvie und Bruno erscheinen den Menschen als Kinder, retten, schieben, stiften an. Ein Reisender, Mein Herr, berichtet von einem Land, das jede Idee zu Ende denkt: eine Karte im Maßstab eins zu eins, ein Heer, das sich selbst bekämpft, weil Regierung und Gegenseite das Prinzip der Spaltung auf die Schlacht übertragen haben.
Arthur und Muriel heiraten in Eile, als in einem Fischerdorf eine Seuche den Arzt tötet; Arthur fährt hin, gilt als tot, weil eine Bibel mit Muriels Namen bei einem Toten lag. Eric hat ihn gefunden und gepflegt. In Anderland kehrt der Gouverneur als Bettler zurück, der Kaiser bekennt seine Schuld, Uggug verwandelt sich in ein Stachelschwein, weil ihm Liebe fehlte. Sylvie erkennt, dass es nur ein Medaillon gab, rot oder blau je nach Blick. Carroll schließt mit Versöhnung in beiden Welten, frommer als in Alice, und mit dem Anspruch, dass Nonsens und Moral einander brauchen.
Einordnung
Das Buch ist Carrolls Versuch, den Unsinn der Alice-Bücher mit einem viktorianischen Roman der Liebe, des Glaubens und der Pflicht zu versöhnen. Eben deshalb ist es ungleichmäßig: Die Elben sind leicht, die Gespräche schwer, der Erzähler eine Klammer, die nicht immer hält. Die Erstauflage war erst um 1940 verkauft; Übersetzungen kamen spät, weil die Wortspiele und Gedichte sich sperren. Dieter H. Stündel übersetzte 1986 vollständig, Michael Walter und Sabine Hübner 2006 für dtv. Klaus Reichert hat die Figuren in Dreiergruppen gelesen: Sylvie entspricht Muriel und Tabikat, Bruno Arthur und dem Sub-Gouverneur – Traum, Wirklichkeit, Zerrbild.
Wer Carroll nur als Verfasser von Alice im Wunderland kennt, trifft hier den Mathematikdozenten und den frommen Viktorianer in einem Band. Die Karte im Maßstab eins zu eins und das gespaltene Heer sind Einfälle, die die spätere Moderne zitiert hat, ohne den Roman zu retten. Wer nach Carroll über zwei Welten spricht, die ineinanderkippen, spricht hinter diesem Buch; wer es für ein Kinderbuch wie Alice hält, hat Arthurs Seuche und Mein Herrs Vorträge nicht gelesen. Die angegebene Ausgabe versammelt beide Teile.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
