Unterwelt

Don DeLillo · 1997 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Unterwelt
Autor(en): Don DeLillo
Originaltitel: Underworld
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1997
Schlagwörter: Baseball, Müll, Bombe, Amerika
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: KiWi


Umfang dieser Ausgabe: 832 Seiten
ISBN: 9783462027037
Verweise


Unterwelt ist der Roman von Don DeLillo, 1997 erschienen. Er beginnt mit einem Baseballspiel in New York am 3. Oktober 1951, dem Foulball, den ein Junge fängt, während in der Sowjetunion eine Bombe gezündet wird – und er endet im Müll, im Internet, in einem Wort, das auf einem Schirm steht. DeLillo hat die unterirdische Geschichte der amerikanischen Nachkriegszeit als Weite geschrieben: nicht eine Verschwörung, ein System aus Abfall, Angst und Bildern. KiWi hat die deutsche Übersetzung von Bernhard Robben gehalten.

Inhalt

Der Prolog auf dem Polo Grounds ist ein Fest und ein Menetekel. Cotter Martin stiehlt sich ins Stadion, fängt den Ball, mit dem Bobby Thomson die Giants zum Sieg schlägt; Nick Shay, später der Mann des Abfalls, wird den Ball jahrzehntelang suchen und besitzen. J. Edgar Hoover sitzt in der Loge und denkt an die Bombe. DeLillo schneidet die Menge, die Stars, den privaten Diebstahl und die Staatsangst ineinander, als wäre das Jahrhundert dieser Nachmittag.

Danach läuft die Zeit rückwärts und seitwärts. Nick arbeitet in der Abfallwirtschaft, in Phoenix, und trägt eine Schuld aus der Bronx: den Tod eines Kellners, den er als junger Mann erschossen hat. Seine Frau Marian, der Bruder Matt, der für die Wüste und die Waffen arbeitet, die Mutter in der alten Wohnung: Familie als Fallout. Daneben Klara Sax, Künstlerin, die Bomber in der Wüste bemalt; der Lehrer Albert Bronzini; die Nonne Edgar, die in der Bronx bleibt, wenn die Stadt schon aufgegeben hat. Der Ball wechselt Hände, wird Ware, Reliquie, Lüge.

Der Kalte Krieg, das Filmmaterial der Atombomben, der Müll als Landschaft und als Metaphysik: DeLillo erzählt nicht linear. Wer die Fabel als Tatenfolge will, findet Wiederkehr. Nick beichtet, ohne dass Beichte löst; Klara malt, ohne dass Kunst die Bombe aufhebt. Am Ende ein Wort im Netz – Friede oder etwas, das so aussieht – und der Müll, der bleibt. Die Unterwelt ist kein Verbrecherreich, sie ist das, was die Oberfläche nicht sehen will: Abfall, Geheimdienst, das Spiel, das ein Kind stiehlt.

Einordnung

DeLillo hat die Paranoia der Nachkriegszeit zur Form gemacht, ohne sie zur Verschwörung zu verengen. Neben Pynchon steht er als der Klarere: weniger Rätsel, mehr Deponie. Weißes Rauschen bleibt das schmalere Schwesterstück; Unterwelt ist die Weite. Der Satz ist kühl, die Angst alltäglich.

Man hat ihn zum Propheten des Terrors und zum kalten Stilisten gemacht. Wer nur die Systeme sucht, unterschlägt die Bronx. Wer nur den Baseball sucht, unterschlägt die Wüste. KiWi hat den langen Text nicht gekürzt; er muss die Länge haben, weil Amerika hier als Halde vorkommt, nicht als These. Nach 2001 hat man das Buch als Vorahnung gelesen; es ist genauer als die Vorahnung: Es zählt den Müll, der schon da war.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

Roman entdecken