Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Johann Wolfgang von Goethe · 1795 · Erzählung


Das Werk
Deutscher Titel: Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten
Autor(en): Johann Wolfgang von Goethe
Originaltitel: Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1795
Schlagwörter: Revolution, Novelle, Rahmen, Märchen
Sachgebiete: Erzählung
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 147 Seiten
ISBN: 9783150065587
Verweise


Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten ist der Erzählzyklus von Johann Wolfgang von Goethe, 1795 in den Horen erschienen. Eine adlige Familie flieht vor den französischen Truppen über den Rhein und erzählt sich Geschichten, damit die Gesellschaft nicht an der Politik zerreißt. Nach Boccaccio der deutsche Rahmen; am Ende das Märchen von der schönen Lilie, das keine Unterhaltung mehr ist.

Inhalt

Der Rahmen: das Gut, die Baronesse, der Geheimrat, Karl, Luise, der Abbé. Draußen die Revolution, drinnen die Gefahr, dass Meinungen die Tafel sprengen. Man verabredet Regeln des Erzählens: keine Politik, Geschichten, die bilden, ohne zu spalten. Goethe zeigt, dass das nicht hält und doch die einzige Höflichkeit ist, die bleibt, wenn die Welt brennt. Die eingefügten Novellen handeln von Liebe, Betrug, dem Prokurator, Gespenstischem – romanische Stoffe, deutsch erzählt.

Die Unterhaltungen steigern sich. Was als Zeitvertreib begann, wird Probe auf den Charakter der Hörenden. Karl will das Aktuelle, der Abbé das Muster. Dazwischen Fallgeschichten, in denen Leidenschaft und Anstand aneinandergeraten, ohne dass Goethe eine Partei zum Sieger macht. Der Wilhelm Meister entstand in denselben Jahren; hier ist die Gesellschaft kleiner und die Form älter: der Rahmen als Ethik.

Das abschließende Märchen sprengt die Geselligkeit. Lilie, Jüngling, Schlange, der Tempel, die Verwandlungen: ein Text, der sich nicht in die Moral der Tafelrunde übersetzen lässt. Schiller druckte in den Horen; die Leser waren irritiert. Goethe hat die Revolution nicht als Handlung auf die Bühne geholt, er hat sie an den Rand des Salons gesetzt und den Salon erzählen lassen, bis das Märchen die Rede übersteigt. Wer nur das Märchen isoliert, hat den Rahmen nicht, der es nötig macht.

Einordnung

Goethe hat der deutschen Novellistik den Rahmen der Revolutionszeit gegeben: Flucht, Gespräch, die Weigerung, Politik als einzigen Ton zuzulassen – und das Märchen, das diese Weigerung widerlegt. Reclam trägt den schmalen Band. Neben dem Werther und den Lehrjahren steht dies als Goethes geselliges Buch, oft unterschätzt, weil es weder Roman noch Drama ist. Wer nach 1795 Erzählungen in den Schrecken der Zeit legt, ohne sie zum Pamphlet zu machen, erzählt hinter diesen Ausgewanderten. Das Dekameron hatte die Pest; Goethe hat die Revolution – und am Ende die schöne Lilie, die keine Pestgeschichte mehr ist.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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