Trattato della Pittura
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Trattato della Pittura |
| Autor(en): | Leonardo da Vinci |
| Originaltitel: | Trattato della pittura |
| Originalsprache: | italienisch |
| Erstveröffentlichung: | 1651 |
| Schlagwörter: | Malerei, Natur, Schatten, Bewegung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kunstgeschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Eugen Diederichs
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| Umfang dieser Ausgabe: | 411 Seiten |
| ISBN: | 9783750394865 |
| Verweise | |
Der Trattato della Pittura (Traktat über die Malerei) ist die nach dem Tod Leonardo da Vincis aus seinen Notizbüchern zusammengestellte Kunstlehre, im Vatikan als Codex Urbinas Latinus 1270 bewahrt. Francesco Melzi, Leonardos Erbe, zog achtzehn Hefte heran; zehn davon sind heute verloren. Die erste gedruckte Ausgabe erschien 1651 parallel italienisch und französisch, mit Federzeichnungen von Nicolas Poussin, die Charles Errard für den Stich dem Zeitgeschmack anglich. Heinrich Ludwig übersetzte 1882 den Codex vollständig ins Deutsche; Marie Herzfeld gab diese Übertragung 1925 bei Diederichs neu heraus. Für Leonardo ist die Malerei die erste der Künste, weil sie den Geist in der sichtbaren Gestalt zeigt.
Inhalt
Leonardo schreibt gegen die Rangordnung, die der Bildhauerei oder der Dichtung den Vortritt lässt, und gegen eine Werkstattlehre, die nur Rezepte kennt. Der gute Maler habe zwei Dinge zu malen: den Menschen und die Auffassung seines Geistes; das erste sei leicht, das zweite schwer, weil es sich in Gesten und Bewegungen der Glieder zeigen müsse. Malerei ist Wissenschaft, weil sie auf Mathematik, Optik und Anatomie beruht: Perspektive, Licht und Schatten, das Verhalten der Luft in der Ferne, die Proportionen des Körpers. Sie übertrifft die Bildhauerei, die das Licht nicht selbst setzt und die Farbe nicht hat; sie übertrifft die Dichtung, die das Auge nicht trifft. Der Wettstreit der Künste, den die Zeit Paragone nannte, wird hier zugunsten der Malerei entschieden, nicht aus Eitelkeit, sondern aus der Rangfolge der Sinne.
Die Kapitel gelten der Praxis und der Natur zugleich. Wie Falten fallen, wie Wasser wirbelt, wie ein Pferd galoppiert, wie der Ausdruck des Gesichts Zorn, Freude und Furcht unterscheidet: immer ist die Vorschrift an die Beobachtung gebunden. Der Maler soll die Natur nicht verschönern, indem er sie verlässt, sondern indem er ihr Gesetz trifft. Schatten sind farbig, nicht schwarz; die Ferne blaut; der Rauch hat Richtung. Zwischen den technischen Anweisungen stehen Sätze über das Auge als Fenster der Seele und über die Malerei als Enkelin der Natur und Verwandte Gottes. Der Text ist unfertig, wiederholt sich, widerspricht sich; Melzi hat Themen gebündelt, keine geschlossene Abhandlung hergestellt. Der Ton wechselt zwischen Werkstatt und Philosophie.
Unsicher ist, was Leonardo so geschrieben und was Melzi geordnet hat. Der Codex Urbinas ist Kompilation, nicht Autograph; Abschriften kursierten in den Akademien Italiens, Matteo Zaccolini und Cassiano dal Pozzo haben eigene Lichtlehren darauf gebaut. Poussins Figuren erzählen mehr, als Leonardos knappe Skizzen taten. Eine Lesart, die den Traktat für ein vollendetes System hält, verfehlt den Charakter des Notizbuchs; eine, die nur Werkstattvorschriften darin sieht, verfehlt den Anspruch, die Malerei zur Wissenschaft zu erheben. Die deutsche Ludwig-Ausgabe bleibt die umfassendste; eine historisch-kritische Neuübersetzung ist Desiderat.
Einordnung
Im kunsttheoretischen Streit des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts war der Traktat Waffe der Maler gegen die Bildhauer und der Akademien gegen die bloße Zunft. Leon Battista Albertis De statua wurde der italienischen Druckfassung beigegeben; die französische ließ ihn weg und fügte eine Bibliographie hinzu. Nachbarschaft hat der Text zu Leonardos Gemälden und zu den anatomischen Blättern, nicht zu einer Dichtungslehre. Die Moderne hat ihn als Vorläufer der empirischen Kunstwissenschaft gelesen und als Dokument eines Denkens, das Natur und Bild nicht trennt.
Das Missverständnis liegt darin, den Namen Leonardo für eine geschlossene Autorschaft zu nehmen, die Melzi so nicht hinterlassen hat, oder die Schrift für einen Anstreicherleitfaden zu halten. Sie ist Untersuchung des Sichtbaren. Geblieben ist der Satz, dass der Maler den Geist in der Bewegung des Leibes zu zeigen hat – und die Zumutung, dass Sehen eine Wissenschaft sei.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
